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		<title>Was die Hamburger Medienanstalt beim Thema Einwanderung sachlich findet</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 09:02:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anfang des Jahres reichte Johannes Hykel (der hier mit einem Gastbeitrag vertreten ist) eine Beschwerde wegen des tendenziösen, mit rassistischen Begriffen arbeitenden Spiegel-TV-Berichts (hier der Originalbeitrag, hier meine Kritik) bei der zuständigen Medienanstalt Hamburg/ Schleswig-Holstein ein. Deren ernüchternde Antwort kam &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/04/18/was-die-hamburger-medienanstalt-beim-thema-einwanderung-sachlich-findet/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang des Jahres reichte Johannes Hykel (der <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/12/07/einige-bemerkungen-zur-aktuellen-debatte-um-die-morde-des-nsu/">hier mit einem Gastbeitrag</a> vertreten ist) eine Beschwerde wegen des tendenziösen, mit rassistischen Begriffen arbeitenden Spiegel-TV-Berichts (hier der <a href="http://www.spiegel.de/video/video-1148725.html">Originalbeitrag</a>, hier <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/09/16/rassismus-und-datenschutzverstoesse-bei-spiegel-tv/">meine Kritik</a>) bei der zuständigen <a href="http://www.ma-hsh.de/die-ma-hsh/">Medienanstalt Hamburg/ Schleswig-Holstein</a> ein. Deren ernüchternde Antwort kam vor einigen Tagen, darin heißt es u.a. &#8220;diskriminierende Darstellungen sind nicht erkennbar&#8221;. Die Hamburger Landesmedienanstalt findet den Beitrag sachlich. Wo ist die kritische Haltung dieser Institution, die sich der Überprüfung journalistischer Mindeststandards verschrieben hat? Hat die Landesmedienanstalt die problematischen Punkte vielleicht übersehen? Warum wird das Bedrohungsszenario nicht kritisiert, dass der Beitrag im Zusammenhang mit Roma aufbaut? Warum werden Begriffe wie &#8220;Clan&#8221;, &#8220;Treck der Armutsflüchtlinge&#8221; oder &#8220;Welle von Armutsflüchtlingen&#8221; in dem Zusammenhang nicht als unzulässig und rassistisch erkannt, warum wird das als sachlich durchgelassen? </p>
<p>Johannes Hykel gab sich mit der Antwort nicht zufrieden und hat die Medienanstalt an den Problemgehalt des Spiegel-TV-Beitrags erinnert. Hier nun zunächst die sehr eigene Einschätzung der Medienanstalt Hamburg/ Schleswig Holstein und im Anschluss daran die Antwort von Johannes Hykel, die ich auch unterzeichnet habe: </p>
<blockquote><p>
Sehr geehrter Herr Hykel,<br />
  <strong></strong><br />
ich komme zurück auf Ihre Beschwerde über den Beitrag &#8220;Von Bukarest in den deutschen Sozialstaat: Klein-Rumänien in der Harzerstraße in Berlin&#8221; im Programm von &#8220;Spiegel.tv&#8221; und möchte Sie hiermit über das Prüfergebnis informieren.<br />
  <strong></strong><br />
Unsere Recherchen zu dem Fall haben ergeben, dass es zu dem von Ihnen monierten Beitrag bereits zwei Vorprüfungen durch andere Institutionen gegeben hat. So war bereits im November 2011 gegen die TV-Ausstrahlung im Programm von RTL Programmbeschwerde eingelegt worden. Die Prüfung durch die für RTL zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt hatte keinen Anfangsverdacht auf einen Verstoß gegen die medienrecht­lichen Bestimmungen ergeben. Auch beim Deutschen Presserat war eine entsprechende Beschwerde eingegangen. Der Presserat konnte keine Verletzung der publizistischen Grundsätze feststellen. Unsere ergänzende Prüfung der Sendung hat diese Ergebnisse bestätigt.<br />
  <strong></strong><br />
Ein Angriff gegen die Menschenwürde der gezeigten Per­sonen lässt sich den Formulierungen und Darstellungsweisen des Beitrags nicht entnehmen. Der soziale Wert- und Achtungsanspruch des Menschen, der nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts mit dem Begriff der Menschenwürde verbunden ist, wird durch den Beitrag nicht infragegestellt. Auch diskriminierende Darstellungen sind nicht erkennbar, da der Beitrag sachlich gehalten ist und keine herabwürdigenden Aussagen über die Volksgruppe der Roma enthält. Die von Ihnen kritisierte Verwendung des Be­griffs &#8220;Z***&#8221; kommt insgesamt zweimal vor und kann sicherlich mit guten Gründen kritisiert werden. Vor dem Hintergrund des ansonsten sachlich gehaltenen Beitrags ist dies jedoch noch nicht als Verstoß gegen den Pressekodex zu bewerten, zumal überwiegend neutrale Begriffe wie &#8220;Roma&#8221;, &#8220;Rumänen&#8221; u.ä. benutzt werden.<br />
  <strong></strong><br />
Ein Verstoß gegen die Achtung der Persönlichkeitsrechte ist ebenfalls nicht festzustellen. So ist hinsichtlich der gezeigten Listen des Gewerbeamts zu berücksichtigen, dass das Betreiben eines Gewerbes nicht dem Bereich der Privatsphäre, sondern der Sozialsphäre zuzuordnen ist. Die Privatsphäre der Gewerbetreibenden wird durch die<br />
Nennung der Daten, unter denen sie ihr Gewerbe angemeldet haben, nicht berührt. § 14 Abs. 5 Gewerbeordnung legt zudem fest, dass der Name, die betriebliche Anschrift und die angezeigte Tätigkeit des Gewerbetreibenden allgemein zugänglich gemacht werden dürfen. Auch werden die von Ihnen angeführten Personen auf der Straße von den Reportern nicht mit ihrem Namen angesprochen. Die Repor­terin liest ihnen lediglich Namen von der Liste des Gewerbeamts vor und fragt, ob sie diese Personen kennen würden. Dass auch einige Personen gezeigt werden, die sich weigern, mit den Reportern zu sprechen, ist nicht als Missachtung ihrer Privatsphäre zu bewerten, zumal über sie nichts weiter zu erfahren ist und ihre Namen nicht genannt werden. Gleiches gilt für die bei der Befragung eines Passanten anwesenden Kinder, zumal diese selbst nicht angesprochen werden und die Abbildung von Personen, die sich in der Öffentlichkeit bewegen, nicht unzulässig ist.<br />
  <strong></strong><br />
Der Beitrag kann vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Diskussion um die Migration von Armutsflüchtlingen sicherlich kritisiert werden. So wäre eine differenzierte Darstellung wünschenswert gewesen. Ein Verstoß gegen die medienrechtlichen Bestimmungen lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.<br />
  <strong></strong><br />
Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Erläuterungen weiterhelfen konnte. Abschließend möchte ich mich für Ihre Beschwerde bedanken, die zu einer kritischen Überprüfung des Beitrags Anlass gegeben hat.<br />
  <strong></strong><br />
Mit freundlichen Grüßen<br />
***<br />
Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein<br />
Bereich Programm und Medienkompetenz<br />
www.ma-hsh.de
</p></blockquote>
<p>Und die Antwort:</p>
<blockquote><p>
Sehr geehrt* ***,<br />
  <strong></strong><br />
vielen Dank für Ihre Antwort und die medienrechtliche Prüfung. Allerdings kann ich Ihre Argumentation in fast allen von mir monierten Punkten keineswegs nachvollziehen. Aber der Reihe nach.<br />
  <strong></strong><br />
Sie schreiben, dass sich ein &#8220;Angriff gegen die Menschenwürde der gezeigten Personen [...] den Formulierungen und Darstellungsweisen des Beitrags nicht entnehmen [lässt]. [...] Auch diskriminierende Darstellungen sind nicht erkennbar, da der Beitrag sachlich gehalten ist und keine herabwürdigenden Aussagen über die Volksgruppe der Roma enthält&#8221;.<br />
  <strong></strong><br />
Diese Einschätzung ist sehr erstaunlich, denn mit welchen Bildern und Praxen werden die als Roma markierten Menschen in dem Beitrag in Zusammenhang gebracht? Die Grundaussage des Beitrags ist doch eindeutig: Die Deutschen &#8212; als kollektives Wir &#8212; würden von &#8220;den&#8221; Roma bedroht, die das Sozialsystem systematisch ausnutzen und illegale Praxen (u.a. Untervermietung, Scheinselbständigkeit) ausüben. Wäre der Beitrag, wie Sie behaupten, sachlich gehalten, dann würden bspw. vielmehr die komplexen Ursachen beleuchtet, die hinter den im Beitrag gezeigten Phänomenen stehen. (Dafür wäre es wohl auch nicht notwendig, Listen von der Gewerbeauskunft einzublenden und in Wohnungen eindringen zu wollen.)<br />
  <strong></strong><br />
Dass das Erwähnen des Z-Wortes keine Diskriminierung sei, da es lediglich zweimal (da gebe ich Ihnen recht) vorkomme und &#8220;überwiegend neutrale Begriffe wie &#8216;Roma&#8217;, &#8216;Rumänen&#8217; u.ä. benutzt werden&#8221;, kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Jedes Erwähnen des Z-Wortes ist eine Diskriminierung!! Hinzuzufügen ist, dass neben &#8220;Roma&#8221; und &#8220;Rumänen&#8221; Begriffe wie &#8220;Clan&#8221;, &#8220;Treck der Armutsflüchtlinge&#8221; oder &#8220;Welle von Armutsflüchtlingen&#8221; fallen, die mit den gezeigten Menschen in einen Zusammenhang gestellt werden. Sind diese Wörter aus Ihrer Sicht sachliche Bezeichnungen? Wird hier nicht ein spezifisches Bild provoziert, dass die oben formulierte Grundaussage eines Bedrohungsszenarios unterstreicht?<br />
  <strong></strong><br />
Die Einblendung von Namen von der Gewerbeauskunft ist offensichtlich medienrechtlich zulässig. Auch das Ansprechen der sich weigernden Menschen sehen Sie nicht als Problem &#8212; mag medienrechtlich ebenfalls so sein. Allerdings übersehen Sie erstens, dass in einer Filmsequenz ein konkreter Name fällt &#8212; [0:40ff.]: ob XXX zu Hause sei (jedoch ohne Einblendung eines Gesichts) und dass Briefkästen mit deutlich zu lesenden Namen gefilmt werden [1:30ff.]. Darüber hinaus übersehen Sie, dass dies in einem *bestimmten* *Zusammenhang* geschieht, der wiederum mit der Grundaussage des Beitrags zusammenfällt. Dies u.a. genauer in dem Sinne, dass der Eindruck von etwas &#8220;Heimlichem&#8221;, &#8220;Verstecktem&#8221; entsteht &#8212; etwas &#8220;Illegalem&#8221;, &#8220;Konspirativem&#8221;.<br />
  <strong></strong><br />
M.E. abstrahieren Sie in Ihrer Beurteilung von der Grundaussage des Beitrags, die einer rassistischen Logik folgt, in dem zwischen &#8220;Wir&#8221; und &#8220;Ihnen&#8221; unterschieden wird und eine machtvolle Abwertung der als Roma markierten Menschen vollzogen wird. Sie nehmen sich lediglich einzelne Aspekte heraus, die medienrechtlich zulässig sind, sehen aber nicht den *Gesamtzusammenhang* und die *Dramaturgie des Beitrages.* Schließlich widersprechen Sie sich: Auf der einen Seite betonen Sie zweimal, dass der Beitrag sachlich gehalten sei. Zum Schluss schreiben Sie jedoch, dass &#8220;vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Diskussion um die Migration von Armutsflüchtlingen&#8221; eine &#8220;differenzierte Darstellung wünschenswert gewesen&#8221; wäre. Sachlichkeit und Differenzierung schließen sich in meinem Verständnis nun keineswegs aus,<br />
bedingen sich vielmehr &#8212; zumal im Journalismus.<br />
  <strong></strong><br />
Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Johannes Hykel und Hendrik Kraft
</p></blockquote>
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		<title>Streichung der Hilfe für EU-Bürger*innen</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 11:36:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gastbeitrag von Fritzi Ich bin Sozialarbeiterin und arbeite in einem Übergangswohnheim für obdachlose Männer. Unsere Hilfe richtet sich an Menschen mit mehreren sozialen Schwierigkeiten, die sie ohne fremde Hilfe nicht überwinden können (§67 SGB XII). Die Einrichtung bietet auch ambulante &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/04/10/streichung-der-hilfe-fuer-eu-buergerinnen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong><em>Gastbeitrag von Fritzi</em></strong></h3>
<p>Ich bin Sozialarbeiterin und arbeite in einem Übergangswohnheim für obdachlose Männer. Unsere Hilfe richtet sich an Menschen mit mehreren sozialen Schwierigkeiten, die sie ohne fremde Hilfe nicht überwinden können (<a href="http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/12/index.php?norm_ID=1206700">§67 SGB XII</a>). Die Einrichtung bietet auch ambulante Betreuung an, die sich an Menschen richtet, die Obdachlosigkeit nicht zu ihren sozialen Schwierigkeiten zählen. Zur Zeit betreue ich im ambulanten Bereich zwei junge Männer aus Großbritannien. Sie sind Brüder und an unsere Einrichtung gelangt, weil sie wegen Stromschulden Hilfe beim Bezirksamt gesucht haben. Die Sozialarbeiterin beim Bezirksamt (Abteilung Soziale Wohnhilfe) hat den Beiden ambulante Betreuung angeboten, weil sie während des persönlichen Gesprächs feststellte, dass die Stromschulden nur ein Symptom für mehrere Probleme sind. Zu Beginn meiner Hilfe stellten sich schnell die Ursachen der Schulden heraus und während des Hilfeverlaufs offenbarte sich zudem eine komplexe problembehaftete Biografie. Ich berichte nur das Noetigste aus der Vorgeschichte, damit die Lesenden sich ein wenig in die Situation einfuehlen können:</p>
<p>Der Vater ist nach Deutschland ausgewandert, als die Beiden sehr jung waren. Er hat ab und zu mal einen Brief geschickt. Ihre Mutter ist gestorben, als sie kurz vor Ende der Schule waren. Einen Tag nach der Beerdigung hat der Vater sie zu sich geholt. Dort wurden sie in der neuen Familie des Vaters untergebracht, ohne sich willkommen oder wohl zu fühlen. Im Prinzip kannten die Beiden den Vater, das Land, die Sprache nicht, und wollten gar nicht wirklich hier sein. Sie versuchten nach einiger Zeit wieder in England Fuß zu fassen, doch ohne soziale Unterstützung, weder aus einem Bekanntenkreis, noch vom Staat, wurde ihnen bald klar, dass sie in ihrer Heimat keine Perspektive haben. So entschieden sie sich zurück nach Deutschland zu kommen und noch einmal neu zu starten und wenigstens in der Nähe einer bekannten Person, ihrem Vater, zu sein.</p>
<p>Im Verlauf unserer Zusammenarbeit wurde ihnen einiges klar und sie haben angefangen ihre Lebenssituation zu ändern: Schuldenregulierung, Geldeinteilung, Suchtbearbeitung, Psychotherapie, intensive Arbeits- /Ausbildungssuche. Ich dachte die beiden sind auf einem guten Weg, bald wieder ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein weiter leben zu koennen. Dann kam ein Brief vom JobCenter: <a href="https://www.arbeitsagentur.de/nn_27908/zentraler-Content/HEGA-Internet/A07-Geldleistung/Dokument/GA-SGB-2-NR-08-2012-02-23.html">Es wurde beschlossen</a>, dass im ALGII-Leistungsbezug stehenden EU-Bürger*innen diese Leistungen gestrichen werden. Als Grundlage nimmt die Regierung Art.16 Buchstabe b des <a href="http://conventions.coe.int/Treaty/ger/Treaties/Html/014.htm">Europäischen Fürsorgeabkommens</a>, in dem steht, dass die Unterzeichnerstaaten des EFA Vorbehalte einlegen können: </p>
<blockquote><p>&#8220;Jeder Vertragschließende hat dem Generalsekretär des Europarates alle neuen Rechtsvorschriften mitzuteilen, die in Anhang I noch nicht aufgeführt sind. Gleichzeitig mit dieser Mitteilung kann der Vertragschließende Vorbehalte hinsichtlich der Anwendung dieser neuen Rechtsvorschriften auf die Staatsangehörigen der anderen Vertragschließenden machen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bisher fanden die in <a href="http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/02/index.php?norm_ID=0200700"> §7 SGB II</a> geregelten Auschlussgründe für ALG II-Antragsteller*innen keine Anwendung auf EU-Bürger*innen, aber mit diesem Vorbehalt nun tritt §7 SGB II für diese wieder in Kraft. In dem Brief vom JobCenter steht, dass die Leistungen vorläufig einbeahlten werden, bis zur endgültigen Entscheidung der Leistungsberechtigung, spaetestens in 2 Monaten und natürlich um eine Anhaeufung von Schulden „&#8230;in Ihrem Interesse&#8230;“ zu vermeiden. Dieser Brief kommt am 22.3.2012 &#8212; 8 Tage vor Monatsende.</p>
<p>Ein Widerspruch und persönlicher Besuch beim JobCenter ergibt, dass Leistungen für April doch noch angewiesen werden. Aber ab Mai nicht mehr, bis zur Entscheidung. Einen Monat Zeit sich darauf vorzubereiten, dass danach eventuell gar nichts mehr kommt. Womöglich werden sogar noch Leistungen zurückgefordert, immerhin sei der Vorbehalt der Bundesregierung am 19.12.2011 in Kraft getreten.</p>
<p>Meiner Meinung nach sind dies unzumutbare Härten und sollten so nicht durchführbar sein. Mal abgesehen von der existenziellen Not, die sich fuer die Klient*innen urplötzlich auftut, bedeutet diese Entscheidung für die sozialpädagogische Arbeit, eine Verantwortung zur Sicherung einer schon bestandenen Existenz übernehmen zu müssen, in deren  Konsequenz qualitatives Arbeiten unmöglich gemacht wird. Hinzu kommt noch, dass der Vorbehalt laut Senat auch für die sozialen Hilfen gem. SGB XII gilt: </p>
<blockquote><p>&#8220;Für die Leistungen nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch ist auch weiterhin nur ein Vorbehalt in Bezug auf die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten formuliert, der dazu führt, dass diese Leistungen nach entsprechender Prüfung gewährt werden können, jedoch kein Anspruch dafür auf der Grundlage des EFA besteht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das heißt für Soziale Einrichtungen, dass bestehende Betreuungsverhältnisse nach SGB XII auf der gleichen Grundlage des Vorbehalts von heute auf morgen durch die Bezirksämter abgebrochen werden können und somit Unionsbürger*innen in schon besonders schwierigen sozialen Lagen mit diesem existenziellen Problem allein gelassen werden. Die Referate und  Anwält*innen raten zum Antrag auf Eilverfahren vor Gericht, dass die Leistungen als einstweilige Verfuegung weiter angewiesen werden. </p>
<p>Aber was, wenn dieser Vorbehalt zum Gesetz wird und nicht nur meine Klienten, sondern auch viele andere seit Jahren in Deutschland lebende Unionsbürger*innen, die sich darauf verlassen mussten, dass Sozialleistungen gezahlt werden, ab Mai keine Miete mehr zahlen koennen, nicht mehr krankenversichert sind und sich und ihre Angehoerigen nicht mehr ernähren koennen? Ist das fair? Wird bei solchen Entscheidungen an gesellschaftliche Folgen gedacht, wie höhere Armut, Kriminalität, Obdachlosigkeit? Wird darueber nachgedacht, dass hier lebende Unionsbuerger*innen – wenn das das Ziel dieses Vorbehaltes der Bundesregierung sein soll – nicht von heut auf morgen in das Land, von dem sie zufaellig einen Pass haben, zurückkehren koennen? Meine Klienten haben nicht die finanziellen Mittel zurückzukehren, geschweige denn einen Platz zum Leben oder eine Perspektive. Und diese Entscheidung deutscher Sozialpolitik nimmt ihnen den letzten Rest einer Chance.</p>
<p>____________<br />
Siehe auch Interview mit Dorothee Frings: <a href="https://www.taz.de/Hartz-IV-fuer-Einwanderer-aus-der-EU/!89600/">„Gleichbehandlung ist Pflicht“</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wir sind gegen das Wort Z***&#8221;</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/29/wir-sind-gegen-das-wort-z/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 09:56:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[gefunden]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Harri Stojka]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Loidl]]></category>
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		<category><![CDATA[Sinti]]></category>

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		<description><![CDATA[Foto: Reinhard Loidl, aus Facebook-Auftritt von Harri Stojka, hier gepostet mit freundlicher Genehmigung von Valerie &#38; Harri Stojka. Hinweis: Nach dem berechtigten Hinweis vom Braunen Mob e.V., dass das Z-Wort von Betroffenen als verbale Gewalt erfahren werden kann, habe ich &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/29/wir-sind-gegen-das-wort-z/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=3316593906635&amp;set=p.3316593906635&amp;type=1&amp;theater"><img src="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2012/03/Reinhard-Loidl-Stojka-gegen-Wort-Z.jpg" alt="" width="2048" height="1387" class="aligncenter size-full wp-image-10813" /></a>
<p style="text-align: center"> Foto: Reinhard Loidl,<br />
aus <a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=3316593906635&amp;set=p.3316593906635&amp;type=1&amp;theater">Facebook-Auftritt von Harri Stojka</a>, hier gepostet mit freundlicher Genehmigung von Valerie &amp; Harri Stojka.</p>
<p><em>Hinweis: Nach dem <a href="https://twitter.com/#!/derbraunemob/status/185311055466074113">berechtigten Hinweis vom Braunen Mob e.V.</a>, dass das Z-Wort von Betroffenen als verbale Gewalt erfahren werden kann, habe ich es in der Überschrift unkenntlich gemacht und den entsprechenden Tweet gelöscht. Um ihre Ablehnung zu diesem Begriff zu zeigen, zitieren Betroffene selbst auf dem Foto den Begriff, was etwas anderes ist, als wenn ich diesen Begriff losgelöst von dem Foto verbreite.</em></p>
<p>_____________<br />
Weitere Infos:<br />
<a href="http://www.harristojka.com/">Homepage von Harri Stojka</a>,<br />
<a href="http://romani.uni-graz.at/rombase/cgi-bin/art.cgi?src=data/pers/stojkas.de.xml">ROMBASE Uni Graz über die Familie Stojka</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Antwort von Spiegel TV: &#8220;Ihre Kritik können wir in keiner Weise nachvollziehen&#8221;</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/14/antwort-von-spiegel-tv-ihre-kritik-koennen-wir-in-keiner-weise-nachvollziehen/</link>
		<comments>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/14/antwort-von-spiegel-tv-ihre-kritik-koennen-wir-in-keiner-weise-nachvollziehen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2012 11:25:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[mediawatch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Hendrik Vöhringer]]></category>
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		<description><![CDATA[Der zuständige Redakteur Hendrik Vöhringer von Spiegel TV hat sich auf meine letzte Bitte um Stellungnahme gemeldet. Soviel vorweg: Er geht leider nicht auf meine Punkte, sondern nur auf den Offenen Brief der FFM ein. Warum, weiß ich erstmal nicht. &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/14/antwort-von-spiegel-tv-ihre-kritik-koennen-wir-in-keiner-weise-nachvollziehen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der zuständige Redakteur Hendrik Vöhringer von Spiegel TV hat sich auf meine letzte <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/09/das-schweigen-der-spiegel-tv-redaktion/">Bitte um Stellungnahme</a> gemeldet. Soviel vorweg: Er geht leider nicht auf <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/09/16/rassismus-und-datenschutzverstoesse-bei-spiegel-tv/">meine Punkte</a>, sondern nur auf den <a href="http://www.ffm-berlin.de/offenerbrief_spiegel.pdf">Offenen Brief der FFM</a> ein. Warum, weiß ich erstmal nicht. Ich hab meine Bitte um Stellungnahme nochmal erneut geschrieben (unten), zunächst hier aber die ganze Antwort von Herrn Vöhringer:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Kraft,<br />
vielen Dank erst mal für Ihr Interesse an der Sendung. Gleichzeitig bitte ich die Verzögerung bei der Beantwortung Ihres Schreibens zu entschuldigen. Gerne hole ich das hiermit nach.<br />
  <strong></strong><br />
Ihre Kritik an dem Beitrag können wir in keiner Weise nachvollziehen,  Ihre Vorwürfe einer einseitigen Berichterstattung weisen wir entschieden zurück. Uns geht es um die Beschreibung von sozialen, politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Missständen. Die Herkunft oder Nationalität von Personen spielen für uns keine Rolle. Wir lassen uns von Rudolf Augstein leiten: &#8220;Sagen, was ist.&#8221;<br />
  <strong></strong><br />
Konkret zu dem Filmbeitrag: Finden Sie es nicht auch seltsam, wie übrigens auch das Neuköllner Gewerbeamt in Berlin, dass allein in der Harzerstrasse über 90 Gewerbeanmeldungen vorliegen? Wie Sie dem Beitrag entnehmen können, ist es uns sehr schwer gefallen, die angeblich selbstständigen Unternehmer ausfindig zu machen. Wenn jemand ein Gewerbe anmeldet, dann kann man doch davon ausgehen, dass er/sie auch Arbeit/Aufträge finden will. Wie soll das aber gehen, wenn keiner Werbung macht? Wenn teilweise die Meldeadressen nicht stimmen?<br />
  <strong></strong><br />
Weiter möchten wir darauf hinweisen, dass die Gewerbedatenbank in Berlin für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist. Es handelt sich hier also keineswegs um geheime Daten. Hier der dazu passende Link: https://www.berlin.de/gewerbeauskunft/eauskunft/ega?op=su<br />
     <strong></strong><br />
Außerdem möchten wir Sie darauf hinweisen, dass in dem Beitrag die Begriffe &#8220;Illegale&#8221;, &#8220;Scheinselbstständige&#8221; und &#8220;Sozialschmarotzer&#8221; (wie von Ihnen behauptet) nicht vorkommen. Dass wir mit unserer Berichterstattung &#8220;Pogrome auf Roma&#8221; begünstigen würden, glauben Sie doch selbst nicht. Gerne verweisen wir auch auf die  Beurteilung des Deutschen Presserates auf eine Beschwerde vom 28.9.2011. Hier heißt es unter anderem: &#8220;Einen Verstoß gegen die Menschenwürde können wir nicht erkennen, da die dargestellten Personen nicht herabgewürdigt oder in irgendeiner Form verächtlich dargestellt werden.&#8221; Weiter heißt es: &#8220;Diskriminierend ist der Beitrag nach unserer Auffassung ebenfalls nicht. Das Aufzeigen von Problemen gehört zu den ureigensten Aufgaben des Journalismus. (&#8230;) Unserer Auffassung nach wird an keiner Stelle in dem Video die Ethnie an sich diskriminierend dargestellt oder in den Vordergrund gerückt.&#8221; (Quelle: Deutscher Presserat vom 13.1.2012)<br />
   <strong></strong><br />
Wir haben schon mehrere Beiträge über die Situation der Minderheiten in Rumänien erstellt. Über das Elend, über die Not in diesem Land. Und auch über die Diskriminierung. Im Anhang haben wir Ihnen weitere Beispiele<br />
unserer journalistischen Arbeit angefügt.<br />
   <strong></strong><br />
Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Anhang:</p>
<p>http://www.spiegel.de/video/video-1146038.html</p>
<p>http://www.spiegel.de/video/video-1040327.html</p>
<p>http://www.spiegel.de/video/video-1080433.html</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br />
Hendrik Vöhringer</p>
<p>SPIEGEL TV GmbH</p></blockquote>
<p>Meine Antwort:</p>
<p>Sehr geehrter Herr Vöhringer,</p>
<p>danke für Ihre Antwort. Leider bezieht die sich auf den Offenen Brief der “Forschungsgesellschaft Flucht und Migration e.V.”, wie mir Ihre Zitate zeigen. Auf meine Kritikpunkte gehen Sie jedenfalls nicht ein, vielleicht verwechseln Sie die beiden Briefe. Um Ihnen das erneute Nachlesen zu ersparen, fasse ich meine drei Kernpunkte mit wiederholter Bitte um Ihre Stellungnahme zusammen und gehe bei der Gelegenheit auch auf Ihr Schreiben ein:</p>
<p>1.<br />
Die Liste vom Gewerbeamt ist öffentlich, Gewerbe werden gewöhnlich beworben, da gebe ich Ihnen Recht. Sicherlich sind die Daten nicht geheim, aber angesichts der Stimmung und der Perspektive, die Sie in Ihrem Beitragstitel “Von Bukarest in den deutschen Sozialstaat: Klein-Rumänien in der Harzerstraße” bereits vorgeben, geschieht das ungeschwärzte Einblenden der Adressliste ja in einem bestimmten Kontext. Ihre Überschrift mit den Signalworten “Bukarest” und “Rumänien” widerspricht augenscheinlich Ihrer Aussage in der Mail “Die Herkunft oder Nationalität von Personen spielen für uns keine Rolle”. Für die Logik Ihres Beitrags ist es eben wesentlich, den “deutschen Sozialstaat” auf der einen und die rumänischen Einwander*innen auf der anderen Seite als Gegensatzpaar zu konstruieren. Und in diesem Zusammenhang ist das Einblenden der ungeschwärzten Liste mit Adressen dieser Einwander*innen kein neutrales Abbilden, sondern hoch problematisch. Warum haben Sie die Namen nicht geschwärzt oder einfach auf die Quelle im Internet verwiesen?</p>
<p>2.<br />
Damit bin ich bei Ihrem Zitat von Augsteins Worten “Sagen, was ist.” Ich interpretiere diese als Bekenntnis zu intensiver journalistischer Recherche für Beiträge mit (neuem) Informationsgehalt. Dazu zähle ich nicht Ihr in dem Beitrag gezeigtes Filmen rumänischer Einwander*innen, die ganz klar erkennbar signalisieren, nicht gefilmt werden zu wollen (auch nicht, wenn ihre Adressen als Gewerbe gemeldet sind). Warum haben Sie für die Sendung nicht wenigstens die Gesichter dieser Menschen, darunter Minderjährige, unkenntlich gemacht?</p>
<p>3.<br />
Über die Menschen, die Sie mit der Adressliste bei laufender Kamera suchen, heißt es gleich zu Beginn aus dem Off, die meisten seien Roma, die sich selbst “ț***”, “Z***” nennen. Sodann ist in Ihrem gesamten Beitrag mit Blick auf die gefilmten Menschen ausschließlich von “Z***” die Rede — das heißt Sie nehmen die rumänische Bezeichnung einiger Individuen untereinander als Grundlage für den undifferenzierten deutschen Begriff “Z***” und nutzen diesen, als sei er völlig neutral. Ist Ihnen bewusst, dass die Benutzung des N-Worts unter Schwarzen nicht bedeutet, dass diese und andere Menschen im deutschen Fernsehen mit dem N-Wort bezeichnet werden wollen? Können Sie sich vorstellen, dass Menschen, die sich untereinander “țigani” nennen, von Ihnen im deutschen Fernsehen nicht mit dem deutschen Wort “Z***” bezeichnet werden wollen?</p>
<p>Die von Ihnen angeführten Zitate des Presserats (dessen Arbeit wichtig und wertvoll ist) beantworten im konkreten Fall keine meiner Fragen. Darum bitte ich Sie erneut darum.</p>
<p>Übrigens, ist Ihnen bekannt, dass ‘Pro Deutschland’ für einen tausendfach in Berlin verteilten Flyer einen Screenshot Ihres besagten Beitrags unter der Überschrift ‘Spiegel TV schlägt “Z***alarm”‘ verwendet — und dass auf diesem Flyer ein Mann zu sehen ist, der von Ihnen gegen seinen Willen gefilmt wurde?</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen<br />
Hendrik Kraft.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Das Jobcenter und die Berliner Sozialwohnung. Oder: Der unerlaubte Umzug</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Mar 2012 15:24:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ALGII]]></category>
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		<description><![CDATA[Zu dieser Meldung: Günstige Wohnungen werden nach einer Studie innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings knapper. In Innenstadtbezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte sowie in Tempelhof-Schöneberg wuchsen die Angebotsmieten 2011 mit zweistelligen Raten, wie der Wohnmarktreport des Immobilienunternehmens GSW ergab. (Quelle: dpa via &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/10/das-jobcenter-und-die-berliner-sozialwohnung-oder-der-unerlaubte-umzug/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu dieser Meldung: </p>
<blockquote><p>Günstige Wohnungen werden nach einer Studie innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings knapper. In Innenstadtbezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte sowie in Tempelhof-Schöneberg wuchsen die Angebotsmieten 2011 mit zweistelligen Raten, wie der Wohnmarktreport des Immobilienunternehmens GSW ergab. (Quelle: <a href="https://www.berlin.de/special/immobilien-und-wohnen/nachrichten/2384676-2340281-guenstige-wohnungen-in-der-berliner-inne.html">dpa via berlin.de</a>)</p></blockquote>
<p>eine Gesprächssituation, die sich jüngst wie folgt ereignete:</p>
<p><em>Zeit: März, wochentags 8:20/ Ort: Empfangs-Schalter (für Menschen, die bereits ALG II beziehen) eines Berliner &#8220;Jobcenters&#8221; in einem relativ zentral gelegenen Stadtteil (innerhalb des S-Bahn-Rings). Personen: 3 Jobcenter-Mitarbeiter*innen hinter dem Epfangsschalter, 2-3 ihnen gegenüberstehende und 4-5 anstehende Menschen mit Anliegen. </em></p>
<p>Eine (sichtlich) schwangere Frau und ihr männlicher Begleiter betreten den Raum, zeitglich betritt ein männlicher Security-Mitarbeiter durch eine separate Tür hinter dem Schalter den Raum und blickt auf das Paar (vielleicht weil alle anderen Menschen mit Anliegen einzeln in dem Raum sind und das Paar in seiner Paar-Konstellation auffällt?) Das Paar wartet in der Schlange, die Anliegen der am Schalter Stehenden sind für alle unvermeidbar deutlich zu hören. Zum Beispiel geht es um auszufüllende Anträge oder um Kontoauszüge, die ein Mann nicht vorlegen kann, weil er kein Konto hat. Nach 5 Minuten Warten und Zuhören begibt sich das Paar dem Aufruf &#8220;Nächste bitte&#8221; folgend an den Thresen zur mittleren Empfangs-Mitarbeiterin. Der Security-Mann im Hintergrund hat alles im Blick. Die Atmosphäre ist beklemmend.</p>
<p><strong>Schwangere Frau:</strong> &#8220;Guten Tag, ich will aus meiner WG (<em>Anm.: innerhalb des S-Bahn-Rings</em>) ausziehen und mit meinem Partner zusammenziehen, weil wir ein Kind erwarten. Weil ich ALGII beziehe hätte ich gern ein Gespräch über die Konditionen der Wohnung und des Umzugs usw.&#8221;<br />
<strong>Empfangs-Mitarbeiterin:</strong> &#8220;Wie viele Personen sollen dort wohnen? Haben Sie schon ein Angebot?&#8221;<br />
<strong>Schwangere Frau:</strong> &#8220;Zu dritt. Ein Angebot (<em>Anm.: außerhalb des S-Bahn-Rings</em>) haben wir bereits.&#8221;<br />
<strong>Empfangs-Mitarbeiterin:</strong> &#8220;Gut dann füllen Sie bitte diesen Antrag auf Wohnungswechsel aus und lesen sich <a href="https://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/sicherung/umsetzung_sgb_ii/flyer.pdf">das Merkblatt</a> dazu durch&#8221; (<em>Die Mitarbeiterin reicht zwei beidseitig bedruckte A4-Blätter</em>).<br />
<strong>Schwangere Frau:</strong> &#8220;Können wir für die Konditionen der Wohnung und Details zum Umzug einen Gesprächstermin erhalten?&#8221;<br />
<strong>Empfangs-Mitarbeiterin:</strong> &#8220;Nein brauchen Sie nicht. Die Konditionen stehen auf dem Merkblatt. Für drei Personen darf die Warmmiete 542€ nicht übersteigen.&#8221;<br />
<strong>Schwangere Frau:</strong> &#8220;Oh, unser Angebot liegt drüber, dann zahlen wir die Differenz selbst?&#8221;<br />
<strong>Empfangs-Mitarbeiterin:</strong> &#8220;Nein. Sobald die Miete einen Euro über unserer Vorgabe ist, wird der Umzug gar nicht genehmigt und Sie erhalten gar keine Wohnkosten mehr.&#8221;<br />
<strong>Partner der schwangeren Frau:</strong> &#8220;Was? Das ALGII wird dann gekürzt?&#8221;<br />
<strong>Empfangs-Mitarbeiterin:</strong> &#8220;Der Wohnkostenabschlag wird dann gestrichen. Wenn Sie Glück haben könnte sein, dass der bisherige Abschlag weiter bezahlt wird.&#8221;<br />
<strong>Schwangere Frau:</strong> &#8220;&#8230; von meinem WG-Zimmer.&#8221;<br />
<strong>Partner der schwangeren Frau:</strong> &#8220;Wir haben lange gesucht und das ist mit die billigste Wohnung, die wir finden konnten. Was, wenn&#8217;s keine Wohnungen nach Ihren Vorgaben gibt?&#8221;<br />
<strong>Empfangs-Mitarbeiterin: </strong>&#8220;Gibt es. Glauben Sie mir.&#8221;<br />
<strong>Schwangere Frau:</strong> &#8220;Dieses Angebot ist sogar eine Sozialwohnung, die wir nur mit unserem <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Wohnberechtigungsschein">Wohnberechtigungsschein</a> bekommen. Das ist ein Mietpreis vom sozialen Wohnungsbau.&#8221;<br />
<strong>Empfangs-Mitarbeiterin:</strong> &#8220;Dann sagen Sie dem Vermieter, er soll die Miete senken. Wir können nichts dafür.&#8221; </p>
<p>Inzwischen haben die anderen Empfangs-Mitarbeiter*innen bereits mehrfach zu dem Gespräch zwischen dem Paar und der mittleren Mitarbeiterin geschaut. Der Security-Mann, hinter den Mitarbeiter*innen mal langsam laufend, mal stehend, hat auch alles im Blick. Das Paar bedankt sich, wünscht einen schönen Tag, die Grüße werden erwidert. Das Paar verlässt den Raum, die zwei A4-Blätter in der Hand. Zeitgleich verlässt auch der Security-Mann den Raum durch seine separate Tür hinter den Empfangs-Mitarbeiter*innen. </p>
<p>Nicht nur innerhalb des S-Bahn-Rings gibt es hohe Mieten in Berlin, sondern die Miete einer Berliner Sozialwohnung außerhalb des S-Bahn-Rings übersteigt in dem konkreten Fall die vom Jobcenter anberaumte Übernahme-Obergrenze. Den Interessierten, die diese WBS-Wohnung trotzdem anmieten wollen und die Differenz selbst übernehmen würden, wird vom Jobcenter der Umzug in diese Wohnung verweigert. Dabei ist die Bedingung für diese Wohnung ein 3-Zimmer-WBS, das heißt diese Wohnung ist für einkommensschwache 3-Personenhaushalte gesetzlich reserviert. Nur was nutzen einer einkommensschwachen Familie Sozialwohnungen, wenn das Jobcenter die Kostenübernahme für diese Sozialwohnungen verweigert?</p>
<p>____________<br />
<del datetime="2012-03-13T13:33:09+00:00">Auch im Hauptstadblog wird mein Beitrag</del> Im Hauptstadtblog wird der Beitrag ziemlich heiß <a href="http://www.hauptstadtblog.de/2012/03/10/jobcenter-wohnalltag-sozialwohnun/">diskutiert</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Schweigen der Spiegel-TV-Redaktion</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/09/das-schweigen-der-spiegel-tv-redaktion/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Mar 2012 11:28:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[mediawatch]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Hendrik Vöhringer]]></category>
		<category><![CDATA[Malte Schindler]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Neukölln]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Roma]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit meiner Kritik an dem Beitrag von Spiegel TV sind vier Monate vergangen. Das andauernde Schweigen der Spiegel-TV-Redaktion beantworte ich mit einem weiteren Versuch: Sehr geehrter Herr Vöhringer, sehr geehrter Herr Schindler, Anfang November 2011 teilte mir Frau Bote aus &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/09/das-schweigen-der-spiegel-tv-redaktion/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit meiner <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/09/16/rassismus-und-datenschutzverstoesse-bei-spiegel-tv/">Kritik an dem Beitrag von Spiegel TV</a> sind vier Monate vergangen. Das andauernde Schweigen der Spiegel-TV-Redaktion beantworte ich mit einem weiteren Versuch:</p>
<p>Sehr geehrter Herr Vöhringer, sehr geehrter Herr Schindler,</p>
<p>Anfang November 2011 teilte mir Frau Bote aus Ihrer Redaktion mit, Ihnen meine Kritik an Ihrem Beitrag &#8220;Klein-Rumänien in der Harzerstraße&#8221; mit Bitte um Beantwortung weitergeleitet zu haben. Seit vier Monaten warte ich auf Ihre Antwort. Für den betreffenden Beitrag haben Sie mehrere Menschen gegen deren offensichtlichen Willen gefilmt, deren Gesichter, darunter von Minderjährigen, öffentlich ausgestrahlt und eine Liste sensibler privater Daten von Menschen ungeschwärzt eingeblendet. Warum beziehen Sie nicht Stellung zu dieser, Ihrer, journalistischen Praxis?</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen<br />
Hendrik Kraft</p>
<p>____________________<br />
Siehe auch:</p>
<ul>
&gt; <a href="http://www.ffm-berlin.de/offenerbrief_spiegel.pdf">Offener Brief der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration e.V. vom 3.11.2011 an Spiegel TV (pdf)</a>,<br />
&gt; Text im Portal &#8220;Mut gegen rechte Gewalt&#8221; vom 21.12.2011: <a href="http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/reportagen/spiegel-antiziganistischer-vorurteile-2011-12">&#8220;Spiegel antiziganistischer Vorurteile&#8221;</a></ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Voices of Romani Women</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/08/voices-of-romani-women/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 23:23:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[gefunden]]></category>
		<category><![CDATA[Roma]]></category>
		<category><![CDATA[Romani Women]]></category>
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		<category><![CDATA[Romni]]></category>

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		<description><![CDATA[A small collection of Women&#8217;s Voices from the RomaWoman campaign: Petra Gelbart: Alina Șerban: Szilvia Lakatos: Agnes Osztolykan: Katerina Bebe: Janie Codona:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>A small collection of Women&#8217;s Voices from the <a href="http://www.romawoman.org/">RomaWoman</a> campaign:</p>
<h3>Petra Gelbart:</h3>
<p><iframe width="567" height="319" src="http://www.youtube.com/embed/GOZBMgcblUA?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Alina Șerban:</h3>
<p><iframe width="567" height="319" src="http://www.youtube.com/embed/q8D61D48clQ?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Szilvia Lakatos:</h3>
<p><iframe width="567" height="319" src="http://www.youtube.com/embed/I3lSJnVDplY?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Agnes Osztolykan:</h3>
<p><iframe width="567" height="319" src="http://www.youtube.com/embed/oWXSDCoFabo?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Katerina Bebe:</h3>
<p><iframe width="567" height="319" src="http://www.youtube.com/embed/RAvRqvh9pc0?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Janie Codona:</h3>
<p><iframe width="567" height="319" src="http://www.youtube.com/embed/vwrHIWS4qe0?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Demo in Neukölln &#8212; für Solidarität mit Roma und gegen Rassismus</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/05/demo-in-neukoelln-fuer-solidaritaet-mit-roma-und-gegen-rassismus/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 15:56:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[berichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiegel TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzten Samstag bewegte sich bei schönem Frühlings-Vorgeschmack-Wetter die Demo gegen Rassismus durch Berlin Neukölln. Wesentlicher Auslöser für die Demo waren Flyer, die der Berliner Ableger von &#8220;Pro-Deutschland&#8221; in den letzten Tagen in Neuköllner Hausbriefkästen warf. Darin hieß es u.a., Roma &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/05/demo-in-neukoelln-fuer-solidaritaet-mit-roma-und-gegen-rassismus/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzten Samstag bewegte sich bei schönem Frühlings-Vorgeschmack-Wetter die <a href="http://www.amarodrom.de/solidarit%C3%A4t-mit-roma-demo-gegen-antiziganismus-berlin-neuk%C3%B6lln">Demo gegen Rassismus</a> durch Berlin Neukölln. Wesentlicher Auslöser für die Demo waren Flyer, die der Berliner Ableger von &#8220;Pro-Deutschland&#8221; in den letzten Tagen in Neuköllner Hausbriefkästen warf. Darin hieß es u.a., Roma würden &#8220;mehrheitlich nicht arbeiten und von unseren Steuergeldern leben&#8221;. Als Quelle für diese Behauptung nannte &#8220;Pro Berlin&#8221; den <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/09/16/rassismus-und-datenschutzverstoesse-bei-spiegel-tv/">tendenziösen Spiegel-TV-Bericht</a> von 2011 und betitelte den Flyer: &#8220;Spiegel TV schlägt „Z***alarm“.&#8221; </p>
<p><a href="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2012/03/nein-zu-rassismus.jpg"><img src="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2012/03/nein-zu-rassismus.jpg" class="aligncenter size-full wp-image-10266" /></a></p>
<p>Um ein Zeichen zu setzen gegen den in Deutschland sichtbar erstarkenden Rassismus gegenüber Roma, der von den Mainstream-Medien bzw. der &#8220;Mitte&#8221; der Gesellschaft nahtlos zum rechten Rand reicht, sind ca. 500 Menschen (erwartet waren 300) durch Neuköllns Norden demonstriert. Redebeiträge gab es von unterschiedlichen Vereinen und Bündnissen (würde die gern hier verlinken, für Skripte bin ich dankbar). </p>
<p><a href="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2012/03/nein-zu-rassismus-2.jpg"><img src="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2012/03/nein-zu-rassismus-2.jpg" class="aligncenter size-full wp-image-10267" /></a></p>
<p>Unterwegs reihten sich viele Menschen in den Zug ein, um sich mit lauter Musik und dem Motto &#8220;Willkommen in Neukölln &#8212; willkommen zu Hause!&#8221; auf Romanes, Rumänisch und Deutsch bemerkbar zu machen. Tanzend fand die Demo in der Dämmerung ihren Ausklang.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wir wollen nicht nur lächelnde Moderatoren sein&#8221;</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/02/01/wir-wollen-nicht-nur-laechelnde-moderatoren-sein/</link>
		<comments>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/02/01/wir-wollen-nicht-nur-laechelnde-moderatoren-sein/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 13:56:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[gefunden]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Integrationsgipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sheila Mysorekar]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Braunen Mob bin ich auf die Rede der deutschen Journalistin Sheila Mysorekar gestoßen, die sie beim &#8220;Integrationsgipfel&#8221; im Bundeskanzleramt als Vorsitzende der Neuen deutschen Mediemnacher hielt. Das sind zwei sehr lesenswerte Seiten. [...] Die Neuen Deutschen Medienmacher sind Journalisten &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/02/01/wir-wollen-nicht-nur-laechelnde-moderatoren-sein/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Braunen Mob bin ich auf die Rede der deutschen Journalistin Sheila Mysorekar <a href="http://blog.derbraunemob.info/2012/02/01/rede-von-sheila-mysorekar-nachhilfe-fur-die-bundeskanzlerin-integrationsgipfel/">gestoßen</a>, die sie beim &#8220;Integrationsgipfel&#8221; im Bundeskanzleramt als Vorsitzende der <a href="http://neuemedienmacher.de/">Neuen deutschen Mediemnacher</a> hielt. Das sind zwei sehr lesenswerte Seiten. </p>
<blockquote><p>
[...]<br />
Die Neuen Deutschen Medienmacher sind Journalisten und Journalistinnen mit Migrationshintergrund. Wir setzen uns dafür ein, dass mehr Migranten, schwarze Deutsche, Bindestrich-Bürger jeder Art in den Medien vertreten sind – vor und hinter der Kamera. Ein Ranga Yogeshwar, eine Dunja Hayali reichen nicht. Wir wollen nicht nur lächelnde Moderatoren sein, sondern Reporter, Redakteurinnen und Entscheider auf der Chefetage. Wir wollen Themen setzen und Blickwinkel verändern.</p>
<p>Es geht dabei auch um Diskurshoheit. Damit nicht – wie im Fall Sarrazin –<br />
Rassismus medial als Tabubruch inszeniert wird, selbst in seriösen Medien wie dem<br />
‚Spiegelʼ und der ‚Zeitʼ. Oder damit nicht – wie im Falle der Neonazi-Mordserie – den Opfern lange Zeit auch von den Medien unterstellt wird, sie hätten durch kriminelle Machenschaften ihre Ermordung selbst verschuldet.</p>
<p>Wir wollen, dass die Medien die Dinge beim Namen nennen: Nicht ‚Fremdenfeindlichkeitʼ schreiben oder ‚Ausländerfeindlichkeitʼ – wir sind ja keine Ausländer, sondern Deutsche, und fremd sind wir schon gar nicht. Das heißt, es geht um Rassismus, nicht um Konflikte zwischen ach so fremden Kulturen. Und das Wort ‚Rassismusʼ kommt in der deutschen Presse äußerst selten vor.<br />
[...]</p></blockquote>
<p><a href="http://blog.derbraunemob.info/wp-content/uploads/2012/02/Rede_Integrationsgipfel_2012.pdf">Ganzer Text als pdf</a>.</p>
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		<title>DiePresse.com, ein deutscher Schriftsteller und die &#8220;Z***&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 16:24:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Rehabilitation des Begriffs &#8220;Z***&#8221; in der deutschen Sprache scheint in vollem Gange. Der in Deutschland auch als Schimpfwort verbreitete Terminus wurde im September 2011 mal eben von Spiegel-TV-Reportern zum journalistischen Arbeitsbegriff erhoben, und zwar mit der Begründung, rumänische Roma &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/01/19/diepresse-com-ein-deutscher-schriftsteller-und-die-z/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rehabilitation des Begriffs &#8220;Z***&#8221; in der deutschen Sprache scheint in vollem Gange. Der in Deutschland auch als Schimpfwort verbreitete Terminus wurde im September 2011 mal eben von <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/09/16/rassismus-und-datenschutzverstoesse-bei-spiegel-tv/">Spiegel-TV-Reportern zum journalistischen Arbeitsbegriff</a> erhoben, und zwar mit der Begründung, rumänische Roma nannten sich ja &#8220;țigani&#8221; untereinander. Im österreichischen online-Portal DiePresse.com heißt es seit 12.01.2012: </p>
<blockquote><p><a href="http://diepresse.com/home/meinung/marginalien/723416/Das-Wort-Rom-beleidigt-mich-nenn-mich-Zigeuner">„Das Wort Rom beleidigt mich, nenn mich [Z***]!“</a> &#8211; Ein deutscher Schriftsteller hat auf dem Balkan recherchiert und meint nun: Das Wort „Z***“ ist zu Unrecht verpönt.</p></blockquote>
<p>Das Problem an dem Artikel: Die Diskussion, die bereits seit Jahren in Rumänien zu dem Thema existiert, wird einfach ignoriert, und damit auch die Kritik an der in dem Presse-Artikel formulierten Position. Seit Tagen tippe ich immer wieder folgenden Kommentar unter den Artikel bei DiePresse.com:</p>
<blockquote><p>Sehe ich es richtig, es geht darum &#8220;Wir, die Nicht-Roma sollen wieder [Z***] sagen dürfen&#8221;? Aufhänger ist, was ein &#8220;deutscher Schriftsteller&#8221; von seiner &#8220;Balkanreise&#8221; mitbringt. Und die (lange währende, alte) Debatte innerhalb Rumäniens wird damit einfach weggewischt? Hier mal die Gegensicht aus Rumänien (kein_e deutsche_r Schriftsteller_in) von Delia Grigore: &#8220;Warum rrom und nicht tigan&#8221; (<a href="http://www.romanothan.ro/item/62-de-ce-rrom-si-nu-tigan.html">De ce rrom si nu tigan</a>). Sie erläutert die Geschichte und Bedeutungen beider Begriffe und führt aus, dass viele Sprecher_innen des Romanes eher zu &#8220;Roma&#8221; tendieren, weil es im Romanes das Wort &#8220;tigani&#8221; nicht gibt. &#8220;Tigani&#8221; ist aus der Sprache der Nicht-Roma und in Rumänien verbunden mit den Wortbedeutungen &#8220;Sklaven&#8221;, &#8220;Leibeigene&#8221;. Warum fehlen solche kritischen Bezüge, die immerhin die Debatte vor Ort widerspiegeln, warum ist der Aufhänger, was deutsche in Rumänien &#8220;recherchieren&#8221;?</p></blockquote>
<p>Mein Kommentar ist nach 6-maligem Eintippen über mehrere Tage verteilt bis heute nicht <a href="http://diepresse.com/home/meinung/marginalien/723416/Das-Wort-Rom-beleidigt-mich-nenn-mich-Zigeuner">unter dem Artikel</a> erschienen. Meine <a href="https://twitter.com/#!/sibiuaner/status/158609653691981824">Nachfrage via twitter</a> und eine andere per e-Mail blieben unbeantwortet. Ich weiß nicht so recht warum. </p>
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		<title>Dürfen Deutsche ungeschminkt Juden spielen?</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/01/13/duerfen-deutsche-ungeschminkt-juden-spielen/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 12:58:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So, nochmal Schlosspark-Theater. In Beiträgen pro Blackface wird die Diskussion oft auf die Frage runtergebrochen „Wenn Deutsche nun nicht mehr Schwarze spielen dürfen, können sie dann auch nicht mehr xyz spielen?“ (Hallervorden selbst fragt: &#8220;Darf Hallervorden einen Juden spielen, obwohl &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/01/13/duerfen-deutsche-ungeschminkt-juden-spielen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, nochmal Schlosspark-Theater. In Beiträgen pro Blackface wird die Diskussion oft auf die Frage runtergebrochen „Wenn Deutsche nun nicht mehr Schwarze spielen dürfen, können sie dann auch nicht mehr xyz spielen?“ (<a href="https://www.taz.de/Rassismusvorwurf-an-Berliner-Theater/!85507/">Hallervorden selbst fragt</a>: &#8220;Darf Hallervorden einen Juden spielen, obwohl er kein Jude ist?&#8221;)</p>
<p>1. Die Frage ist scheinheilig, denn die Praxis hat bereits geantwortet: Deutsche dürfen alles. Die Blackface-Aufführung findet problemlos statt, mit breiter Rückendeckung von Theatern und deutschen Medien. Die Norm („dürfen“, „sollen“, „können“) steht gar nicht infrage, sondern ist solide verankert: Ja, in Deutschland wird Schwarzsein mit <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Blackface">Blackface</a> auf die Bühne gebracht. So what? It&#8217;s Deutschland!</p>
<p>2. Soll die Diskussion suggerieren, Schwarzsein und Deutschsein oder Jüdischsein und Deutschsein seien Gegensätze? Schließt Deutschsein denn Schwarzsein oder Jüdischsein aus? Ich dachte, die Zeiten sind vorbei. Wie war das nochmal mit den neuerdings rassismuskritischen Medien? </p>
<p>3. Die Frage lenkt vom Problem ab, denn die Kritik bezieht sich gar nicht aufs „Spielen“, sondern auf die Bemalung. Die rassistische Handlung ist nicht, dass x eine_n y spielt, sondern woran primäre, in diesem Fall als gruppen-/ ethno-/ rassetypisch konstruierte, Merkmale einer Figur für das Publikum sichtbar festgemacht werden. (Und was dadurch überhaupt an primären Merkmalen [re]konstruiert wird.) Wenn es nur ums Spielen ginge, bräuchte es keine (wohlgemerkt „Haut“!-)Farbe. Deutsche sollen spielen was sie wollen, aber die Bemalung eines weißen Schauspielers, also die Rassifizierung einer Figur über das Merkmal &#8220;Farbe&#8221; aus der weißen Perspektive ist das Problem. Deutsche weiße können auch Juden spielen, aber wenn sie sich dafür mit einer speziellen Nase maskieren wollten, dann wäre das auch rassistisch. </p>
<p>„Farben“, Nasengrößen, Schädelformen o.ä. sind ja wohl unbestritten Kriterien zur rassistischen Einteilung von Menschen. Und zwar nicht nur theoretisch, sondern ganz konkret in Deutschland (huch) und nicht nur mehr historisch. Und diese unsägliche Debatte konstruiert zusätzlich nebenbei Deutschsein=Weißsein und Schwarzsein=Schminke auf weißem? Warum werden nochmal Menschen in Deutschland gejagt und ermordet? Achso, wegen ihres Aussehens. Das ist ja nur &#8220;Farbe&#8221;, hab ich im Theater gesehen, die kannst du dir abwaschen! Oh, leider nur als weißer. </p>
<p>Diese Schminke rekonstruiert (im doppelten Sinne, praktisch und abstrakt) ein rassistisches Kriterium. Der Vorgang des Schminkens suggeriert, Schwarzsein sei eine Frage von 30 Minuten Schminkprozess. Hunderte Jahre Sklaverei, Unterdrückung, Kolonisation und gegenwärtige Rassismuserfahrung kann ich mir einfach ins Gesicht schminken. Weil ichs kann. Ich bin weiß. Vielen Dank für den Applaus. </p>
<p>Schwarze wissen bereits, was weiße mit ihrem Recht, ihrer Freiheit, ihren Privilegien alles &#8220;können&#8221;. In der Haltung „Diskussion egal, Schwarzsein ist nur Schminke“ steckt keine neue Errungenschaft, sondern ein historisches Privileg. Glückwunsch.</p>
<p>Es geht nicht darum, ob etwas rassistisch ist. Es geht darum, wie ich damit umgehe, wenn mich jemand darauf hinweist, dass in meiner Handlung Rassismus sichtbar wird. Es ist gar keine Frage, ob Deutsche Juden, Muslime, PoC (People of Colour) spielen „dürfen“. Sie können es sogar sein! Aber wer sich eine Nase aufsetzt, um Jüdischsein zu &#8220;spielen&#8221;, oder wer sich mit Schuhcreme schminkt, um Schwarzsein zu &#8220;spielen&#8221;, sollte dankbar sein für den Hinweis, dass das rassistisch ist. Besonders in Deutschland.<br />
________________<br />
Für Grundlegendes über Rassismus seien dieser kurze Beitrag + dort angeführte Literatur nachdrücklich empfohlen: <a href="http://medienelite.de/2011/07/25/rassismus-und-die-kolonialisierung-des-anderen/">Rassismus und die Kolonialisierung des Anderen</a></p>
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		<title>Die Macht Rassismus zu definieren</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 16:52:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die öffentliche Kritik an der Methode des Blackface, die aktuell im Schlossparktheater Berlin eingesetzt wird, erhält breite mediale Aufmerksamkeit. Allerdings geht es immer mehr um die Frage, wer etwas rassistisch findet oder nicht und warum. Ob etwas überhaupt rassistisch sein &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/01/11/die-macht-rassismus-zu-definieren/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die öffentliche Kritik an der Methode des <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Blackface">Blackface</a>, die aktuell im Schlossparktheater Berlin eingesetzt wird, erhält breite mediale Aufmerksamkeit. Allerdings geht es immer mehr um die Frage, wer etwas rassistisch findet oder nicht und warum. Ob etwas überhaupt rassistisch sein kann, wenn es nicht so gemeint ist, wird gefragt. Oder ob heute noch rassistisch ist, was &#8220;früher&#8221; rassistisch war. Problematisch ist nicht nur die verklärte Vorstellung von Rassismus, die sich in diesen scheinbar unschuldigen Fragen zeigt, sondern insbesondere, dass kaum Stimmen der von Rassismus Betroffenen selbst zu hören sind. Mehrheitlich diskutieren weiße Deutsche. Das heißt weiße Deutsche tauschen sich darüber aus, ob sie sich selbst rassistisch finden oder nicht. Das ist keine Diskussion, sondern das ist das Problem. </p>
<p>Es geht nicht darum, was irgendwelche weißen Deutschen fühlen, wenn sie sich selbst anmalen und damit Schwarze „spielen“, sondern es geht darum, ob die, die sowas machen, sich ernsthaft mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen wollen oder nicht. Eine mögliche Haltung ist: Nein. Rassismus interessiert mich nicht (als gegenwärtiges Phänomen) und auch nicht das Verhältnis zwischen meinem Handeln und Rassismus. Eine andere mögliche Haltung ist: Ich höre insbesondere Betroffenen von Rassismus mal zu und erkenne die Realität an, dass Rassismus eine wesentliche Rolle in meiner Umwelt spielt. Ob ich mich selbst als rassistisch definiere hat dafür überhaupt keine Bedeutung. Dann erkenne ich an, dass ich mit (bewussten oder unbewussten) Unsensibilitäten selbst als Teil einer rassistischen Struktur funktioniere, und dass es dafür nämlich gar nicht notwendig ist, mich selbst rassistisch zu finden. Und erst recht als Betreiber von Blackface auf deutschen Bühnen nehme ich mal zur Kenntnis, dass die Menschen, die ich glaube „spielen“ zu können, eine eigene Perspektive haben.</p>
<p>Die erste Haltung scheint die aktuelle Debatte zu dominieren. Es gäbe ja kein Problem mit Rassismus, das sei ja alles nicht so gemeint. Die Verteidiger_innen von Blackface zeigen sich unbeeindruckt von Menschen mit konkreten Rassismuserfahrungen und von den Stimmen derer, die mit dem Blackfacing „gespielt“ werden sollen. Genau das ist ein Wesensmerkmal von Rassismus: weiße allein wollen festlegen, was Rassismus ist.<br />
____________________<br />
Leseempfehlungen zum Thema:<br />
<a href="http://medienelite.de/2012/01/10/deutsche-qualitatsmedien-und-rassismuskritische-berichterstattung/">Deutsche “Qualitätsmedien” und rassismuskritische Berichterstattung</a>,<br />
<a href="https://metalust.wordpress.com/2012/01/10/kunst-herrschaft-und-rassismus/">Kunst, Herrschaft und Rassismus</a>,<br />
<a href="http://blog.derbraunemob.info/2012/01/11/deutscher-werberat-historische-amnesie-im-fall-schlosspark-theater-hallervorden-blackface/">Deutscher Werberat: historische Amnesie im Fall Schlosspark Theater / Hallervorden / Blackface</a></p>
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		<item>
		<title>Anne Roth über sächsische Verhältnisse</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2011/12/29/anne-roth-ueber-saechsische-verhaeltnisse/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 12:52:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was Anne Roth in ihrem Vortrag Sachsen dreht frei beim 28. Chaos Communication Congress in Berlin präsentierte, ist ganz schön finster. In komprimierter Form veranschaulichte sie anhand einiger Zahlen, Videoaufnahmen und Behörden-Statements aus den letzten Monaten, wie akribisch Nazi-Gegner_innen von &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/12/29/anne-roth-ueber-saechsische-verhaeltnisse/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was <a href="http://annalist.noblogs.org">Anne Roth</a> in ihrem Vortrag <a href="http://events.ccc.de/congress/2011/Fahrplan/events/4876.en.html">Sachsen dreht frei</a> beim 28. Chaos Communication Congress in Berlin präsentierte, ist ganz schön finster. In komprimierter Form veranschaulichte sie anhand einiger Zahlen, Videoaufnahmen und Behörden-Statements aus den letzten Monaten, wie akribisch Nazi-Gegner_innen von Sachsen aus verfolgt werden. </p>
<p>Zwar gab es nach Bekanntwerden der Überwachungsmaßnahmen mediale Reaktionen auf &#8220;das seltsame Verhältnis der Dresdner Landesregierung zum Rechtsstaat&#8221; (<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-79723290.html">Spiegel, 01.08.11</a>), die Anne Roth zitierte. Nachdenklich stimmt aber, dass aus der Politik nichts kam, abgesehen von regionalen und punktuellen Empörungen. In der Bundesregierung, so scheint es angesichts des Schweigens, genießt Sachsen also volle Rückendeckung für sein &#8220;Verhältnis zum Rechtsstaat&#8221;. Und dazu gehört eben nicht nur die technisch aufwendige Verfolgung von Nazi-Gegner_innen, sondern auch, &#8220;wie unfassbar lax Verfassungsschützer und Richter in Sachsen mit dem Thema Rechtsextremismus umgehen&#8221; (<a href="http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_3_12/rechtsextremismus.html">Kontraste, 01.12.11</a>) oder die <a href="http://www.jenapolis.de/2011/08/razzia-bei-pfarrer-konig-erstes-parlamentarisches-nachspiel/">heftig kritisierte Razzia</a> beim Jenaer Pfarrer König. </p>
<p>Der ganze Vortrag (56min) als Video hier:</p>
<p><iframe width="567" height="319" src="http://www.youtube.com/embed/5XRSSAZFPJ4?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Einen Link zu den im Vortrag präsentierten Folien gibt&#8217;s <a href="http://annalist.noblogs.org/post/2011/12/28/28c3-sachsen-dreht-frei/">im Blog von Anne Roth</a>.</p>
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		<title>Portal gegen Rechts attestiert SPIEGEL-TV-Beiträgen Antiziganismus</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2011/12/22/portal-gegen-rechts-attestiert-spiegel-tv-beitraegen-antiziganismus/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 00:38:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die fragwürdigen zwei SPIEGEL-TV-Berichte über Einwander_innen aus Rumänien (sibiuaner berichtete: 1, 2 und 3) hat Linda Polónyi gestern unter dem Titel Spiegel antiziganistischer Vorurteile für das vom STERN und der Amadeu Antonio Stiftung betriebene Portal &#8220;MUT GEGEN RECHTE GEWALT&#8221; aufgegriffen. &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/12/22/portal-gegen-rechts-attestiert-spiegel-tv-beitraegen-antiziganismus/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die fragwürdigen zwei SPIEGEL-TV-Berichte über Einwander_innen aus Rumänien (sibiuaner berichtete: <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/09/16/rassismus-und-datenschutzverstoesse-bei-spiegel-tv/">1</a>, <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/09/15/spiegel-tv-und-die-z/">2</a> und <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/09/06/spiegel-tv-deckt-invasion-auf/">3</a>) hat Linda Polónyi gestern unter dem Titel <a href="http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/reportagen/spiegel-antiziganistischer-vorurteile-2011-12">Spiegel antiziganistischer Vorurteile</a> für das vom STERN und der Amadeu Antonio Stiftung betriebene Portal &#8220;MUT GEGEN RECHTE GEWALT&#8221; aufgegriffen. Sie kommt zu dem Schluss: </p>
<blockquote><p>Während die Berichterstattung deutscher Zeitungen und Magazine zu dieser Thematik in den letzten Monaten wesentlich differenzierter ausfiel, als dies noch bis vor Kurzem der Fall war, fällt der Spiegel mit diesen beiden Reportagen weit hinter die Ansprüche an eine professionell demokratischen Berichterstattung zurück. Die Art von Meinungsmache, wie sie in diesen Berichten betrieben wird, ist nicht nur bedenklich, sondern auch potentiell gefährlich. Sie füttert ein seit Jahrhunderten tradiertes Bild von den Sinti und Roma an, das weit in die Mitte der Gesellschaft hineinreicht und die Grundlage der Anerkennung von Ausgrenzung, Ausweisung und mangelnder Bekämpfung von Angriffen auf Roma in ganz Europa bildet. Vom Spiegel hat man mehr erwartet. Bisher war Spiegel-TV nicht bereit, ein Statement zu den Berichten abzugeben. (Zitiert aus: <a href="http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/reportagen/spiegel-antiziganistischer-vorurteile-2011-12">Spiegel antiziganistischer Vorurteile</a>.)</p></blockquote>
<p>Seit dem 06.09.2011 warte auch ich auf eine Antwort von SPIEGEL TV (u.a. zu diesen <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/09/16/rassismus-und-datenschutzverstoesse-bei-spiegel-tv/">Kritikpunkten</a>) und wurde auf weiteres Nachfragen gebeten, die Anfrage erneut zu senden. Am 09.11.2011 schließlich erhielt ich eine Antwort aus der Abteilung &#8220;Zuschaueranfragen&#8221;. Darin hieß es, meine Anfrage samt Bitte um Beantwortung sei an die zuständigen Redakteure weitergeleitet worden. Zudem wurde ich um Verständnis gebeten, &#8220;wenn es etwas dauert, da die Redakteure sehr selten im Hause sind.&#8221; Seitdem nichts.</p>
<p>Das öffentliche Interesse an Rassismus in Deutschland ist nach den Ereignissen und Enthüllungen um den NSU zweifellos gestiegen, viele Medien zeigen sich stärker sensibilisiert dafür als vorher. Trotzdem wird Rassismus weniger in seinen alltäglichen Erscheinungsformen, sondern weiter vornehmlich im Zusammenhang mit Rechtsextremismus thematisiert (<a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/12/07/einige-bemerkungen-zur-aktuellen-debatte-um-die-morde-des-nsu/">Einige Bemerkungen zur aktuellen Debatte um die Morde des NSU</a>). Im Quoten-Wettbewerb zum Thema NSU wurde übrigens die SPIEGEL-Gruppe vom Deutschen Journalistenverband dafür kritisiert, dass sie für einen Exklusivzugriff auf das NSU-Bekennervideo Geld gezahlt haben soll (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=llOlJKfa85Q">Nazi-DVD: Mediengeschäft mit Terror</a>). SPIEGEL TV strahlte dann auch als erstes Medium in Deutschland Auszüge aus dem NSU-Bekennervideo aus. Auf Anfragen zum Thema Rassismus in der eigenen Berichterstattung von SPIEGEL TV heißt es aber weiter: abwarten.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Erste Reaktionen aus Rumänien auf den Süddeutsche-Artikel über CIA-Gefängnisse</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2011/12/09/erste-reaktionen-aus-rumaenien-auf-den-sueddeutsche-artikel-ueber-cia-gefaengnisse/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 13:28:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Süddeutsche Zeitung meldete gestern, ihr und dem ARD-Magazin Panorama hätten ehemalige US-Agenten die Adresse eines alten geheimen CIA-Gefängnisses in Rumänien verraten (Geheimgefängnis der CIA in rumänischer Behörde entdeckt). Die rumänische Behörde zur &#8220;Verwaltung geheimer (Militär-)Informationen&#8221; ORNISS, auf deren Gelände &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/12/09/erste-reaktionen-aus-rumaenien-auf-den-sueddeutsche-artikel-ueber-cia-gefaengnisse/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Süddeutsche Zeitung meldete gestern, ihr und dem ARD-Magazin Panorama hätten ehemalige US-Agenten die Adresse eines alten geheimen CIA-Gefängnisses in Rumänien verraten (<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/rumaenien-geheimgefaengnis-der-cia-in-rumaenischer-behoerde-entdeckt-1.1229296">Geheimgefängnis der CIA in rumänischer Behörde entdeckt</a>). Die rumänische Behörde zur &#8220;Verwaltung geheimer (Militär-)Informationen&#8221; <a href="http://www.orniss.ro/">ORNISS</a>, auf deren Gelände sich das Gefängnis befunden haben soll, stritt das gegenüber der Süddeutschen Zeitung ab. </p>
<p>Gegenüber dem rumänischen Nachrichtenportal hotnews.ro <a href="http://www.hotnews.ro/stiri-esential-10888052-teodor-baconschi-despre-dezvaluirile-din-suddeutschen-zeitung-privind-inchisorile-cia-pare-film-reluare-toata-aceasta-supozitie.htm">sagte der rumänische Außenminister Teodor Baconschi</a> gestern, in dem Süddeutsche-Bericht seien &#8220;keine Beweise erschienen&#8221;. Das &#8220;scheint wie eine Filmwiederholung mit all diesen Vermutungen&#8221;. Weiter sagte Baconschi:</p>
<blockquote><p> &#8220;Soweit ich weiß haben die ORNISS-Verantwortlichen volle Transparenz gezeigt, haben ihre Einrichtung geöffnet und nichts zu verstecken, und der Vorschlag einer juristischen Untersuchung kann nicht auf eigens dafür notwendigen Ermittlungen des Obersten Rumänischen Gerichts basieren, sondern auf der Vorlage von Beweisen und einer in diesem Sinne ausdrücklichen Erfordernis.&#8221; (Teodor Baconschi über den Beitrag der Süddeutschen Zeitung zu CIA-Gefängnissen auf dem Gelände der ORNISS, <a href="http://www.hotnews.ro/stiri-esential-10888052-teodor-baconschi-despre-dezvaluirile-din-suddeutschen-zeitung-privind-inchisorile-cia-pare-film-reluare-toata-aceasta-supozitie.htm">Original hier</a>) </p></blockquote>
<p>Die Journalist_innen von hotnews haben sich gestern selbst in die Bukarester strada Mureș aufgemacht und sich in der Nachbarschaft umgehört, wo sich die Befragten einig waren, in den letzten Jahren nicht Auffälliges gesehen oder bemerkt zu haben (Beitrag <a href="http://www.hotnews.ro/stiri-esential-10890450-video-cum-arata-din-exterior-cladirea-despre-care-televiziunea-germana-ard-publicatia-sueddeutsche-sustin-functionat-inchisoare-cia-vezi-text-spun-vecinii-presupusului-black-site.htm">hier</a>).</p>
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		<title>ARD-Radiofeature gibt Einblick in &#8220;Sklavenmarkt Deutschland&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 16:06:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[gefunden]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Lohndumping]]></category>
		<category><![CDATA[Sklaverei]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bildet eigentlich die jährlich nachgebetete Statistik mit den Arbeitslosenzahlen ab, wenn die Anzahl der Aufstocker_innen bereits in die Millionen geht? Menschen unterschreiten sogar mit sozialversicherungspflichtigen, tarifbezahlten Vollzeit-Jobs die Lohnuntergrenze und müssen zum Amt &#8211; und tauchen in der Statistik &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/12/08/ard-radiofeature-gibt-einblick-in-sklavenmarkt-deutschland/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was bildet eigentlich die jährlich nachgebetete Statistik mit den Arbeitslosenzahlen ab, wenn die Anzahl der Aufstocker_innen bereits in die Millionen geht? Menschen unterschreiten sogar mit sozialversicherungspflichtigen, tarifbezahlten Vollzeit-Jobs die Lohnuntergrenze und müssen zum Amt &#8211; und tauchen in der Statistik nicht auf. Unternehmen lassen sich so Niedriglöhne staatlich subventionieren, es wird sogar von systematischen Strukturen gesprochen. </p>
<p>Das ARD-Radiofeature <a href="http://web.ard.de/radio/radiofeature/#awp::?page_id=1695">&#8220;Sklavenmarkt Deutschland&#8221; von Tom Schimmeck und Thilo Guschas</a> (Nov.2011) lässt viele Leute zu Wort kommen und gibt einen ernüchternden Einblick in diese Zustände, die keine Ausnahme sind, sondern weit verbreitet.</p>
<p>Als <a href="http://mp3-download.ard.de/radio/radiofeature/sklavenmarkt_ndr_compl.mp3">download (mp3)</a>, das <a href="http://web.ard.de/media/pdf/radio/radiofeature/sklavenmarkt_sendemanuskript.pdf">Manuskript (pdf)</a> oder zum Nachhören:</p>
<p><object data="http://noblogs.org/flash/mp3player/mp3player.swf" type="application/x-shockwave-flash" width="320" height="20"><param name="quality" value="best" /><param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /><param name="movie" value="http://noblogs.org/flash/mp3player/mp3player.swf" /><param name="FlashVars" value="file=http://mp3-download.ard.de/radio/radiofeature/sklavenmarkt_ndr_compl.mp3&amp;height=20&amp;width=320" /></object></p>
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		<title>Einige Bemerkungen zur aktuellen Debatte um die Morde des NSU</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 23:40:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[NSU]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Zwickauer Zelle]]></category>

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		<description><![CDATA[Gastbeitrag von Johannes Hykel Die derzeitige Debatte um die Morde der sogenannten Zwickauer Terrorzelle mutet recht typisch für Debatten zum Thema Rechtsextremismus in Deutschland an. Typisch deswegen, weil sie eine Logik der Trennung in &#8220;Wir&#8221; und die &#8220;Anderen&#8221; verfolgt. Besonders &#8230; <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2011/12/07/einige-bemerkungen-zur-aktuellen-debatte-um-die-morde-des-nsu/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><br />
<h3>Gastbeitrag von Johannes Hykel</h3>
<p></strong></em></p>
<p>Die derzeitige Debatte um die Morde der sogenannten Zwickauer Terrorzelle mutet recht typisch für Debatten zum Thema Rechtsextremismus in Deutschland an. Typisch deswegen, weil sie eine Logik der Trennung in &#8220;Wir&#8221; und die &#8220;Anderen&#8221; verfolgt. Besonders prägnant kommt dies in der Metapher des &#8220;braunen Sumpfes&#8221; zum Ausdruck, der, wie es Sigmar Gabriel in einem <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,797876,00.html">Spiegel-Online-Interview vom 15.11.2011</a> bezeichnet, angesichts der Morde ausgetrocknet werden müsse. Doch der &#8220;braune Sumpf&#8221; ist nicht etwa der Verfassungsschutz oder die Kriminalbehörden, sondern es sind damit die extrem rechten AkteurInnen rund um die Zwickauer Terrorzelle gemeint. In dem von allen Bundestagsfraktionen am 22.11.2011 unterzeichneten Entschließungsantrag <a href="http://dip.bundestag.de/btd/17/077/1707771.pdf"><em>zu der vereinbarten Debatte. Mordserie der Neonazi-Bande und die Arbeit der Sicherheitsbehörden</em> (pdf)</a> wird zwar eingeräumt, dass &#8220;die Strukturen der Sicherheitsbehörden auf Bundes- und Länderebene dringend überprüft werden müssen&#8221;, dennoch ist nicht zu erwarten, dass eine radikale Umstrukturierung bspw. des Verfassungsschutzes oder anderer Behörden daraus folgen wird. Insofern berührt diese Kritik auch nicht die Trennung in &#8220;Wir&#8221; und die &#8220;Anderen&#8221;.</p>
<p>Was ist daran nun eigentlich das Kernproblem? Ist es angesichts der von dem &#8220;Trio&#8221; durchgeführten Morde, dem Begehen weiterer zahlreicher Straftaten, den Verstrickungen in hohe Kreise der NPD sowie Kontakten zu extrem rechten HelfershelferInnen nicht richtig, von einem &#8220;braunen Sumpf&#8221; zu sprechen und diesen auszutrocknen? Handelt es sich dabei nicht um extrem rechte Menschen, die mit &#8220;uns&#8221;, d.h. der Gesellschaft im Allgemeinen, letztlich nicht viel zu tun haben? Mit anderen Worten: Sind diese Menschen nicht schlicht gewaltbereite Neonazis, die sich nicht auf dem Boden der demokratisch verfassten Gesellschaft bewegen? – Auf den ersten Blick erscheinen diese Fragen rhetorisch, denn fraglos verfügte das &#8220;Trio&#8221; über entsprechende Strukturen, die nun genauestens erkundet und entsprechend bekämpft werden müssen. (Und auch im Allgemeinen kann wohl niemand etwas dagegen haben, dass extrem rechte Strukturen bekämpft werden.) Das ist also nicht das Problem. Aus meiner Sicht liegt das Problem auf einer anderen Ebene: im Diskurs über den sogenannten Rechtsextremismus und entsprechenden gesellschaftlichen Konsequenzen, die daraus derzeit gezogen werden.</p>
<p>Dieser Diskurs über den Rechtsextremismus (re-)produziert nämlich eine Logik des &#8220;Wir&#8221; und der &#8220;Anderen&#8221; – oder, um es anders zu formulieren: er orientiert sich am Extremismus-Modell. Dieses Modell behauptet bekanntlich eine demokratische &#8220;Mitte&#8221; und extreme &#8220;Ränder&#8221;, die die &#8220;Mitte&#8221; bedrohen und die es daher zu bekämpfen gilt. Das Grundproblem dabei ist erstens, dass dieses Modell ein, wie es Andreas Klärner und Michael Kohlstruck hervorheben¹, relationales Modell ist, d.h. &#8220;Mitte&#8221; und &#8220;Rand&#8221; aufeinander verwiesen sind, so dass das Verhältnis von &#8220;Mitte&#8221; und &#8220;Rand&#8221; unendlich gedreht werden kann (je nach der eigenen politischen Positionierung). Dadurch wird zweitens die Position der &#8220;Mitte&#8221; nicht beleuchtet, denn diese ist ja demokratisch und nicht-extremistisch. Sie bleibt damit ein weißer blinder Fleck. Drittens sind daher sämtliche Handlungen der sogenannten &#8220;Mitte&#8221; demokratisch und nicht weiter legitimierungspflichtig im Rahmen dieses Modells. Damit ist die &#8220;Mitte&#8221; der Maßstab für sich selbst oder, wie es Sartre in dem Drama <em>Geschlossene Gesellschaft</em> formulierte: &#8220;Die Hölle, das sind die anderen&#8221;.</p>
<p>Nach genau dieser Logik läuft die derzeitige Debatte: man konzentriert sich fast ausschließlich auf das &#8220;Täter-Trio&#8221; und dessen Umfeld, diskutiert hektisch ein NPD-Verbot (so als ob damit das Problem gelöst wäre) sowie eine sogenannte Verbunddatei für auffällig gewordene gewalttätige Neonazis nach dem Vorbild der Anti-Terror-Datei. Zudem sollen entsprechende Strukturen von Verfassungsschutz und Kriminalpolizei überprüft und deren Zusammenarbeit verbessert werden. Die Debatte fokussiert sich damit ausschließlich auf Sicherheitsaspekte. Rechtsextremismus wird damit zu einem reinen Sicherheitsproblem erklärt, das man aber in den Griff kriegen könne, wenn nur die entsprechenden Strukturen dafür verbessert bzw. geschafft würden. Mit solchen Maßnahmen könne der &#8220;braune Sumpf&#8221; dann endlich ausgetrocknet und beseitigt werden, so die dahinter liegende Annahme (was natürlich zu bezweifeln ist).</p>
<p>Durch diesen Diskurs bleibt jedoch die scheinbare Normalität der &#8220;Mitte&#8221; der Gesellschaft vollkommen ausgeblendet und unthematisiert. Zusammenhänge zwischen &#8220;Mitte&#8221; und &#8220;extremem Rand&#8221; bleiben verborgen, der &#8220;Extremismus der Mitte&#8221; (<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Hans-Martin_Lohmann">Hans-Martin Lohmann</a>) wird nicht hinterfragt. Rassismus und Nationalismus – zweifelsohne ideologische Kernelemente der extremen Rechten – erhalten in repräsentativen Umfragen in der Bevölkerung beispielsweise sehr hohe Zustimmungswerte (teilweise weit über 30%²). Zu fragen wäre weiterhin nach spezifischen Formen des Rassismus innerhalb unserer Gesellschaft. Birgit Rommelspacher fasst Rassismus als ein &#8220;gesellschaftliches Verhältnis&#8221;³ auf, d.h. als ein Verhältnis, das auf verschiedenen Ebenen – politisch-rechtlich, institutionell sowie individuell – gewaltförmige Ausschlusspraxen und Diskriminierungen gegenüber bestimmten Personengruppen erzeugt. Weil Rassismus (und auch Nationalismus, wie u.a. angesichts der aktuellen Eurokrise deutlich zu sehen) jedoch für die Mehrheit der in Deutschland Lebenden letztlich Privilegien (ab-)sichert – seien dies bspw. nun ArbeitgeberInnen oder auch ArbeitnehmerInnen –, d.h. damit eine spezifische Funktion in der bürgerlichen Gesellschaft beim Kampf um knappe Ressourcen umfasst, bleibt er so unsichtbar und unthematisiert. Die im Kontext der Ermittlungen so bezeichneten &#8220;Döner-Morde&#8221; und die Arbeitsgruppe &#8220;Bosporus&#8221; der Kriminalpolizei verdeutlichen u.a. auf drastische Art und Weise die Verstrickungen in den Rassismus: eine binäre Trennung in &#8220;Wir&#8221; und die &#8220;Anderen&#8221;: &#8220;Wir Deutschen&#8221; und &#8220;die vom Bosporus&#8221;, &#8220;die mit den Dönerläden&#8221; – mit entsprechenden Abwertungen und Konnotationen.</p>
<p>Daraus folgt, dass der Rassismus und Nationalismus der &#8220;Mitte&#8221; (und sowohl Antisemitismus als auch autoritäre Politikvorstellungen) in erster Linie zu thematisieren und zu bekämpfen sind. Zu fragen und gesellschaftlich breit zu diskutieren wäre, wie eine Gesellschaft zu gestalten ist, in der es weniger Rassismus – und andere Ismen – gibt, d.h., was wir, die wir alle in diese widersprüchlichen Verhältnisse involviert sind, jeweils tun und verändern könn(t)en oder müss(t)en. Dass dabei ebenfalls gegen AkteurInnen und Strukturen einer extrem rechten Szene vorgegangen werden muss, versteht sich von selbst und ist nur konsequent. Allerdings gilt dabei stets, wie es Stephan Bundschuh so treffend formuliert, folgende Prämisse: <a href="http://www.idaev.de/cms/upload/Stephan_Bundschuh_Wer_vom_Rassismus_nicht_sprechen_will.pdf"><em>Wer vom Rassismus nicht sprechen will, sollte vom Rechtsextremismus schweigen </em>(pdf)</a>.</p>
<p>______________<br />
¹ Klärner, A., Kohlstruck, M. (Hrsg.) (2006). <em>Moderner Rechtsextremismus in Deutschland</em>. Leck: Claussen und Busse. S.13.<br />
² Decker, O., Weißmann, M., Kiess, J., Brähler, E. (2010). <a href="http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?id=07504&amp;ty=pdf"><em>Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010</em> (pdf)</a>. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung. S. 76f.<br />
³ Rommelspacher, B. (2009). Was ist eigentlich Rassismus? In: C. Melter &amp; P. Mecheril (Hg.), <em>Rassismuskritik. Band 1: Rassismustheorie und -forschung</em> (25-38). Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag.</p>
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