3 thoughts on “70er Jahre-Manele”

  1. Danke für die Hinweise und Links! Für mich liefen immer ältere und auch neuere Erscheinungsformen unter der Überschrift manele – die als Musikstil ja auch einen Prozess mitmachen (und einfach offen für neue Technik sind). Ich fand diesen Artikel, auch von Speranţa Rădulescu, sehr interessant: Pan-Balkan Waves in Romanian Oral Music. Ich verstehe sie so, dass das „pan-balkanische“ Element oder überhaupt die Offenheit der manele einfach Wesenselement in der alten und auch neuen Erscheinungsform ist – und somit Teil des gleichen Phänomens (bloß eben heute mit mehr Keyboard und Rap).

  2. Nur am Rande bemerkt:

    Unter „manea“ verstand man damals nur eine Gattung der „muzică lăutărească“, einer urbanen rumänischen Volksmusik, die von den lăutari (überwiegend Roma, keine Frage) gespielt wurde. Die gängige Übersetzung (Zigeunermusik) ist daher nicht ganz richtig, denn unter „muzică țigănească“ versteht man in Rumänien wiederum etwas anderes, nämlich traditionelle Roma-Musik. Die heutige „Manele-Musik“ hat mit der alten „manea“ nur wenig zu tun, die alte Bezeichnung (die wiederum aus dem Türkischen stammt und ursprünglich ein getragenes Liebeslied benannte) wurde auf ein neues Genre übertragen, das vermutlich in den 1980ern entstand.

    Empfehle dazu wärmstens folgendes Buch der Musikwissenschaftlerin Speranța Rădulescu: http://www.abebooks.de/9789734202973/Peisaje-Muzicale-Romania-Secolului-XX-9734202979/plp. Die manele beschreibt sie dort als „muzică de metisaj“ (in etwa: hybride Musik), die ihre Quellen in einem Mix aus balkanischen (serbischen, türkischen u.a.m.) stereotypen Melodiewendungen und modernen Disco-Beats habe. Klingt plausibel.

    Hier noch ein Interview mit der Dame: http://www.formula-as.ro/2010/907/lumea-romaneasca-24/sperante-pentru-muzica-traditionala-una-singura-speranta-radulescu-12167

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