Amnesty fordert Aufklärung rechtswidriger Polizeigewalt

Sensibilisierung zu einem verdrängten Thema


Am 7.Juli 2010 veröffentlichte Amnesty International im Rahmen der Kampagne „Täter unbekannt“ einen ausführlichen Bericht, in dem

„ernstzunehmende Vorwürfe von mutmaßlicher Misshandlung und unverhältnismäßiger Gewaltanwendung durch Polizeibeamte in Deutschland“

dokumentiert werden. Immerhin nehmen die Medien den Amnesty-Bericht zur Kenntnis – ob dem aber eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Polizeigewalt und -willkür in Politik und Medien folgt, wird sich in der nächsten Zeit zeigen. Die Polizei selbst muss natürlich in die Diskussion auch mit einbezogen werden – obwohl bzw. gerade weil sie mit dem Thema Gewalt in den eigenen Reihen überfordert zu sein scheint.

http://www.youtube.com/watch?v=zxhpUal_RG8

Ein Berliner Polizist, ein Toter und die Gewalt

Ein Urteil


Am Samstag wurde ein Berliner Polizist vom Landgericht Neuruppin verurteilt, weil er einen Neuköllner Kleinkriminellen in Schönfließ erschossen hatte. Die Verurteilung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung blieb nicht reaktionslos.

Der Fall war von Panorama bereits im März 2009 thematisiert worden. In dem aufschlussreichen Beitrag wurde in diesem Zusammenhang auch über weitere Fälle von Gewalt in den Reihen der Polizei und die Ohnmachtsgefühle der Opfer berichtet.
http://www.youtube.com/watch?v=Ok8YthIqv7w

Signal, 10.5.2010

ROLLMOL


Zunächst rollt ein Film – und zwar der Cannes-Palme-Gewinner von 2007: 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage gibt es am Mittwoch (12.Mai 2010) um 21:45 in deutsch synchronisierter Version bei arte. Der Film ist äußerst empfehlenswert. (Wdh. am 16.5.10 um 1:05)

Und dann rollt ab morgen das MOLDOVAmobil durch Berlin:

Screenshot MOLDOVAmobil.eu


Eröffnung ist Dienstag (11.5.10 um 18:30) am Gendarmenmarkt und in den folgenden drei Monaten fährt das Multimedia-Moldova-Museum folgende Stationen in Berlin an: Goethe-Institut (Mitte, Neue Schönhauser Straße 20, 18.5., 19:00), Museumsinsel (Mitte, Am Lustgarten 1, 20.-26.5.), Haus der Kulturen der Welt (Tiergarten, John-Foster-Dulles-Allee 10, 27.5.-2.6.), Brotfabrik (Weißensee, Caligariplatz 1, 3.-9.6.), Werkstatt der Kulturen (Neukölln, Wissmannstraße 32, 10.-16.6.), Europäische Akademie (Grunewald , Bismarckallee 46-48, 14.6., 19.30), DAAD Galerie (Mitte, Zimmerstraße 90/91, 18.6., 19:00), Schwartzsche Villa (Steglitz, Grunewaldstraße 55, 24.-30.6.), Hegelplatz (Mitte, HU Berlin, Dorotheenstraße 24, 30.6.-9.7.) und ifa-Galerie (Mitte, Linienstraße 139, 15.7., 19 Uhr). Mehr Infos zum MOLDOVAmobil-Programm HIER.

Tag der Pressfreiheit 2010

Die eigene Nase


Es gibt Länder, in denen man sein Leben riskiert, wenn man sich für die Pressefreiheit einsetzt. Dennoch sollte der Tag der Pressefreiheit auch Anlass sein, sich die Situation im eigenen Land vor Augen zu halten. Denn auch hier gab und gibt es Momente, in denen die Pressefreiheit gefährdet ist. Hier nur eine kleine Auswahl an Fernseh-/ Onlinevideobeiträgen aus dem letzten Jahr, in denen die Einschränkung der freien und unabhängigen Presse thematisiert wurde:

SPIEGEL-TV-Beitrag (ca. 2min) zu einem Angriff auf einen Kameramann durch die Polizei

WELT-TV-Beitrag (ca. 2min) zu einem Fall von Einschränkung der Pressearbeit durch die Polizei

SPIEGEL-TV-Beitrag (ca. 2min) zur Vorstellung der Pressearbeit von Ursula von der Leyen

ZAPP über Hamburger Gerichtsurteile

ZAPP über die Absetzung des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender:

ZAPP über Widersprüche und Informationen aus Afghanhistan

… ganz zu schweigen von der 2009 geplanten Internetzensur, die in Deutschland zwar vom Tisch ist, sich inzwischen aber als Idee auf europäischer Ebene verbreitet (siehe sehr gutes Video Cleanternet). Die bequem und ohne großen Rechercheaufwand zusammengestellte Beitragsliste ließe sich verlängern und vermittelt nur einen bruchteilhaften Ausschnitt der Situation 2009. Es gibt also genug Gründe, neben dem Fingerzeig auf die Anderen auch die Versuche von Einschränkungen der Pressefreiheit im eigenen Land und in unmittelbarer Umgebung nicht aus den Augen zu verlieren.


Siehe auch:
Stefan Niggemeier mit seinem heutigen Artikel über die „Exzesse einer ausartenden Abmahnunkultur“