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	<description>blog von hendrik kraft.</description>
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		<title>uni-jena.de lässt wieder riseup.net-Mails durch</title>
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		<pubDate>Sat, 04 May 2013 09:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Jena]]></category>
		<category><![CDATA[Rechenzentrum]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Gute Nachricht: Mails von riseup.net nach uni-jena.de werden wieder durchgelassen! Keine Ahnung warum, es könnte sein, dass das URZ Jena die Sicherheitsvoreinstellungen manuell angepasst hat, denn der riseup-Host ist bei senderbase.org (laut URZ bieten die dort gezeigten Infos die Grundlage fürs Blocking) immernoch mit einem rot hinterlegten N markiert, genau wie zum Zeitpunkt, als noch [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gute Nachricht: Mails von riseup.net nach uni-jena.de werden wieder durchgelassen! Keine Ahnung warum, es könnte sein, dass das URZ Jena die Sicherheitsvoreinstellungen manuell angepasst hat, denn der riseup-Host ist bei senderbase.org (<a href="https://sibiuaner.noblogs.org/2013/04/16/thuringer-rechenzentren-blocken-mails-von-riseup-net/">laut URZ</a> bieten die dort gezeigten Infos die Grundlage fürs Blocking) immernoch mit einem rot hinterlegten N markiert, genau wie zum Zeitpunkt, als noch geblockt wurde. </p>
<p>Jedenfalls kann ich wieder von riseup an uni-jena-Adressen schreiben und mit uni-jena-Adresse von riseup empfangen. Darüber wurd ich übrigens nicht informiert, sondern gestern habe ich das per Zufall herausbekommen. Ohnehin scheint mir die Kommunikationsweise des URZ Jena ziemlich fragwürdig. Bis heute habe ich auf <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2013/04/17/riseup-blocking-fragen-an-das-rechenzentrum-der-uni-jena/">meine Nachfragen</a> keine offizielle schriftliche Stellungnahme zum Blocking bekommen. Dafür wurde ich vom URZ aufgefordert, teilweise Informationen aus meinen Blogeinträgen zu der Geschichte zu löschen. Vielleicht war das URZ mit meinem Problem einfach überfordert. Ich freue mich jedenfalls, dass es jetzt erstmal gelöst ist und ich das uni-jena-Mailsystem wieder mit allen Funktionen nutzen kann.</p>
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		<title>Von wegen Selbstkritik: UNO-Menschenrechtsrat stellt Fragen an Deutschland</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 09:24:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[standpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[UNO-Menschenrechtsrat]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland muss sich von anderen UNO-Mitgliedsstaaten am heutigen Donnerstag im Menschenrechtsrat kritische Fragen stellen lassen. Alle UNO-Mitgliedsstaaten werden wohl regelmäßig auf diese Weise befragt, um gravierende Menschenrechtsverstöße aufzudecken und Empfehlungen für deren Beseitigung zu geben. Neben Übergriffen durch die Polizei und die Situation der Frauen in Deutschland sind Rassismus und die terroristischen Morde des NSU [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland muss sich von anderen UNO-Mitgliedsstaaten am heutigen Donnerstag im Menschenrechtsrat kritische Fragen stellen lassen. Alle UNO-Mitgliedsstaaten werden wohl regelmäßig auf diese Weise befragt, um gravierende Menschenrechtsverstöße aufzudecken und Empfehlungen für deren Beseitigung zu geben. Neben Übergriffen durch die Polizei und die Situation der Frauen in Deutschland sind Rassismus und die terroristischen Morde des NSU Themen der Fragen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP) sagte laut taz zu den bevorstehenden Fragen:</p>
<blockquote><p>
„Wir stellen uns diesem Verfahren mit großer Ernsthaftigkeit, damit es auch andere Regierungen tun, und stellen damit unsere Fähigkeit zur Selbstkritik unter Beweis“ (<a href="https://www.taz.de/Deutschland-vor-UNO-Menschenrechtsrat/!115105/">taz.de: Bundesregierung im Kreuzverhör</a>) </p></blockquote>
<p>Diese Ansage vom deutschen Menschenrechtsbeauftragten ist ziemlich überheblich. Was hat Deutschlands Selbstbild als Musterschüler mit der Befragung durch das UN-Gremium zu tun? Es gibt mit den oben genannten Themen ja offenbar ausreichend Stoff für eine Befragung. Im besten Fall können deutsche Behörden durch die Befragung etwas über die Menschenrechtssituation in Deutschland lernen. Stattdessen wird schon im Vorfeld auf &#8220;andere Regierungen&#8221; verwiesen.</p>
<p>Außerdem ist der Begriff Selbstkritik, wenn er auch ins Selbstbild passt, logisch falsch. Es kann berechtigte Kritik von anderen UNO-Mitgliedsstaaten erwartet werden, aber das hat nichts mit Selbstkritik zu tun. Schon gar nicht angesichts einer solchen regelmäßig stattfindenden Befragung aller UNO-Mitgliedsstaaten. Die Themen der Befragung &#8212; sowie die Rüge der Antirassismuskommission der UNO vor ein paar Tagen (<a href="http://www2.ohchr.org/English/bodies/cerd/docs/CERD-C-82-D-48-2010-English.pdf">CERD-report, english, pdf</a>) &#8212; sind eher ein Hinweis darauf, dass der angebrachte Zeitpunkt für Selbstkritik von deutschen Behörden längst überschritten wurde.</p>
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		<title>riseup-Blocking: Fragen an das Rechenzentrum der Uni Jena</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 15:33:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern schrieb ich darüber, dass Thüringer Rechenzentren E-Mails von riseup.net blocken und damit die E-Mailfunktion von Adressen u.a. der Hosts uni-jena.de und uni-erfurt.de eingeschränkt ist. Heute habe ich dem Leiter des Rechenzentrums der Uni Jena dazu eine E-Mail geschickt: Sehr geehrter Herr [*Leiter des URZ*], in Ihrer Funktion als Leiter des Universitätsrechenzentrums (URZ) der Universität [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2013/04/16/thuringer-rechenzentren-blocken-mails-von-riseup-net/">schrieb ich darüber</a>, dass Thüringer Rechenzentren E-Mails von riseup.net blocken und damit die E-Mailfunktion von Adressen u.a. der Hosts uni-jena.de und uni-erfurt.de eingeschränkt ist. Heute habe ich dem Leiter des <a href="http://www.uni-jena.de/URZ">Rechenzentrums der Uni Jena</a> dazu eine E-Mail geschickt:</p>
<blockquote>
<p>Sehr geehrter Herr [*Leiter des URZ*],</p>
<p>in Ihrer Funktion als Leiter des Universitätsrechenzentrums (URZ) der Universität Jena (FSU) wende ich mich an Sie mit einem dringenden Anliegen, das ich in einem E-Mail-Dialog mit dem Mitarbeiter des URZ der FSU, [*URZ-Mitarbeiter*], nicht klären konnte. Das Problem: Meine E-Mail-Adresse hendrik [punkt] kraft [at] uni-jena.de kann neuerdings keine Mails mehr von E-Mail-Adressen mit dem Host riseup.net empfangen und informiert mich auch nicht über missglückte Anschreibversuche. Da ich neben meiner uni-jena.de-Adresse auch eine riseup.net-Mailadresse nutze, ist das zweite Problem: Ich kann mit meiner riseup-E-Mail-Adresse keine Personen mit uni-jena-Adressen mehr anschreiben und erhalte stattdessen eine &#8220;undelivered&#8221;-Meldung mit dem Inhalt &#8220;user unknown&#8221;, wobei die von mir angeschriebene Person von ihrem uni-jena.de-Mailaccount nicht über meinen Kontaktversuch informiert wird. Herr [*URZ-Mitarbeiter*] konnte meine Verwunderung über diese neue Einschränkung der E-Mail-Funktion nicht entkräften, mutmaßte mir gegenüber, dass es sich dabei um eine Form der Spam-Bekämpfung handele und verwies mich auf eine Website der Firma CISCO, wo ich mich über aktuelle Server-Reputations informieren solle. Angesichts eines derartigen Eingriffs in meinen Mailverkehr verwunderte mich diese unbefriedigende Antwort. Ich gehe davon aus, dass das URZ die administrative Hoheit über die URZ-Infrastruktur besitzt. Herr [*Leiter des URZ*], was können Sie dafür tun, dass ich mit meiner uni-jena.de-Adresse wieder uneingeschränkt Mails von riseup-Hosts empfangen kann und dass ich mit meiner riseup-Adresse wieder Mails mit dem Host uni-jena.de anschreiben kann? Warum erfolgt eine komplette Blockade des riseup-Hosts und wird nicht, wie bisher üblich, Mailverkehr von verdächtigten Servern in einem separaten Spam-Ordner gesammelt, damit Betroffene sehen, wenn als Spam eingestuft wird, was kein Spam ist? Können Sie sagen, welche Hosts aktuell neben riseup von dem Blocking betroffen sind? Und abschließend: Wann hätten Sie vorgehabt, mich und andere Betroffene über diesen Eingriff zu informieren oder das System dahingehend anzupassen, dass wenigstens eine elektronische Information für Studierende erscheint, wenn an sie gesendete E-Mails nicht durchgelassen werden?</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen<br />
Hendrik Kraft.</p>
<p>[Bitte beachten Sie, dass ich mir vorbehalte, meine E-Mail und Ihre Antwort zu Informations- und Dokumentationszwecken zu veröffentlichen]
</p></blockquote>
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		</item>
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		<title>Thüringer Rechenzentren blocken Mails von riseup.net</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 10:53:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[update: Mindestens ein riseup-Server als Absender betroffen, der neben uni-jena.de auch uni-erfurt.de-Adressen nicht anschreiben darf &#8212; mehr update unten Ok, von vorne. Gestern sagte mir eine befreundete Person, meine uni-jena.de-Mailadresse würde eine &#8220;undelivered&#8230;&#8221;-Fehlermeldung antworten. Ich dachte mist, haben die jetzt meine uni-jena.de-Mailadresse abgeschaltet? Ich führte selbst den Test durch und schrieb mir von meiner riseup-Mailadresse [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>update: Mindestens ein riseup-Server als Absender betroffen, der neben uni-jena.de auch uni-erfurt.de-Adressen nicht anschreiben darf &#8212; mehr update unten</strong></em></p>
<p>Ok, von vorne. Gestern sagte mir eine befreundete Person, meine uni-jena.de-Mailadresse würde eine &#8220;undelivered&#8230;&#8221;-Fehlermeldung antworten. Ich dachte mist, haben die jetzt meine uni-jena.de-Mailadresse abgeschaltet? Ich führte selbst den Test durch und schrieb mir von meiner riseup-Mailadresse eine Mail an die uni-jena-Adresse und tatsächlich, es kam dieselbe automatisuerte Info: </p>
<blockquote><p>host ***.uni-jena.de[****] said: 550, User unknown (in reply to RCPT TO command).</p></blockquote>
<p>Ich schrieb dem &#8220;Postmaster&#8221; von der uni-jena-Adresse (die noch senden konnte) und erhielt noch am selben Abend eine Testmail von ihm an die uni-jena-Adresse. Super, läuft wieder, und ich bedankte mich erfreut. Am heutigen Morgen dann hatte ich eine neue Mail vom Postmaster im Posteingang: </p>
<blockquote><p>&#8220;Vermutlich ist der absendende Host hoch spamverdächtig, diese Maschinen werden dann irregeleitet damit sie mit dem Spamversenden aufhören. Nachprüfen kann ich es nicht, hierzu wären mehr Angaben über die absendende Maschine (IP-Nummer, Datum. Uhrzeit) erforderlich, aber die haben Sie nicht mitgeschickt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Oha, Problem doch noch nicht gelöst? Sofort machte ich erneut den Test mit meiner riseup-Adresse und, genau, es ging immernoch nicht. So schickte ich dem Postmaster die ganze fehlermeldende Antwort, in der auch der Host riseup genannt wurde. Das wird ja wohl einfach sein, den SPAM-Filter entsprechend anzupassen, damit ich wieder Mails von riseup erhalten kann. Denkste. Auf meine übersendete Information erhielt ich diese Antwort: </p>
<blockquote><p>&#8220;Ich habe Ihnen gestern eine Nachricht aus freenet.de geschickt, und die ist ja wohl angekommen. Ansonsten ist es tatsächlich so, da der absendende host von riseup eine sehr schlechte Reputation hat und deswegen von dieser Maschine nichts angenommen wird. Siehe auch Anhang. Für &#8220;betriebsinterne&#8221; Kommunikation wie an unserer Uni ist dieser Provider somit nur sehr eingeschränkt tauglich. Und ebenso für allgemeine Kommunikation, da deren Server wohl auch gelegentlich vom FBI konfisziert werden (siehe auch http://www.taz.de/!91855/ )&#8221;</p></blockquote>
<p>OK, riseup nur eingeschränkt tauglich, freenet dagegen ein vertrauenswürdiger Mail-Host. Und wer entscheidet das? Warum erfahre ich das als Betroffener zufällig? Ich fragte den Postmaster, 1. nach welchen Kriterien das Rechenzentrum der Uni Jena die Reputation eines Hosts bewertet und ob dafür die Ermittlungsmethoden in den USA ausschlaggebend seien, 2. welche Hosts neben riseup betroffen sind, 3. seit wann der Filter installiert ist, 4. wann die Betroffenen über den eingeschränkten Mailverkehr informiert werden. Als Antwort kam:</p>
<blockquote><p>&#8220;Diese Anti-Spam Software wird an seit etwa 8 Jahren an allen Thüringer Hochschulen eingesetzt. Wir informieren niemanden da wir ja nicht wissen wann und von wo welche Nachrichten eintreffen oder auch nicht., im Zweifelsfalle können Sie auf der Webseite http://www.senderbase.org/ sich selbst über die Zuverlässigkeit der sendenden Maschine informieren. Wir bewerten dabei selbst gar nichts. Der Link sollte Ihnen nur zeigen, daß dieser Provider nicht zu den allerzuverlässigsten gezählt wird. Und immerhin hat der Absender ja erfahren, daß seine Nachricht das Ziel nicht erreicht hat und er konnte entsprechend reagieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zusammengefasst: Ab sofort werden für Mailadressen der Universität Jena alle Mails von mindestens einem Mailanbieter (riseup) blockiert und die Betroffenen werden darüber nicht informiert. Mir ist das per Zufall aufgefallen. Das RZ der Uni Jena sagt, es könne diese Blockierung eingehender Mails von riseup nicht beeinflussen. Das RZ der Uni Jena weiß nicht, für welche Hosts die Blockade noch zutrifft. Für weitere Informationen werde ich auf eine Website des US-amerikanischen Privatunternehmens CISCO verwiesen.</p>
<p><em><strong>update 16.04.13 15:20:</strong></em></p>
<p>Zu dem Hinweis auf die Cisco-Seite in den Kommentaren: Die roten Zeilen scheinen die geblockten Hostnamen zu zeigen ( http://www.senderbase.org/senderbase_queries/detaildomain?search_string=riseup.net ), die besagten Mails kamen vom Server mx1.riseup.net. D.h. Schreibende, die von riseup über andere Server geleitet werden, können wahrscheinlich noch an uni-jena-Adressen schreiben. Offen bleiben für mich die Fragen: Betrifft das potentiell alle Server, auch z.B. von yahoo oder googlemail? Bisher hatte ich auch auf meiner uni-jena-Adresse die Möglichkeit, Spam in einem Spam-Ordner selbst nachzuprüfen &#8212; ist das jetzt gängige Praxis, dass die vorgeschaltete Filtersoftware Mails nach Hostnamen komplett blockt, ohne dass ich Einfluss darauf habe? Wenn übernacht die &#8220;Reputation&#8221; von E-Mail-Hosts sinken kann, welche sind morgen dran? Und vor allem: Findet das Rechenzentrum der Uni Jena, das ja die Hoheit über den eigenen Serververkehr haben müsste, diesen Eingriff in meinen Mailverkehr wirklich zumutbar? </p>
<p>Eben per Test herausbekommen, dass @uni-erfurt.de-Adressen auch meine riseup-Mails blocken. Ebenfalls mit oben zitierter &#8220;User unknown&#8221;-Meldung, die Spam bekämpfen soll aber meinen Mailverkehr bekämpft.</p>
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		<title>Von nützlichen und unnützen Menschen</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Mar 2013 12:55:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[mediawatch]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Grenzregime]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Peter Friedrich]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Panorama berichtete am 7.3.13 von der Ausbeutung rumänischer und bulgarischer Menschen in der deutschen Arbeitswelt. Nach einem kurzen Einspieler mit aktuellen polemischen Zitaten des deutschen CSU-Innenministers Hans-Peter Friedrich spricht Anja Rechke einleitend zum Beitrag von den &#8220;übelsten Bedingungen&#8221;, unter denen Menschen aus Rumänien und Bulgarien in Deutschland arbeiten: &#8220;Andersrum wird nämlich ein Schuh draus. Nicht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Panorama <a href="http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2013/einwanderung101.html">berichtete am 7.3.13</a> von der Ausbeutung rumänischer und bulgarischer Menschen in der deutschen Arbeitswelt. Nach einem kurzen Einspieler mit aktuellen polemischen Zitaten des deutschen CSU-Innenministers Hans-Peter Friedrich spricht Anja Rechke einleitend zum Beitrag von den &#8220;übelsten Bedingungen&#8221;, unter denen Menschen aus Rumänien und Bulgarien in Deutschland arbeiten: </p>
<blockquote><p>&#8220;Andersrum wird nämlich ein Schuh draus. Nicht die Zuwanderer beuten uns aus, sondern wir beuten die Zuwanderer aus&#8221; (<a href="http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2013/einwanderung101.html">ARD/ PANORAMA</a>).</p></blockquote>
<p>Der Panorama-Beitrag richtet seinen Fokus auf die Ausbeutungsverhältnisse in deutschen Betrieben. Entgegen der von Friedrich verbreiteten Mär von sozialleistungsbeziehenden Menschen aus Rumänien und Bulgarien sagt der Beitrag: &#8220;Die arbeiten doch hier. Und zwar hart&#8221;. Darin schwingt eine gefährliche Logik mit. </p>
<p>Es ist ja ein gutes und notwendig scheinendes Anliegen, der von Friedrich verbreiteten diffusen Stimmung mal Fakten entgegenzusetzen. Problematisch wirds bloß, wenn dabei die von Friedrich reproduzierten Kategorien zur Einteilung einwandernder Menschen übernommen und so als Prämisse zur Diskussion über Einwanderung akzeptiert werden. Wesentlicher Kern dieser Rhetorik ist die Herabwürdigung einwandernder Menschen zu Kostenfaktoren. (D&#8217;accord, die betrifft in anderen Fällen nicht nur einwandernde Menschen, aber es geht konkret um Friedrichs Rhetorik hier.) Dieser Einteilung von Einwanderung in Kategorien wie nützlich und unnütz sitzen Medien auf, wenn sie die Anzahl entlohnter unter den einwandernden Menschen als Kriterium übernehmen, nur um das Gegenteil von Friedrichs Aussage zu beweisen. Das ist ein Problem. Wenn alle nur noch in Kategorien nützlicher versus unnützer (sozialstaatsbelastender, Armuts-) Einwanderung argumentieren, sitzen wir in der Falle. Ich mein es gibt sicher Leute, die das so wollen, aber wenn das eine Mehrheit wird, sind fundamentale Grundrechte völlig über&#8217;n Haufen. <a href="https://zweitgurk.wordpress.com/2013/03/01/das-versagen-des-burgerlichen-nationalen-kapitalistischen-antirassismus-die-publikative/">Und darum kritisierte TheGurkenkaiser zurecht</a>, dass die sich selbst als links (zumindest anti-rechts) verortende Seite Publikative.org in einem Artikel genau diese nationalökonomische Einteilung zur Bewertung von Einwanderung übernimmt. So ist bei Publikative.org ein Satz möglich wie dieser:</p>
<blockquote><p>
&#8220;Die Freizügigkeit innerhalb der EU kann neben vielen Vorteilen eben auch dazu führen, dass arme Menschen nach Deutschland kommen, die das deutsche Sozialsystem belasten.&#8221; (<a href="http://www.publikative.org/2013/03/01/ausmas-der-armutseinwanderung-kleiner-als-berichtet/">Publikative.org</a>)
</p></blockquote>
<p>Was sind EU-Rechte wie die &#8220;Freizügigkeit&#8221; (die bereits Menschen aus Nicht-EU-Ländern diskriminieren) noch wert, wenn sie sogar innerhalb der EU für Menschen aus Rumänien und Bulgarien infrage stehen? Für &#8220;arme Menschen&#8221;? Das muss es wohl sein, wofür ein Begriff wie &#8220;Zeitgeist&#8221; erfunden wurde, der sich zu dem Thema sonst eher <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/06/07/spiegel-tv-macht-wieder-stimmung/">bei Spiegel Online herumtreibt</a>.</p>
<p>Der o.g. Panorama-Beitrag stellt die Rechte der einwandernden EU-Bürger*innen bei weitem nicht so drastisch infrage, wie SpOn oder das Publikative-Zitat. Trotzdem hätte ich mir jetzt allmählich auch die Thematisierung der Rechtsaußen-Rhetorik selbst gewünscht, die ja vor dem Panorama-Beitrag extra plakativ eingespielt wurde. Es bleibt in Friedrichs Logik, wenn wieder nur die Betroffenen ins Spiel gebracht werden, um das Gegenteil seiner Aussage zu beweisen. Stattdessen gehören wirkmächtige Akteure wie der deutsche Innenminister und ihre entmenschlichende Rhetorik selbst in den Fokus. Akteure, die sonst von angeblich europäischen Werten der Gleichbehandlung erzählen. Das wäre aber vielleicht etwas unangenehm, weil es an das in Deutschland verbreitete Selbstbild von einer Gesellschaft ginge, die solche Werte lebe (nicht nur aufschreibt!). Eigene Nase.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rezension: „Reihe Tsiganologie Band 2“, Leipzig</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2013/03/06/rezension-reihe-tsiganologie-band-2-leipzig/</link>
		<comments>http://sibiuaner.noblogs.org/2013/03/06/rezension-reihe-tsiganologie-band-2-leipzig/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 23:12:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Antiziganismus]]></category>
		<category><![CDATA[leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Tsiganologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorweg: In diesem Gastbeitrag rezensiert Joachim Krauß eine aktuelle Publikation des Leipziger „Forum Tsiganologische Forschung“. Das inflationär in der zitierten Publikation gebrauchte Z-Wort habe ich zur Vermeidung von Verletzungen unkenntlich gemacht. tl;dr Die Leipziger „Tsiganolgie“ bringt in diesem neuen Band wenig Erhellendes, schaut nicht über die eigene Forschungsbereichsgrenze und weicht der notwendigen Auseinandersetzung mit der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vorweg: In diesem Gastbeitrag rezensiert Joachim Krauß eine aktuelle Publikation des Leipziger „Forum Tsiganologische Forschung“. Das inflationär in der zitierten Publikation gebrauchte Z-Wort habe ich zur Vermeidung von Verletzungen unkenntlich gemacht.</em></p>
<p><strong>tl;dr</strong> Die Leipziger „Tsiganolgie“ bringt in diesem neuen Band wenig Erhellendes, schaut nicht über die eigene Forschungsbereichsgrenze und weicht der notwendigen Auseinandersetzung mit der eigenen Forschungstradition konsequent aus.</p>
<h3><strong><em>Gastbeitrag von Joachim Krauß (TU Berlin)</em></strong></h3>
<p>Fabian und Theresa Jacobs (Hg.), Vielheiten. Leipziger Studien zu Roma/Z*****er-Kulturen. Reihe Tsiganologie Band 2, Leipzig: Universitätsverlag 2011, 346 Seiten.</p>
<p>Mit der vorliegenden, zwölf Beiträge umfassenden Publikation erscheint der zweite Band aus der Reihe Tsiganologie des Leipziger Instituts für Ethnologie. Während der erste im Jahr 2008 erschienene Sammelband auch Beiträge externer Autor*innen enthielt, sind in diesem ausschließlich in Leipzig entstandene Texte vertreten, die zum Großteil Studienabschlussarbeiten zur Grundlage haben. Insofern kann die Publikation als Leistungsschau der Leipziger „Tsiganologie“ gelten. Sie bietet die Gelegenheit, nach Entwicklungen, Kontinuitäten, Konzepten und Begrifflichkeiten zu fragen.</p>
<p>Die ethnologische Forschung zu Sinti und Roma und den ihnen zugerechneten Gruppen stellt noch immer ein hochproblematisches Forschungsfeld dar. Darin kommt dem im Jahr 2010 emeritierten Leiter des Leipziger Instituts für Ethnologie Bernhard Streck seit über dreißig Jahren sowohl eine wichtige als auch kontroverse Rolle zu. Seinem Wirken ist die Etablierung der „Tsiganologie“ als Studieninhalt und Forschungsfeld in Leipzig zu verdanken. Folgerichtig fungiert er auch als einer der Herausgeber der Reihe. Ihm ist das rezensierte Buch gewidmet. Streck war einer der Protagonist*innen des „Gießener Projektes für Tsiganologie“ in den 1970er/80er Jahren und hatte sich frühzeitig gegen die Bürgerrechtsbewegung der Sinti in Deutschland gewandt. Über zehn Jahre lehrte er „Tsiganologie“ als ethnologisches Spezialthema in Leipzig. </p>
<p>Hier nun präsentieren einige seiner Schüler*innen die Früchte ihrer und damit seiner Arbeit. Der zeitliche Untersuchungsrahmen liegt in der Gegenwart, räumlich erstrecken sich die Texte vom indischen Subkontinent über Europa bis nach Südamerika. Die inhaltlichen Schwerpunkte sind überaus heterogen. Sie umfassen Versuche der Medienanalyse, des Sprachvergleichs und der Humangeographie. Daneben stehen musikethnologische und ethnografische Darstellungen, die von ideologie- und wissenschaftskritischen Texten begleitet werden. Diese Spannbreite stellt an die Herausgeber*innen hohe Anforderungen, soll der Band nicht als ungeordnetes Sammelsurium erscheinen. Fabian und Theresa Jacobs kommen dieser Aufgabe nicht nach. Die Texte sind weder räumlich noch thematisch gegliedert. Ihre Reihenfolge ist willkürlich und erfährt keine Erläuterung. In ihrem Geleitwort unterlassen es Herausgeberin und Herausgeber zudem, den Buchtitel und den Forschungsstand zu erläutern. Der Titel „Vielheiten“ scheint den Arbeiten von Gilles Deleuze und Félix Guattari entlehnt zu sein. Darauf deutet u.a., dass die beiden Herausgeber*innen die Leipziger Forschung zu einem Netzwerkknoten gereift sehen (S.7) und eine Vielzahl der Texte auf Postmoderne und Poststrukturalismus Bezug nimmt. Überdies sind es so kritische Leipziger Wortschöpfungen wie „Z*****errhizom“, die ein geringes Problembewusstsein gegenüber biologistischen Formulierungen zeigen. Gerade letzteres verweist auf die dringende Notwendigkeit, sich mit der eigenen Forschungsgeschichte auseinanderzusetzen. Öffentlich wahrnehmbar ist dies seitens der Leipziger „Tsiganologen“ bisher nicht erfolgt. </p>
<p>Diese Unterlassung findet in dem Band ihre Fortsetzung, wie der Beitrag von Maria Melms und Michael Hönicke verdeutlicht: <em>Antiziganismus und Tsiganologie. Versuch einer Standortbestimmung.</em> (S.175-198) Die Autor*innen bemühen sich um eine Verortung der „Tsiganologie“, weshalb der Beitrag an dieser Stelle ausführlicher gewürdigt werden soll, bevor auf die Beiträge zu osteuropäischen Themen einzugehen ist. Als „Tsiganolog*innen“ scheint den Autor*innen eine Infragestellung des eigenen Forschungsschwerpunktes und der gewählten Konzepte und Begrifflichkeiten fremd zu sein. Umfassende Zweifel halten sie hingegen gegenüber der „Antiziganismusforschung“ für begründet. Ihr Anliegen ist legitim: Letztlich möchten sie die Perspektivenvielfalt und höhere Erklärungskraft der „Tsiganologie“ verdeutlichen. Problematisch ist jedoch ihre Vorgehensweise, die guter wissenschaftlicher Praxis zu wider läuft. Sie führen Autoren gegen den Begriff des „Antiziganismus“ ins Feld, berücksichtigen aber deren grundlegenden Einwände gegen die „Tsiganologie“ nicht ansatzweise. Es war der Historiker Michael Zimmermann, der wiederholt eine gut begründete Kritik an der inflationären und unzureichend reflektierten Verwendung des Antiziganismusbegriffs formulierte. Melms und Hönicke zitieren ihn umfassend. Dabei ignorieren sie Zimmermanns Analyse tsiganologischer Forschung vollständig. Bereits 1996 hatte er diagnostiziert, dass die mangelnde Beachtung historischer Entwicklungen aus der Vorstellung resultiert, Kultur und Lebensweise der Sinti und Roma wären besonders resistente, strukturbildende, dauerhafte und raumübergreifende Merkmale, die sich autonom gegenüber den Mehrheitsgesellschaften verhielten.¹ </p>
<p>So wie Zimmermann äußerte auch der von den Autor*innen zitierte Berthold Bartel eine weitgehende Kritik an tsiganologischer Textproduktion und Konzeption. Wie schon Zimmermann machte auch er die hochproblematischen Äußerungen Strecks zur Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus nochmals deutlich.² Vor diesem Hintergrund ist es kein Lapsus, wenn Melms und Hönicke diese Autoren für ihre Argumentation nutzen, aber die Auseinandersetzung mit der eigenen Forschungsgeschichte unterlassen. Sie reklamieren für sich, mit der „relationistischen Tsiganologie“ oder dem „tsiganologischen Relationismus“ neue Wege zu gehen: „Z*****er ist für uns ein relationaler Begriff, der vor allem Gruppen bezeichnet, die in einem besonderen Verhältnis [...] zur Mehrheitsgesellschaft stehen.“ Dabei seien sie in der Lage, die Minderheit „doppelrelational, als Affirmation und Negation der Mehrheitskultur, z.B. in Form von wirtschaftlicher Symbiose und kultureller Dissidenz“ zu verstehen (S.192).  Um diese Begriffe &#8211; mit besonderem Fokus auf angeblicher „kultureller Dissidenz“ &#8211; kreisen alle Publikationen der Leipziger „Tsiganologie“. Die „Gießener Tsiganologie“ operierte in den 1980er Jahren mit dem Begriff „Eigensinn“, um „kulturelle Fremdheit“ zu markieren. Diesbezüglich formulierte Zimmermann: „[...] sie [die „Tsiganologie“] unterschätzte das soziale Elend unter den Betroffenen, ebenso wie die Anziehungskraft die die Mehrheitsgesellschaft auf sie ausübte.“³ Wie gering die Weiterentwicklung ist, lässt sich an den Beiträgen zu Osteuropa verdeutlichen.</p>
<p>Zuvor ist noch auf weitere Beispiele für einen fragwürdigen Umgang mit Texten anderer Autoren zu verweisen. Um eigene Aussagen argumentativ abzustützen formulieren Melms und Hönicke unter Rückgriff auf einen Text von Mark Münzel: „Das Problem einer rein ideologiekritischen Dekonstruktion (&#8230;) (des Terminus Z*****er) ist, dass sie ihrerseits ideologisch ist, indem sie grundsätzlich von der Nichtexistenz (&#8230;) (von Z*****ern) ausgeht, die nicht zum (&#8230;) (eigenen Weltbild passen)“ (S.183).  Münzels Vorlage bezog sich auf einen vollkommen anderen Zusammenhang, sie steht im Kontext der Frage von Kannibalismus in der Brasilienbeschreibung Hans Stadens im 16. Jahrhundert. Im Original heißt es: „Das Problem einer rein ideologiekritischen Dekonstruktion von Staden ist, dass sie ihrerseits ideologisch ist, indem sie grundsätzlich von der Nichtexistenz der Anthropophagie ausgeht, die nicht zum westlichen Weltbild passt.“⁴ Diese Vorgehensweise ist wissenschaftlich unlauter.</p>
<p>Fünf Beiträge stehen im engen oder weiteren osteuropäischen Kontext. So der erste Text im Band von Julia Glei, <em>Weibliche Lebenswelten – Rituale vor dem Spiegel und im Haushalt in Shutka/Mazedonien</em> (S.11-33). Bei diesem Beitrag handelt es sich vorrangig um ein Nachdenken über das Schreiben in der Ethnologie und einen Schreibversuch anhand eines Aufenthaltes bei einer Romafamilie in Šuto Orizari, einem Ortsteil der mazedonischen Hauptstadt Skopje, der als größte Romasiedlung Europas gilt. Glei entscheidet sich für die Ethnopoesie. Die Umsetzung erinnert an die Darstellung von Roma in Reise-, Landes- und Völkerbeschreibungen des 19. Jahrhunderts, die verheerende Langzeitwirkungen hatten. Es ist das hervorstechende Merkmal des ethnographischen Schreibens über Roma, dass Unwissen durch besonders bildreiche und drastische Sprache und spekulative Ausführungen kaschiert wurde. Gleis Beitrag stellt sich inhaltlich und formal in diese Tradition, da es die Autorin versäumt, Informationen über den Ort, das soziale und ökonomische Umfeld sowie die sehr unterschiedliche Geschichte der an den betreffenden Orten lebenden Roma einzubetten. Die Literatur zur Lage und Rolle der Frauen im ost- und südosteuropäischen Raum wird von Glei nicht reflektiert. Sie stellt ihre Beobachtungen ausschließlich in den Kontext von Untersuchungsergebnissen zu „Z*****er“gruppen anderer Regionen. Den Vergleich zur umgebenen Mehrheitsbevölkerung zieht sie nicht. Damit manifestiert sich einmal mehr einer der Grundmängel der „Tsiganologie“. </p>
<p>Inhaltlich schließt sich der siebte Beitrag an: Andrea Steinke, <em>Die Mitte ist überall – Überlegungen zu „Shutka Book of Records“, dem Fremden und der Exzentrizität</em> (S.147-174). Grundlage des Textes ist der Film des Regisseurs Aleksandar Manic „Shutka – Stadt der Roma, aus dem Jahr 2005, worin er das Leben von 15 Bewohnern der Siedlung künstlerisch dokumentiert. Die Autorin macht deutlich, dass es sich bei dem Film um eine Kunstproduktion handelt, weshalb eine Abbildung der Realität nicht erwartet werden könne. Daher laufe die von Romavertreter*innen geäußerte Kritik, es handele sich um eine Fehldarstellung und Überzeichnung der Roma, fehl. Dieser Hinweis ist sicher richtig. Fraglich ist vor diesem Hintergrund, wie Steinke der Film dazu dienen kann, Überlegungen zur realen Kultur von Roma anzustellen: „Die Kulturen der Roma/Z*****er sind jene, die sich bei genauer Betrachtung am hartnäckigsten einer Festschreibung entziehen, weil sie sich verschiedenster ‚fremder‘ Kulturelemente bedienen und ‚Zonen der Ununterscheidbarkeit‘ schaffen.“ (S.165). Ihre Ausführungen sind ohne eigenen empirischen Gehalt. Sie referiert Literatur aus anderen zeitlichen und räumlichen Untersuchungszusammenhängen und sieht ihre Idee anhand des Filmes in Shutka bestätigt: eine Stadt der Roma als Hort des Widerstands und der Exzentrik. </p>
<p>Zu Beitrag 5: Tobias Marx, <em>Die Offene Roma-Gesellschaft? – Zur Kritik der Integrationsideologie des OSI und der Decade of Roma Inclusion 2005-2015</em> (S.95-124). Der Autor versteht seinen Text als ideologiekritische Auseinandersetzung mit dem Konzept der Offenen Gesellschaft im Kontext der Integrationsversuche in den Ländern Ost- und Südosteuropa. Seinen Schwerpunkt legt er hierbei auf die Ideologiekritik. Über die Integrationsversuche und deren politische, ökonomische sowie soziale Rahmenbedingungen erfährt die Leserin und der Leser nur wenig. Eine Kritik an den Aktivitäten George Soros&#8217; und seiner Stiftung ist legitim. Auch lässt sich die Frage nach der Bedrohung kultureller Identität durch eindimensionale Integrationsstrategien diskutieren. Wenn dies allerdings geschieht, ohne sich mit den Voraussetzungen und vielschichtigen Diskriminierungsformen in den osteuropäischen Gesellschaften auseinanderzusetzen, gerät die Kritik fehl. Auch in diesem Beitrag scheinen unverkennbar Parallelen zur „Gießener Tsiganologie“ auf, deren Vertreter*innen so vehement gegen jegliche Integrationsmaßnahmen argumentierten. </p>
<p>Die zwei weiteren Beiträge mit Osteuropabezug sind: Esther Nieft, <em>Überall schön, doch zu Hause am besten? – Einschätzungen der Wohnstandortentscheidungen, materiellen Wohnsituation und internen Segmentierung der Bewohner_innen einer ostslowakischen osada</em> (S.257-289) und Nina Stoffers, <em>„Gypsymania!“ Oder: Warum der Hype in der Clubmusik doch nicht so neu ist – Eine Untersuchungen zu Phänomenen der Akzeptanz in der Sozial- und Kulturgeschichte von Roma-/Z*****ermusikern</em> (S.199-232).</p>
<p>Zu nennen ist weiterhin der Beitrag von Anne Losemann, <em>„Beobachten, wie wir beobachten“ – Pressediskurse über Z*****er in Mitteldeutschland</em> (S.125-146). Die Analyse der Printmedien hat in den Jahren seit 1990 dank des einfachen und sicheren Quellenzugangs eine relativ umfassende Literatur hervorgebracht. Diese zeigt die große Persistenz in der Tradierung von Sinti- und Romabildern in der deutschen Presse, die oft genug unbestreitbar rassistische Züge trägt, auf. In Losemanns Text werden die Literatur und ihre Ergebnisse allerdings kaum rezipiert. Die Presse in den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt scheint, glaubt man ihren Ergebnissen, von der bisher analysierten Presse abzuweichen. Skepsis befällt den Rezipienten jedoch, wenn die Autorin einerseits den Journalisten große Distanz zu den Beschriebenen diagnostiziert und andererseits meint, „[...], dass regionale Presseerzeugnisse gerade für das Studium nichtsesshafter Gruppen ertragreich sein können, da Dokumente dieser Art als ‚Glücksfälle‘ für das ethnografische Erkenntnisinteresse gelten dürften.“ (S.139) Der Text macht darüber hinaus die im gesamten Band erkennbare Problematik der „Z*****er“-Definition deutlich. Ob Wertfreiheit in der Verwendung des Begriffs deshalb gegeben ist, weil die Autor*innen es für sich reklamieren, ist angesichts der sehr komplexen Begriffsgeschichte mehr als fraglich. Sie halten den Begriff für genauer als die Bezeichnungen „Sinti“ oder „Roma“, da er nicht ausschließend und damit umfassender sei, gerade wenn Unsicherheit darüber bestehe, um was für eine Gruppe es sich im konkreten Fall handelt. In der Umsetzung führen sie diese Annahme ad absurdum: Losemann, wenn ein Pressetext von Sinti in der DDR spricht und sie daraus „Z*****er“ in der DDR macht. Nief, deren Untersuchungsgruppe offensichtlich Romanes sprechend ist, die Autorin aber nicht daran hindert, die Begriffe „Z*****er“ und „Roma“ gleich zu setzten. Das gleiche Problem stellt sich in dem Beitrag von Janina Heckl, <em>Tsiganismen im Französichen – Die Spuren von Roma- und Sinti-Wortschatz in der Sprache Voltaires</em> (S. 73-93). Der Autorin geht es um Entlehnungen aus dem Romanes im französischen Sprachgebrauch. Wieso die Begriffsbildung „Tsiganismen“ eine wertfreie und genauere Bezeichnung sein soll, erklärt sie nicht. </p>
<p>Weitere Beiträge sind Márcio Vilar, <em>Vom Dreißigsten Tag nach dem Tod eines alten Calon</em> (S. 35-49), weitgehend der Wiederabdruck eines 2010 online publizierten Textes, und Agustina Carrizo-Reimann, <em>Topografie der Vielfalt. Barrios gitanos in Buenos Aires</em> (S.51-72). Welchem Ziel die Aufnahme des Textes von Clara Wieck, <em>Zwischen Kontinuität und Wandel – Die Vag Bagria Rajasthans</em> (S.233-256) dient, erläutern weder Herausgeber*innen noch Autorin. Es lässt sich nur vermuten, dass die von Wieck in Anlehnung an „Kontrastkultur“ gewählte Begrifflichkeit auf Parallelitäten zu „Z*****erkulturen“ nach Leipziger Tsiganolog*innenverständnis hinweisen sollen.</p>
<p>Den Abschluss bildet Harika Dauths Text <em>Mobilität und Flexibilität: wandernde Konzepte und ihre Experten – Eine nomadologische Reise in die postmoderne Tsiganologie</em> (S.291-326), der längste Beitrag und eine Art Manifest „postmoderner Tsiganologie“: Zum Untersuchungsgegenstand werden alle menschlichen Zusammenhänge und selbstreflexiv auch die Tsiganolog*innen. </p>
<p>Letztlich bleibt ein ungeordneter Sammelband, in dem kaum etwas über Roma zu erfahren ist. Neue Sicht- oder Herangehensweisen finden sich so wenig wie Auseinandersetzungen mit der aktuellen nicht-„tsiganologischen“ Forschungsliteratur, die sich gerade in den osteuropäischen Ländern entwickelt und ausdifferenziert hat. Erhellend sind die meisten Beiträge allein hinsichtlich der vielfältigen Wege, auf denen die Leipziger „Tsiganolgie“ der dringend notwendigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Forschungstradition konsequent ausweicht.</p>
<p>_________________________<br />
¹ Michael Zimmermann, Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische „Lösung der Z*****erfrage“. Hamburg 1996, S.28.<br />
² Gleichfalls: „Der Name Z*****er wurde nicht negativ tabuisiert, er behielt auch im 3. Reich seinen alten Doppelcharakter aus Zerlumptheit und Romantik.“ Streck, <em>Nationalistische Methoden zur „Lösung der Z*****erfrage“</em>, in: Ethnologische Absichten 7 (1981), S.62. Zit. nach Berthold P. Bartel, <em>Vom Antitsiganismus zum antiziganism. Zur Genese eines unbestimmten Begriffs</em>, in: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte, Jg. 60 (2008), H.3, S.198.<br />
³  Michael Zimmermann: <em>Antiziganismus – ein Pedant zum Antisemitismus? Überlegungen zu einem bundesdeutschen Neologismus</em>, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 55 (2007), 4, S.305.<br />
⁴ Mark Münzel, <em>Vier Lesarten eines Buches: Zur Rezeption von Hans Stadens ‚Wahrhaftige Historia’</em>, in: Domschke, R. u.a. (Hg.): Martius-Staden-Jahrbuch 53 (2006), S.19.</p>
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		<title>Tatort Rassismus</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jan 2013 11:31:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im gestrigen Tatort &#8220;Melinda&#8221; kamen Charaktere aus einem nicht weiter benannten &#8220;nordafrikanischen Land&#8221; vor, die auf plumpe Weise stereotyp rassistisch dargestellt wurden. Regie führte der Tatort-erfahrene Hannu Salonen, der schon bessere Filme als &#8220;Melinda&#8221; gemacht hat. OK, in Melinda waren alle Charaktere überzeichnet, somit können auch die für &#8220;Nordafrika&#8221; stehenden Figuren nicht so bierernst genommen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im gestrigen Tatort &#8220;Melinda&#8221; kamen Charaktere aus einem nicht weiter benannten &#8220;nordafrikanischen Land&#8221; vor, die auf plumpe Weise stereotyp rassistisch dargestellt wurden. Regie führte der Tatort-erfahrene <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hannu_Salonen">Hannu Salonen</a>, der schon bessere Filme als &#8220;Melinda&#8221; gemacht hat.</p>
<p> OK, in Melinda waren alle Charaktere überzeichnet, somit können auch die für &#8220;Nordafrika&#8221; stehenden Figuren nicht so bierernst genommen werden &#8212; doch! Denn diese standen kollektiv für das gewalttätig Böse überhaupt, abgesehen von ihrem Opfer, dem Mädchen Meldinda. Die Figuren um das Tatort-Team behielten bei aller Überzeichnung nämlich ihre Individualität, standen jeweils mit eigenen Persönlichkeitsmerkmalen für sich und waren untereinander klar abgegrenzt. Dagegen besaßen die arabischsprechenden Männer untereinander keine charakterlichen Abstufungen und standen gemeinsam homogen für Kriminalität, Gewalt, Skrupellosigkeit, Kindesmissbrauch &#8230; Dazu gehörten alle arabisch markierten Figuren des Films. Die Ausnahme bildete das hilflose Mädchen, das von den deutschen Polizist*innen gerettet werden muss. Plumper geht&#8217;s nicht. </p>
<p>Symbolhaft für diese Darstellungen war die Szene mit den Bildern der Krankenhaus-Überwachungskamera: Der Dolmetscher läuft mit dem Erstickungs-Tatmittel Handtuch über den Krankenhausflur und schaut, ganz typisch für einen Menschen mit Mordabsicht, lange direkt in die Überwachungskamera. Dabei zieht er zu allem Überfluss eine fiese Fratze in bester Disney-Manier. Hier Leute, einen der das Böse derart in sich trägt braucht ihr nur genau anzusehen!</p>
<p>Zur Stereotypisierung der Figuren trug ferner bei, dass ihr Herkunftsland unerwähnt blieb. &#8220;Ein nordafrikanisches Land&#8221; hieß es die ganze Zeit. Ein Land, dessen Namen das Filmpublikum also für den Kontext der Story nicht kennen braucht. OK, Arabisch wird dort gesprochen. Mit anderen Worten: Eines dieser Länder eben, da unten, ihr wisst schon. Über die braucht ihr nichts weiter wissen als: Arabischsprachig, Afrika, böse, böse und böse. Ziemlich billig für eine traditionsreiche nordeuropäische Krimiserie. Zumal in einem Deutschland, das sich gerade als Hausaufgabe selbst gestellt hat, Rassismus in den Medien zu reflektieren. </p>
<p>Die dramaturgischen Rollenbezeichnungen sprechen auch Bände. So wird die weibliche Figur, die sich als Melindas Mutter ausgibt, in der <a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/melinda-27012013-100.html">Besetzungsliste</a> als &#8220;Afrikanische Mutter&#8221; benannt. Während andere Figuren Namen haben oder sogar Berufsbezeichnungen, reichen für diese weibliche Figur die Attribute Kontinent und Eigenschaft als Mutter, also Rassifizierung und Typisierung. Ich will nicht wissen, wie das Casting war. </p>
<p>Der Schauspieler <a href="https://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&amp;dig=2010/05/22/a0019&amp;cHash=b155b8837c">Kida Khodr Ramadan</a>, der in &#8220;Melinda&#8221; einen der bewaffneten Gangster spielt, <a href="https://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&amp;dig=2010/05/22/a0019&amp;cHash=b155b8837c">sprach in einem Interview 2010</a> über die Schwierigkeit, als Schauspieler*in mit der Markierung &#8220;Migrationshintergrund&#8221; klischeefreie Rollen in Deutschland zu finden. Ramadan, der seine Kindheit in Kreuzberg verbrachte und neben Arabisch auch akzentfreies Deutsch und Berliner Dialekt spricht, durfte im gestrigen Tatort einmal mehr den gebrochen Deutsch sprechenden Araber mimen. Im Cast von &#8220;Melinda&#8221; ist er aber nicht gelistet. Vielleicht ja auf ausdrücklichen Wunsch.</p>
<p>__________<br />
Zu rassistischen Klischees im deutschen Fernsehen berichtete ZAPP Ende 2011 mal: </p>
<p>[Video leider von den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Depublikation">depubliziert</a>]</p>
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		<title>&#8220;Das ist rassistisch.&#8221; &#8212; &#8220;Das ist Zensur!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jan 2013 23:00:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ja ich dachte auch die 90er und das N-Wort sind vorbei. Nun musste ich wieder was über Deutschland lernen: Das N-Wort ist erhaltenswert, alles andere Zensur. Überraschung? Es ist peinlich, dass der Thienemann-Verlag sich dafür rechtfertigen muss, weil er seine redaktionelle Verantwortung ernst nimmt. Als ob gerade Englisch als erste Amtssprache eingeführt werden soll gehen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ja ich dachte auch die 90er und das N-Wort sind vorbei. Nun musste ich wieder was über Deutschland lernen: Das N-Wort ist erhaltenswert, alles andere Zensur. Überraschung? Es ist peinlich, dass <a href="http://cms.thienemann.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=637:sprachliche-modernisierung-von-klassikern&amp;catid=15:news-artikel&amp;Itemid=29">der Thienemann-Verlag sich dafür rechtfertigen muss</a>, weil er seine redaktionelle Verantwortung ernst nimmt.  </p>
<p>Als ob gerade Englisch als erste Amtssprache eingeführt werden soll gehen deutsche Zeitungen in Frontstellung, um das N-Wort zu verteidigen. Und die von dem Wort Betroffenen werden gar nicht erst in die Diskussion einbezogen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Rassismus hierzulande großgeschrieben wird. Also das Thema. Ähm. Naja. Die überschaubare Anzahl an vernünftigen Stimmen zu dem Thema <a href="http://blog.derbraunemob.info/2013/01/19/zur-aktuellen-n-wort-debatte-stimmen-der-vernunft/">hat der braune mob gesammelt und verlinkt</a>.</p>
<p>So viel noch: Zensur wird über institutionelle Macht ausgeübt, um Meinungen zu unterdrücken, die den Macht-Ausübenden gefährlich scheinen. In der aktuellen Debatte ist das Gegenteil der Fall: Von Mainstream-Medien wird der Zensurvorwurf gegen eine Randposition erhoben. Nach mehreren Deutschlands mit echter Zensur ist das eine gewagte These von unserer &#8220;vierten Gewalt&#8221;. Beschämend nicht nur dass, sondern auch mit welchen dirty tricks deutscher Journalismus 2013 das Recht auf Rassismus verteidigt.</p>
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		<title>Ähm ZEIT, soll das etwa provokant sein?</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jan 2013 17:05:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In der Diskussion über unzeitgemäße Sprache will die Wochenzeitung ZEIT auch Aufmerksamkeit: Das N-Wort prangt in riesigen Lettern auf dem aktuellen Print-Cover. Ich würd sagen in Deutschland ist alles beim Alten, noch älter als ich dachte sogar. Wahrscheinlich hält sich die ZEIT-Redaktion aber sogar noch für provokant, wenn sie mit dem rassistischen N-Wort auf dem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der <a href="https://fuckermothers.wordpress.com/2013/01/13/rassismus-raus-aus-kinderbuchern/">Diskussion über unzeitgemäße Sprache</a> will die Wochenzeitung ZEIT auch Aufmerksamkeit: Das N-Wort prangt in riesigen Lettern auf dem aktuellen Print-Cover. Ich würd sagen in Deutschland ist alles beim Alten, noch älter als ich dachte sogar. Wahrscheinlich hält sich die ZEIT-Redaktion aber sogar noch für provokant, wenn sie mit dem rassistischen N-Wort auf dem Cover riskiert, Schwarze Menschen ohne Vorwarnung zu verletzen. Das ist auf gar keinen Fall provokant, es ist bequem und Mainstream, es reiht sich ein in bestehende, verkrustete Strukturen, es folgt dem Recht auf Rassismus in Deutschland, es steht im Regal neben nationalen Bestsellern von Sarrazin und Buschkowsky, denen die Zustimmung eines großen Teils der deutschen Leser*innen gehört. Wie mutig, ZEIT!</p>
<p><strong>update:</strong> Anneke Gerloff von Bühnenwatch hat sich der betreffenden Ausgabe der ZEIT <a href="http://buehnenwatch.com/uber-den-artikel-die-kleine-hexenjagd-von-ulrich-greiner-in-der-aktuellen-zeit/">ausführlich gewidmet</a>.</p>
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		<title>signal, 15.1.2013</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jan 2013 23:15:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mindestens zwei sehr gute Radiobeiträge hab ich in jüngster Zeit gehört, die ich nicht nur zum Rausballern bei Twitter verwendbar, sondern auch für hier postenswert halte. Darum belebe ich mal eine alte Kategorie meines Blogs wieder. Die läuft mit unter &#8220;gefunden&#8221; (oben in der Kategorien-Leiste). Am 2.1.2013 fragte Naika Foroutan im Deutschlandradio Kultur &#8220;Deutschland &#8211; [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mindestens zwei sehr gute Radiobeiträge hab ich in jüngster Zeit gehört, die ich nicht nur zum Rausballern bei Twitter verwendbar, sondern auch für hier postenswert halte. Darum belebe ich mal eine alte Kategorie meines Blogs wieder. Die läuft mit unter &#8220;gefunden&#8221; (oben in der Kategorien-Leiste).</p>
<p>Am 2.1.2013 fragte Naika Foroutan im Deutschlandradio Kultur &#8220;Deutschland &#8211; einig Einwanderungsland?&#8221; und findet, &#8220;Unsere Gegenwart braucht ein neues &#8220;Narrativ&#8221;.&#8221; Die meisten Narrationen unserer Gegenwart würden der Realität in Deutschland nicht mehr gerecht. In einem Land, &#8220;in dem jedes dritte eingeschulte Kind im letzten Jahr einen Hintergrund hatte, der heute noch Migrationshintergrund heißt&#8221;. [<em>Deutschland - einig Einwanderungsland? Unsere Gegenwart braucht ein neues "Narrativ"</em>, 4:30, DRadio &gt;&gt; <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/01/02/drk_20130102_0721_0318f896.mp3">Direkt zur mp3</a> oder zur <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1961858/">Beitragsseite bei dradio</a>.]</p>
<p>Und vor noch ein paar Tagen mehr, nämlich am 15.12.12, wurde beim Bayerischen Rundfunk die &#8220;Asylwirklichkeit in Deutschland&#8221; betrachtet. Erich Reißig interessierte sich für die Anliegen protestierender asylsuchender Menschen in Deutschland und erstellte beeindruckende Portraits von souveränen Menschen mit klaren Zielen. In Kombination mit ernüchternden Fakten zur rechtstaatlichen Realität deutscher Asylgesetzgebung entstand ein unaufgeregtes Feature, das ganz ohne Polemik auskommt. [<em>Weltlos. Asylwirklichkeit in Deutschland</em>, 52min, BR2 &gt;&gt; <a href="http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_71S/_AJS/_AbH5yvd/121215_1305_radioFeature_Weltlos---Asylwirklichkeit-in-Deutschland.mp3">direkt zur mp3</a> oder <a href="http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiofeature/asylwirklichkeit-in-deutschland-100.html">zur Beitragsseite bei BR2</a>.] </p>
<p><a href="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2013/01/no.jpg"><img src="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2013/01/no.jpg" alt="no" width="1680" height="1119" class="aligncenter size-full wp-image-12179" /></a></p>
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		<title>08005035494 &#8212; ungebetene Anrufe von Vodafone + update</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jan 2013 13:52:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[berichte]]></category>
		<category><![CDATA[08005035494]]></category>
		<category><![CDATA[Cold Calling]]></category>
		<category><![CDATA[Cold Calls]]></category>
		<category><![CDATA[Vodafone]]></category>

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		<description><![CDATA[update (15.3.13) unten Am Heilig Abend gegen Mittag hatte ich auf meinem Festnetz(DSL)-Telefon wieder einen Anruf von der Nummer 08005035494 verpasst. Langsam fand ich das komisch. Denn seit Tagen war ich mehrmals von dieser Nummer angerufen worden, drei Mal hatte ich den Anruf verpasst. Mindestens weitere drei Mal (das zählt mein Telefon blöderweise nicht) war [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>update (15.3.13) unten</strong></p>
<p>Am Heilig Abend gegen Mittag hatte ich auf meinem Festnetz(DSL)-Telefon wieder einen Anruf von der Nummer 08005035494 verpasst. Langsam fand ich das komisch. Denn seit Tagen war ich mehrmals von dieser Nummer angerufen worden, drei Mal hatte ich den Anruf verpasst. Mindestens weitere drei Mal (das zählt mein Telefon blöderweise nicht) war ich ans Telefon gegangen, aber am anderen Ende waren nur Geräusche zu hören und keine Person dran. </p>
<p><img src="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2013/01/vodafone-entgangen-300x197.jpg" width="300" height="197" class="aligncenter" /></p>
<p>Zu Silvester, wieder um die Mittagszeit, kam wieder so ein Anruf und ich ging ran: wieder keine_r zu hören. Jetzt tippte ich die Nummer mal in eine Suchmaschine und, tataaaa, Vodafone Kundenservice. Moment&#8230;? ja &#8212; mein eigener Festnetz/DSL-Anbieter! Die rufen hier an in Form von Klingelstreichen? Komisch, denn Vodafone ruft laut <a href="https://www.vodafone.de/agb.html">eigenen AGB</a> Punkt 9.2 nur an, wenn Kundin oder Kunde ausdrücklich zugestimmt haben. Das habe ich nicht. Und Anrufe ohne Zustimmung, genannt Cold Calls, sind sogar <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unerw%C3%BCnschte_telefonische_Werbung">rechtswidrig</a>. </p>
<p><img src="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2013/01/vodafone-angenommen-300x193.jpg" width="300" height="193" class="aligncenter" /></p>
<p>Ich entschied mich dann dafür (vielleicht war genau das ihr Ziel) zurückzurufen. Ich nahm mir vor, mich auf gar kein Gespräch einzulassen, sondern nur meine Botschaft abzusenden. Mehr nicht. Was sich dann aber abspielte übertraf meine Erwartungen und brachte die Leute, denen ich davon erzählte, zum Staunen. Ich legte im Anschluss extra ein Gedächtnisprotokoll schriftlich an. Also. Sofort noch beim ersten Freizeichen-Tuten meldete sich eine männliche_<br />
Stimme: &#8220;Vodafone Kundenservice, Guten Tag.&#8221;<br />
Ich: &#8220;Guten Tag, seit Wochen werde ich von Ihnen angerufen und möchte Sie bitten das zu unterlassen. Ich möchte nicht mehr von Ihnen angerufen werden.&#8221;<br />
Stimme: &#8220;Also dieses Jahr rufen wir nicht mehr an. Aber 2013 werden wir Sie sicher wieder anrufen.&#8221;<br />
Ich: &#8220;Ich habe aber gesagt, ich möchte von Ihnen nicht mehr angerufen werden. Diese Praxis von ungebetenen Anrufen ist illegal.&#8221;<br />
Stimme: &#8220;Was? Nein, das ist nicht illegal. Wir dürfen Sie anrufen, so oft wie wir wollen. Sie haben sogar noch Glück gehabt, andere Kunden rufen wir zehn Mal täglich an.&#8221;<br />
Ich: &#8220;Ich habe ausdrücklich gesagt, dass ich von Vodafone nicht mehr angerufen werden will. Wenn Sie trotzdem weitere Anrufe ankündigen und auf Kunden verweisen, die noch öfter angerufen werden, klingt das für mich wie eine Drohung.&#8221;<br />
Stimme: &#8220;Ja weil Sie völlig verweichlicht sind.&#8221;</p>
<p>Die andere Seite brach das Gespräch ab und legte auf. Ich dachte kurz wirklich, das war eine Verarschung. Dann lief ich zur Beruhigung ein bisschen in der Wohnung hin und her und schrieb den Dialog auf. Gefühlt war der fünf Mal so lang und ich dachte die ganze Zeit, was will der denn mir nur sagen? </p>
<p>Inzwischen sage ich mir, dass der Typ einfach gestresst war, zu Silvester Cold Calls bei Vodafone-Kunden machen zu müssen und dann von einem noch über die Rechtslage belehrt zu werden. Ich frag mich, was für Rahmenbedingungen dort herrschen, dass der Mitarbeiter nicht mal die AGB seiner eigenen Arbeitgeberin hören will (vielleicht ja nicht mal kennt?). Vom offensichtlichen Menschen(Männer-? Macker-?)bild, das sich hinter dem wohl als Beleidigung gemeinten Abschiedskommentar zu verbergen scheint, ganz zu schweigen&#8230; </p>
<p>Fakt ist jedenfalls, nicht dieser gestresste Mitarbeiter, sondern Vodafone ist verantwortlich für diese Praxis ungebetener Anrufe. Mein eigener Telefonanbieter nervt und belästigt mich mit Anrufen, <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobos-kolumne-callcenter-warteschleifen-und-nervende-kunden-a-876270.html">nicht ich die</a>. </p>
<p>Ich habe einen Brief an Vodafone abgeschickt, in dem ich den Vorfall schildere und den Vertrag kündige. Bei den heutigen langen Laufzeiten ist das eher ein symbolischer Akt. Aber ich war eigentlich immer zufrieden mit Vodafone. Das ist vorbei.</p>
<p><a href="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2013/01/brief-an-voda1.png"><img src="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2013/01/brief-an-voda1-510x719.png" alt="brief an voda" width="510" height="719" class="aligncenter" /></a></p>
<p><strong>update (15.3.13)</strong></p>
<p>Nachdem ich Vodafone wochenlang mehrmals per e-Mail und Vodafone-Kontaktfenster aufgefordert hatte, mir meine Kündigung schriftlich zu bestätigen, kam am 20.2. ein Brief als pdf per Mailanhang. Darin stand, sie bedauerten meine Kündigung, aber ich müsse die doch schriftlich schicken. Ich habe ja den Rückschein hier, mit Namen, Uhrzeit und Datum zur Entgegennahme meines schriftlichen Kündigungsschreibens. Ich schrieb dann erneut und mit noch mehr Nachdruck, dass das nicht deren Ernst sein könne, dass meine Kündigung nicht eingegangen sei. Und in einer Mail vom 26.2. antwortete Vodafone, doch, das ist so, sie können &#8220;trotz intensiver Recherche in unserem Hause&#8221; kein Kündigungsschreiben finden. Und das, obwohl ich wie gesagt den Rückschein als Bestätigung hier hab. Komisch. In derselben Mail schrieben sie aber auch, dass sie jetzt die Mail als Kündigungsschreiben betrachten. Alles sehr seltsam. Zwei Tage später, am 28.2. kam noch eine Mail, dass meine Kündigung akzeptiert sei und schlussendlich kam sogar eine schriftliche Kündigungsbestätigung. Zusammengefasst: Ich werde von Vodafone mit Anrufen ohne meine Einwilligung genervt, dann noch am Telefon von einem Callcenter-Mitarbeiter blöd angemacht und muss dann ewig darum bitten, dass meine per Einschreiben mit Rückschein verschickte Kündigung mal zur Kenntnis genommen wird. Hm.</p>
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		<title>2012 rum</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Dec 2012 18:13:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[standpunkte]]></category>

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		<description><![CDATA[In letzter Zeit bin ich wenig zum Bloggen gekommen aber ich habe bereits mehrere Dinge im Kopf, die ich Anfang 2013 verbloggen will. Mit 2012 war&#8217;s das nämlich jetzt. Der klare Schwerpunkt hier war das Thema Rassismus. Nicht zu vergessen die Blackface-Diskussionen, verbunden mit der ablenkenden Frage, was in Deutschland (im Theater) noch gedürft wird. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit bin ich wenig zum Bloggen gekommen aber ich habe bereits mehrere Dinge im Kopf, die ich Anfang 2013 verbloggen will. Mit 2012 war&#8217;s das nämlich jetzt. </p>
<p>Der klare Schwerpunkt hier war das Thema <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/tag/rassismus/">Rassismus</a>. Nicht zu vergessen die <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/tag/blackface/">Blackface-Diskussionen</a>, verbunden mit der ablenkenden Frage, was in Deutschland (im Theater) noch gedürft wird. Erneut habe ich mich an Spiegel TV abgearbeitet, aber auch ein <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/06/18/rassistischer-uebersetzungsfehler-bei-den-tagesthemen/">rassistischer Vorfall bei den Tagesthemen</a> war Thema hier. Mir gegenüber war der Beitrag von der Redaktion noch <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/06/27/ein-o-ton-fuer-die-tagesthemen-oder-das-recht-auf-rassistische-sprache/">gerechtfertigt worden</a>, aber auf die Beschwerde des Zentralrats der Sinti und Roma hat sich die ARD dann sogar <a href="http://zentralrat.sintiundroma.de/content/downloads/presseschau/252.pdf">entschuldigt</a>. Spiegel TV sendet weiter seine verächtlichmachenden Reportagen. Mit solchen Darstellungen ist diese Reihe sicher keine Ausnahme, allerdings stach die unverblühmte Stimmungsmache kombiniert mit rassistischen Narrativen des <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/06/07/spiegel-tv-macht-wieder-stimmung/">letzten hier vorgestellten SpTV-Beitrags</a> in die Augen. Rassismus dient nach wie vor als Fundus für deutsche Mainstream-Medienerzeugnisse. </p>
<p>Andere Themen wie <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/10/das-jobcenter-und-die-berliner-sozialwohnung-oder-der-unerlaubte-umzug/">der unerlaubte Umzug</a>, die <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/06/12/vattenfall-und-die-berliner-drogen-task-force-update/">seltsame Hausdurchsuchung</a> + <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/06/15/nachtrag-zu-jobcenter-vattenfall-und-drogen-task-force/">Nachtrag</a> und einiges mehr (z.T. von externen Gastschreiber*innen) bestimmten mein <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012">Blogjahr 2012</a>. Bin gespannt auf 2013.</p>
<p><a href="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2012/12/hello.jpg"><img src="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2012/12/hello.jpg" alt="" width="1680" height="1260" class="aligncenter size-full wp-image-12040" /></a></p>
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		<title>Rassistischer Witz bei Wetten Dass + 2 Nachträge</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Nov 2012 21:27:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[mediawatch]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wetten Dass]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Naja. Passiert. Eben trat der Witze-Reißer &#8220;Atze Schröder&#8221; bei Wetten Dass als Co-Moderator auf und brachte im Rahmen dieser Tätigkeit einen rassistischen Spruch über die Lippen als sich ein italienischer Gast der Sendung auf ein kleines Vehikel setzte &#8212; sinngemäß: &#8220;Naja, typisch Italiener, wenn die ein Auto sehen, dann müssen die das klauen.&#8221; Ich kann [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Naja. Passiert. Eben trat der Witze-Reißer &#8220;Atze Schröder&#8221; bei Wetten Dass als Co-Moderator auf und brachte im Rahmen dieser Tätigkeit einen rassistischen Spruch über die Lippen als sich ein italienischer Gast der Sendung auf ein kleines Vehikel setzte &#8212; sinngemäß: &#8220;Naja, typisch Italiener, wenn die ein Auto sehen, dann müssen die das klauen.&#8221;  </p>
<p>Ich kann mir bereits die Rechtfertigungen vorstellen: &#8220;Das ist ja Humor, da geht sowas ja. Das war ja nicht böse gemeint. Ach Gott rassistisch, oh nein, um Himmels Willen&#8221; Und so weiter. Genau das ist das Problem: Der alltägliche Rassismus in diesem Land ist dermaßen verbreitet, dass ein rassistischer Witz in einer Sendung mit Millionenpublikum im öffentlich-rechtlichen Fernsehen einfach keine_n mehr vom Hocker reißt. Deutschland hat ein Problem. Und das heißt Rassismus.</p>
<p><del datetime="2012-11-04T12:14:31+00:00">[Sobald die Sendung in der Mediathek online ist, verlinke ich die betreffende Stelle hier.]</del> Sendung wird wohl nicht komplett online gestellt. </p>
<p><strong>Nachtrag:</strong><br />
(als Reaktion auf einige Tweets)</p>
<p>Es gibt keine Rassen. Innerhalb der Ideologie des Rassismus aber werden rassifizierte Gruppen (re)konstruiert. <del datetime="2012-11-04T12:13:14+00:00">&#8220;Die Italiener&#8221;</del> Alle mit &#8220;die Italiener&#8221; gemeinten Menschen sind es in diesem Beispiel, denen eine kollektive Eigenschaft im Zusammenhang mit einem Italiener-Sein zugeschrieben wird.</p>
<p><strong>Nachtrag 2:</strong></p>
<p>Als Einstieg &gt;&gt; <a href="http://books.google.de/books?id=mjKLLl2IjgEC&amp;lpg=PP1&amp;hl=de&amp;pg=PA98#v=onepage&amp;q&amp;f=false">1.Rassismus: Eine Definition</a> (Terkessidis, Mark: Die Banalität des Rassismus &#8212; Migranten zweiter Generation entwickeln eine neue Perspektive, transcript Bielefeld, 2004, Kapitel 2: Methodologie der Rassismusforschung, S.98ff)   </p>
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		<title>Schluss mit der rassistischen Hetze gegen Roma!  Das Recht auf Asyl duldet keine Unterschiede!</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Oct 2012 08:09:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiebung]]></category>
		<category><![CDATA[Asyl]]></category>
		<category><![CDATA[Mazedonien]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Roma]]></category>
		<category><![CDATA[Serbien]]></category>

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		<description><![CDATA[(Anm.: Gemeinsame Presseerklärung von über 20 Roma- und Flüchtlingsinitiativen betreffend jüngster Äußerungen deutscher Politiker*innen zum Thema Asyl, Mitzeichnende s.u. &#124; za hrvatsko-srpsku verziju pogledajte dolje) 15. Oktober 2012 &#8212; In den vergangenen Tagen haben konservative Politiker, aber auch Mitglieder der SPD, wiederholt gefordert, die Visumpflicht für serbische und mazedonische StaatsbürgerInnen, die im Dezember 2009 gelockert [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>(Anm.: Gemeinsame Presseerklärung von über 20 Roma- und Flüchtlingsinitiativen  betreffend jüngster Äußerungen deutscher Politiker*innen zum Thema Asyl, Mitzeichnende s.u. | za hrvatsko-srpsku verziju pogledajte dolje)</em></strong></p>
<p>15. Oktober 2012 &#8212; In den vergangenen Tagen haben konservative Politiker, aber auch Mitglieder der SPD, wiederholt gefordert, die Visumpflicht für serbische und mazedonische StaatsbürgerInnen, die im Dezember 2009 gelockert wurde, wieder einzuführen. Sie möchten damit den „massiven Zustrom von serbischen und mazedonischen Staatsbürgern“ stoppen. Dabei geht es in erster Linie um Mitglieder der Romaminderheit, die seit Aufhebung der Visumpflicht für Kurzaufenthalte im Schengenraum vermehrt in der EU und anderen Schengener Vertragsstaaten Asyl beantragen.</p>
<p>Die Aufhebung der Visumpflicht für die Staaten des sogenannten westlichen Balkans steht am Ende eines langen Prozesses, bei dem die Staaten im Auftrag der EU tiefgreifende Reformen im Bereich der Gesetzgebung und anderen Bereichen (Dokumentensicherheit, Grenzkontrollen und Kontrolle der Wanderbewegungen, usw.) durchführen mussten. Nur im Bereich Menschenrechte blieben die Reformen weit hinter den Erwartungen zurück. Ende August stellte die EU-Kommission in ihrem <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2012:0472:FIN:EN:PDF">dritten Bericht</a> zur Visaliberalisierung erneut fest, dass die Roma in allen Balkanstaaten einer umfassenden Diskriminierung ausgesetzt sind, die sie an der Ausübung grundlegender Rechte wie beispielsweise dem Zugang zu Bildung und Ausbildung, Gesundheitsversorgung und Arbeitsmarkt hindert.</p>
<p>Nach <a href="http://www.romadecade.org/files/downloads/13th%20ISC/Bozidar%20Djelic_June%2024%202008.ppt">Aussagen</a> der serbischen Regierung leben circa 60 Prozent der geschätzten 450.000 Roma in Serbien in unsicheren und unhygienischen Lebensverhältnissen; 30 Prozent haben keinen Zugang zu Trinkwasser; 70 Prozent keinen Zugang zur Kanalisation. Serbische <a href="http://www.romadecade.org/files/downloads/Education%20Resources/Roma%20Children%20in%20Special%20Schools%20in%20Serbia.pdf">Studien</a> belegen, dass Romakinder in Sonderschulen mit einem Anteil von mehr als 30 Prozent deutlich überrepräsentiert sind. <a href="http://www.undp.org.rs/index.cfm?event=public.getFile&amp;fileid=698A90F7-0E7E-0372-9B538B5A0270138F">Umfragen</a> zufolge gelten sie als die meist diskriminierte Bevölkerungsgruppe in Serbien, eine Diskriminierung, die sich insbesondere im Zugang zum Arbeitsmarkt deutlich macht. Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) stellte in ihrem letzten <a href="http://www.coe.int/t/dghl/monitoring/ecri/Country-by-country/Serbia/SRB-CbC-IV-2011-021-ENG.pdf">Länderbericht</a> zu Serbien fest, dass die Mehrheit aller Roma von Gelegenheitsjobs, wie beispielsweise dem Sammeln von Altmetall lebt, und dass kaum Roma in staatlichen Betrieben beschäftigt sind.</p>
<p>Auch in Mazedonien sind Roma einer allumfassenden Diskriminierung ausgesetzt. Ebenso wie in Serbien leben sie in Mazedonien oft in abgeschiedenen Siedlungen, wo sie keinen oder nur beschränkten Zugang zu grundlegenden Diensten haben. Romakinder sind in Sonderschulen und in Sonderklassen deutlich überrepräsentiert, was sowohl auf ungeeignete Einstufungstests, als auch auf eine falsche Orientierung der Eltern zurückgeht, wie das Budapester European Roma Rights Centre kürzlich in einer <a href="http://www.errc.org/cms/upload/file/macedonia-factsheet-education-en-30-august-2012.pdf">Studie</a> feststellte. Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) stellte in einem 2010 veröffentlichten <a href="http://www.coe.int/t/dghl/monitoring/ecri/country-by-country/former_yugoslav_republic_macedonia/MKD-CbC-IV-2010-019-ENG.pdf">Bericht</a> fest, dass 70 Prozent aller Roma in Mazedonien arbeitslos sind, womit ihre Arbeitslosigkeit deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt. ECRI fand auch, dass Roma mit Vorurteilen im Gesundheitssystem konfrontiert sind, was ihren Zugang zu medizinischen Dienstleistungen beeinträchtigt.</p>
<p>Es ist demnach abfällig, wenn Asylanträge von Roma von vornherein als unbegründet bewertet werden. Laut <a href="http://www.unhcr.org/refworld/pdfid/4f33c8d92.pdf">Handbuch</a> des UN-Flüchtlingswerks von 1951 zu den Prozeduren und Kriterien zur Festlegung des Flüchtlingsstatus, das im Dezember 2011, neu aufgelegt wurde, kann Diskriminierung durchaus als Fluchtgrund gewertet werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sie dazu führt, dass eine Person nur mehr begrenzt in der Lage ist, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Daneben stellt das UN-Flüchtlingswerk auch fest, dass rassistische Diskriminierung eine der deutlichsten Menschenrechtsverletzung darstellt und folglich bei der Festlegung des Flüchtlingsstatus berücksichtigt werden muss.</p>
<p>Auf Druck von Seiten der EU und ihrer Mitgliedstaaten, allen voran Deutschland, Schweden, Belgien und Luxemburg, haben Serbien und Mazedonien sowie die anderen Balkanstaaten, deren BürgerInnen kürzlich von der Visumpflicht für Kurzaufenthalte entbunden wurden, in den vergangenen zwei Jahren umfassende <a href="http://romarights.files.wordpress.com/2012/07/chachipe_visa_liberalisation_report_270612.pdf">Maßnahmen</a> getroffen, um den angeblichen Missbrauch der Visumfreiheit und des Rechts auf Asyl zu beenden. Dazu gehört eine Verschärfung der Grenzkontrollen, in deren Folge Tausende von Menschen, zumeist Roma, aufgrund von zum Teil fadenscheinigen Argumenten und willkürlichen Begründungen an der Ausreise gehindert wurden. Abgeschobenen AsylbewerberInnen droht bei der Rückkehr eine Strafe und der Verlust ihres Passes, womit sie an einer erneuten Ausreise gehindert werden sollen. Roma werden in den Medien und im politischen Diskurs unterschiedslos als „lažni azilanti“, als „ScheinasylantInnen“ bezeichnet und für die drohende Aufhebung der Visumfreiheit verantwortlich gemacht. Rassistische Ressentiments gegen Roma erleben einen erneuten Auftrieb. Die Gewaltbereitschaft gegen sie nimmt zu.</p>
<p>Parallel dazu erleben wir in westlichen Ländern eine selektive Aushebelung des Rechts auf Asyl. Schnellverfahren, wie sie jüngst vom bayrischen Innenminister Joachim Herrmann ins Spiel gebracht wurden, bieten oftmals nicht die Gewähr für eine rigorose Überprüfung des Einzelfalls, wie sie die Genfer Flüchtlingskonvention vorschreibt. Roma aus dem Balkan, die in der EU und der Schweiz Asyl beantragen, unterliegen ohnehin einem Generalverdacht, sogenannte WirtschaftsasylantInnen zu sein, der eine objektive Überprüfung ihres Antrags auf Asyl von vornherein unmöglich macht. Bereits heute werden Anträge von Roma aus Serbien und Mazedonien vielfach vorgezogen, mit dem erklärten Ziel, Roma durch eine zügige Bearbeitung ihres Asylantrags, die in der Regel in der Ablehnung mündet, davon abzuhalten, überhaupt nach Deutschland ein zu reisen und dort Asyl zu beantragen.</p>
<p>In weniger als zwei Wochen wird Bundeskanzlerin Merkel in Berlin das zentrale Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma zur Zeit des Nationalsozialismus einweihen. Die Verfolgung und Ermordung von mehr als einer halben Million Sinti und Roma durch Nazideutschland sollte eine Erinnerung und eine Mahnung sein, wohin Rassismus und Vorurteile führen können. In Serbien wurden mehrere Zehntausende Roma und Juden im Rahmen von sogenannten Vergeltungsaktionen von Wehrmachtsoldaten erschossen. Abertausende starben in den Konzentrationslagern Banjica und Sajmište (Belgrad) und Crveni Krst (Niš).</p>
<p>Es ist demnach völlig gedächtnislos und realitätsfremd, wenn deutsche Politiker heute Schnellverfahren für AsylbewerberInnen aus dem Balkan oder eine Wiedereinführung der Visumpflicht fordern, mit dem ausschließlichen Ziel, Roma an der Einreise nach Deutschland hindern. Sie geben serbischen und mazedonischen PolitikerInnen, die ohnehin keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegenüber Roma machen und Roma in Randgebiete abdrängen, wo sie erst recht keine Möglichkeit zum Überleben haben, einen Blankoschein, Roma weiter zu diskriminieren und in der Ausübung ihrer Grundrechte einzuschränken.</p>
<p>Wir fordern ein Ende der rassistischen Hetze gegen Roma! Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien dürfen nicht vom Recht auf Asyl ausgeschlossen werden. Sie haben ein Recht auf eine Einzelfallprüfung, innerhalb derer die rassistische Diskriminierung in ihren Heimatländern, in angemessener Weise zu berücksichtigen ist.</p>
<p>Wir fordern ein Ende einer restriktiven Ausländer- und Asylpolitik, die dazu geführt hat, dass tausende von Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien, die oftmals Opfer von Krieg und Verfolgung waren, nie eine Möglichkeit hatten, ein dauerhaftes Bleiberecht zu erhalten. Personen, die in Deutschland geboren oder aufgewachsen sind, müssen ein Rückkehrrecht erhalten. Sie überhaupt als Fremde zu betrachten ist zynisch und eine Verkennung ihrer Rechte.</p>
<p><a href="http://www.romarights.wordpress.com/">Chachipe a.s.b.l.</a>, Luxemburg</p>
<p><a href="http://www.foerdervereinroma.de/">Förderverein Roma e.V.</a>, Frankfurt am Main</p>
<p><a href="http://www.romev.de/">Rom e.V.</a>, Köln</p>
<p><a href="http://www.ffm-berlin.de/">Forschungsgesellschaft Flucht und Migration e.V.</a>, Berlin</p>
<p>Romane Aglonipe e.V., Hannover</p>
<p><a href="http://www.aktionbleiberecht.de/?page_id=1582">Freiburger Forum aktiv gegen Ausgrenzung</a></p>
<p><a href="http://www.fluechtlingsrat-berlin.de/">Flüchtlingsrat Berlin e.V.</a>, Berlin</p>
<p><a href="http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/">Bayerischer Flüchtlingsrat e.V.</a>, München</p>
<p>Redaktion des <a href="http://www.hinterland-magazin.de">Hinterland-Magazin</a>s</p>
<p><a href="http://www.frnrw.de/">Flüchtlingsrat NRW e.V.</a>, Essen</p>
<p><a href="http://www.gruene-alternative.net/">Grüne Alternative Freiburg</a></p>
<p><a href="http://www.roma-center.de/">Roma Center Göttingen e.V.</a>, Göttingen</p>
<p><a href="http://www.fr-hessen.de">Hessischer Flüchtlingsrat</a>, Frankfurt am Main</p>
<p><a href="https://systemausfall.org/antira">Antirassistische Initiative Rostock</a></p>
<p><a href="http://www.aktionbleiberecht.de/">Aktion Bleiberecht Freiburg</a></p>
<p><a href="http://www.buendnisgegenabschiebungenmannheim.com/index.html">Bündnis gegen Abschiebungen (BgA)</a> Mannheim</p>
<p><a href="http://www.nds-fluerat.org/">Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.</a>, Hildesheim<br />
<a href="http://www.fluechtlingsrat-brandenburg.de/"><br />
Flüchtlingsrat Brandenburg</a>, Potsdam</p>
<p><a href="http://www.fluechtlingsrat-hamburg.de">Flüchtlingsrat Hamburg e.V.</a>, Hamburg</p>
<p>Bündnis „MünsteranerInnen für ein Bleiberecht der Roma“</p>
<p>Verein für politische Flüchtlinge, Münster</p>
<p><a href="http://www.proasyl.de/">Pro Asyl e.V.</a>, Frankfurt am Main</p>
<p><a href="http://www.ggua.de">Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V.</a> (GGUA Flüchtlingshilfe), Münster</p>
<p>Initiative Grenzenlos, Karlsruhe</p>
<p><a href="http://www.flüchtlingsrat-lsa.de/">Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V.</a>, Magdeburg</p>
<p>Roma Union Grenzland e.V., Aachen</p>
<p><a href="http://www.amaroforo.de/">Amaro Foro e.V.</a>, Berlin</p>
<p><a href="http://www.fluechtlingsrat-bremen.de/">Flüchtlingsrat Bremen</a></p>
<h2><strong>Zaustavite rasističke napade na Rome!<br />
Pravo na azil ne toleriše razlike!</strong></h2>
<p>15. Oktobar 2012 &#8212; Prethodnih dana su konzervativni političari kao i članovi socijaldemokratske stranke u Nemačkoj više puta tražili da se ponovo uvede vizni režim za državljane Srbije i Makedonije koji je ukinut u decembru 2009. Tim potezom oni žele da zaustave „masivan priliv državljana Srbije i Makedonije“. Meta ove mere su prvenstveno pripadnici romske manjine, koji su u većem broju tražili azil od kada im nije potrebna viza za kratke boravke u šengenskom prostoru, u EU i ostalim državima koje su potpisale šengenski sporazum.</p>
<p>Ukidanje viza za zemlje tzv. Zapadnog Balkana stoji na kraju dugog procesa u kome države u cilju ulaska u EU sprovode dalekosežne reforme u oblasti zakonodavstva i drugih oblasti (sigurnost ličnih dokumenata, kontrola granica i kontrola migracije, itd.). Samo u području ljudskih prava su reforme ostale daleko ispod očekivanja. Na kraju avgusta je Evropska Komisija ponovno utvrdila u svom trećem obaveštenju o liberalizaciji viznog režima da su Romi u svim zemljama Balkana izloženi sveobuhvatnoj diskriminaciji u ostvarivanju temeljnih ljudskih prava, kao i da im je pristup obrazovanju i osposobljavanju, zdravstvu i tržištu rada sprečen.</p>
<p>Prema izjavima srpske vlade, oko 60 procenata od procenjenog broja od 450.000 Roma u Srbiji živi u nesigurnim i nehigijenskim uslovima, 30 posto nema pristup vodi, 70 posto nemaju pristup kanalizaciji. Istraživanja pokazuju da su romska deca više od 30 posto zastupljena u specijalnim školama. Prema anketi, oni se smatraju za najgore diskriminisanu zajednicu u Srbiji, a diskriminacija se posebno pokazuje u pristupu tržištu rada. Evropska komisija protiv rasizma i netolerancije (ECRI) navela je u svom najnovijem izveštaju o Srbiji da većina Roma živi od povremenih ili sezonskih poslova kao što je skupljanje starog gvožđa i da nema Roma koji su zaposleni u državnim preduzećima.</p>
<p>U Makedoniji takodje postoji sveobuhvatna diskriminacija Roma. Kao i u Srbiji, Romi u Makedoniji često žive u izolovanim zajednicama, gde nemaju ili imaju samo ograničen pristup osnovnim uslugama. Romska deca su zastupljena u specijalnim školama ili u posebnim razredima u redovnoj školi, što je rezultat neprimerenih testova, kao i pogrešne orijentacije njihovih roditelja, kao sto je Evropski centar za prava Roma u Budimpešti naveo u nedavnom istraživanju. Evropska komisija protiv rasizma i netolerancije (ECRI) navela je u izveštaju objavljenom 2010 da je 70 posto Roma u Makedoniji nezaposleno, t.j. da je njihova nezaposlenost daleko iznad državnog proseka. ECRI je takođe utvrdio da su Romi suočeni s predrasudama u zdravstvenom sistemu, što utiče na njihov pristup zdravstvenim uslugama.</p>
<p>Prema tome je pogrešno od početka procenjivati zahteve za azil od strane Roma kao neosnovane. Prema priručniku UN o izbeglicama (UNHCR) iz 1951. i postupcima i kriterijumima za određivanje statusa izbeglice, koji je ponovo objavljen u decembru 2011., diskriminacija se može smatrati razlogom za emigraciju. To je posebno slučaj kada osoba ima ograničenu sposobnost da zarađuje za život. UNHCR takođe je utvrdio da je rasna diskriminacija jedan od najčešćih oblika kršenja ljudskih prava i mora, dakle, biti uzeta u obzir pri utvrđivanju statusa izbeglica.</p>
<p>Pod pritiskom EU i njezinih članica, pod vodstvom Nemačke, Švedske, Belgije i Luksemburga, Srbija i Makedonija su, kao i druge balkanske zemlje čiji građani su mogli da putuju bez vize na kraće boravke, u protekle dve godine morale da uvedu opsežne mere za sprečavanje navodne zloupotrebe viznog izuzetka i prava na azil. To uključuje zatezanje granične kontrole, pa su hiljade ljudi, uglavnom Roma, sprečeni prilikom odlaska, iz nejasnih ili proizvoljnih razloga. Tražiteljima azila koji su vraćeni nazad prete kazne i gubitak putnih isprava, tako da su sprečeni da ponovo odu. Romi su u medijima i u političkom diskursu označeni kao lažni azilanti i okrivljeni za predstojeće ukidanje viznog izuzeća. Rasistička ogorčenost protiv Roma dobija novi zamah. Nasilje nad njima je u porastu.</p>
<p>Paralelno s tim, u zapadnim zemljama vidimo selektivno ukidanje prava na azil. Ubrzane procedure, kao što je nedavno potvrdio ministar unutrašnjih poslova Bavarske Joachim Herrmann, često ne nude garancije za rigorozan pregled individualnog slučaja kakav propisuje Ženevska konvencija. Za Rome sa Balkana, koji se za azil prijavljuju u EU i Švajcarskoj, odmah se sumnja da su ekonomske izbeglice pa je pregled njihovog zahtjeva za azil nemoguć od samog početka. Već sada se aplikacije Roma iz Srbije i Makedonije za azil tretiraju kao prioritetne, s deklarisanim ciljem da se Rome, brzom obradom njihovog zahteva za azil koji se po pravilu odbija, odvrati od putovanja u Nemačku i prijema.</p>
<p>Za manje od dve sedmice kancelarka Merkel će u Berlinu inaugurisati središnji spomenik Sintima i Romima ubijenim u vrijeme nacionalsocijalizma. Progon i ubistvo više od pola milona Sinta i Roma od strane nacističke Nemačke bi trebali biti podsetnik i upozorenje do čega mogu dovesti rasizam i predrasude. U Srbiji, nekoliko desetina hiljada Roma i Jevreja su bili ubijeni u okviru tzv odmazde od Wehrmachta. Više hiljada je umrlo u koncentracionim logorima Banjica i Sajmište u Beogradu i Crveni Krst u Nišu.</p>
<p>Bilo bi, dakle, potpuno amnezično i nerealno ako nemački političari sada traže brzi postupak za tražitelje azila iz Balkana ili ponovno uvođenje viznog zahteva s ciljem da se Romima spreči ulazak u Nemačku. Oni ohabruju srpske i makedonske političare koji svakako ne taje svoje antipatije prema Romima da ih sele u područja gdje nemaju način da prežive, i daje im dozvolju za diskriminišu Rome i da ih dalje ograničavaju u ostvarivanju osnovnih prava.</p>
<p>Tražimo kraj rasističkih napada protiv Roma! Romi iz bivše Jugoslavije ne smeju biti isključeni iz prava na azil. Oni imaju pravo na individualne procene koje treba da uzmu u obzir rasnu diskriminaciju u matičnim zemljama na odgovarajući način.</p>
<p>Tražimo kraj restriktivne politike imigracije i azila, koja je dovela do toga da više hiljada Roma iz bivše Jugoslavije, često žrtve rata i progona, nikada nisu imali priliku da dobiju stalan boravak. Ljudi koji su rođeni ili su odrasli u Nemačkoj treba da dobiju pravo na povratak. Tretirati ih kao strance je cinično i pokazuje nepoštovanje njihovih prava.</p>
<p><a href="http://www.romarights.wordpress.com/">Chachipe a.s.b.l.</a>, Luksemburg</p>
<p><a href="http://www.foerdervereinroma.de/">Förderverein Roma e.V.</a>, Frankfurt na Majnu</p>
<p><a href="http://www.romev.de/">Rom e.V.</a>, Keln</p>
<p><a href="http://www.ffm-berlin.de/">Forschungsgesellschaft Flucht und Migration e.V.</a>, Berlin</p>
<p>Romane Aglonipe e.V., Hannover</p>
<p><a href="http://www.aktionbleiberecht.de/?page_id=1582">Freiburger Forum aktiv gegen Ausgrenzung</a></p>
<p><a href="http://www.fluechtlingsrat-berlin.de/">Flüchtlingsrat Berlin e.V.</a>, Berlin</p>
<p><a href="http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/">Bayerischer Flüchtlingsrat e.V.</a>, Minhen</p>
<p>Redaktion des <a href="http://www.hinterland-magazin.de">Hinterland-Magazin</a>s</p>
<p><a href="http://www.frnrw.de/">Flüchtlingsrat NRW e.V.</a>, Esen</p>
<p><a href="http://www.gruene-alternative.net/">Grüne Alternative Freiburg</a></p>
<p><a href="http://www.roma-center.de/">Roma Center Göttingen e.V.</a>, Getingen</p>
<p><a href="http://www.fr-hessen.de">Hessischer Flüchtlingsrat</a>, Frankfurt na Majnu</p>
<p><a href="https://systemausfall.org/antira">Antirassistische Initiative Rostock</a></p>
<p><a href="http://www.aktionbleiberecht.de/">Aktion Bleiberecht Freiburg</a></p>
<p><a href="http://www.buendnisgegenabschiebungenmannheim.com/index.html">Bündnis gegen Abschiebungen (BgA)</a> Manhajm</p>
<p><a href="http://www.nds-fluerat.org/">Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.</a>, Hildeshajm</p>
<p><a href="http://www.fluechtlingsrat-brandenburg.de/">Flüchtlingsrat Brandenburg</a>, Potsdam</p>
<p><a href="http://www.fluechtlingsrat-hamburg.de">Flüchtlingsrat Hamburg e.V.</a>, Hamburg</p>
<p>Bündnis „MünsteranerInnen für ein Bleiberecht der Roma“</p>
<p>Verein für politische Flüchtlinge, Minster</p>
<p><a href="http://www.proasyl.de/">Pro Asyl e.V.</a>, Frankfurt na Majnu</p>
<p><a href="http://www.ggua.de">Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V.</a> (GGUA Flüchtlingshilfe), Minster</p>
<p>Initiative Grenzenlos, Karlsruhe</p>
<p><a href="http://www.flüchtlingsrat-lsa.de/">Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V.</a>, Magdeburg</p>
<p>Roma Union Grenzland e.V., Ahen</p>
<p><a href="http://www.amaroforo.de/">Amaro Foro e.V.</a>, Berlin</p>
<p><a href="http://www.fluechtlingsrat-bremen.de/">Flüchtlingsrat Bremen</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kritik aus Berliner SPD: Buschkowsky spielt mit Ressentiments und Rassismen</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/09/22/kritik-aus-berliner-spd-buschkowsky-spielt-mit-ressentiments-und-rassismen/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Sep 2012 11:11:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Heinz Buschkowsky]]></category>
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		<category><![CDATA[Orkan Özdemir]]></category>
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		<description><![CDATA[Heinz Buschkowsky (SPD, Bürgermeister von Berlin-Neukölln) ist jetzt Buchautor. Der deutsche Lokal-Politiker erntet mit der Publikation seiner ersten Textpassagen nicht nur Jubel. Buschkowsky schüre Angst vor Neukölln, dabei brauche er sich vor seinem Bezirk eigentlich nicht zu fürchten, versichert ihm ein Neukölln-Survivor. Die Lektüre sorgt auch in den Reihen der Berliner SPD für unmissverständliche Kritik: [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heinz Buschkowsky (SPD, Bürgermeister von Berlin-Neukölln) ist jetzt Buchautor. Der deutsche Lokal-Politiker erntet mit der Publikation seiner ersten Textpassagen <a href="https://shehadistan.wordpress.com/2012/09/18/buschkowsky-die-stimme-des-blutes-deines-bruders/">nicht nur Jubel</a>. Buschkowsky schüre Angst vor Neukölln, dabei brauche er sich vor seinem Bezirk eigentlich nicht zu fürchten, <a href="http://www.migazin.de/2012/09/21/neukolln-survivor/">versichert ihm ein Neukölln-Survivor</a>.</p>
<p>Die Lektüre sorgt auch in den Reihen der Berliner SPD für unmissverständliche Kritik: Buschkowsky gebe darin gern gehörte populistische Antworten und lasse Ursachenforschung außer Acht, schreibt Orkan Özdemir (SPD, Vorsitzender der SPD AG Migration und Vielfalt Tempelhof-Schöneberg). Ich finde die Kritik auf den Punkt gebracht und darf sie mit freundlicher Genehmigung von Orkan Özdemir hier veröffentlichen:</p>
<blockquote><p><strong>Persönliche Stellungnahme von Orkan Özdemir:</strong><br />
<strong></strong><br />
Orkan Özdemir, Vorsitzender der SPD AG Migration und Vielfalt Tempelhof- Schöneberg, äußert sich zu den ersten Auszügen aus dem Buch „Neukölln ist überall“ (Bild.de, 17.09.2012) von Heinz Buschkowsky wie folgt:<br />
<strong></strong><br />
„Heinz Buschkowsky ist bekannt für seine kontroversen Äußerungen, wenn es um Integrationspolitik geht. Das hat er nicht zuletzt während der Sarrazin-Debatte in ,das wird man doch wohl noch sagen dürfen‘-Manier unter Beweis gestellt. Auch meine GenossInnen und ich aus der SPD AG Migration und Vielfalt stellen uns den kritischen Fragen bzgl. der „Multi-Kulti ist gescheitert“-Debatte. </p>
<p><strong></strong><br />
Es ist immer wieder bemerkenswert wie hartnäckig Heinz Buschkowsky, allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz, das Fehlverhalten von jungen, perspektivlosen und prekarisierten Menschen auf ihre Herkunft reduziert und Problemlagen ethnisiert. Es ist bekannt, dass solch populistische Antworten auf grundlegende gesellschaftliche Probleme von der Mehrheitsgesellschaft nur zu gern als Erklärungsmodell in Anspruch genommen wird. Heinz Buschkowsky schlägt genau in diese Kerbe, wenn er Menschen mit einem bestimmten Aussehen markiert und ihnen entsprechende inakzeptable Verhaltensformen nachsagt, aber nie müde wird klarzustellen, dass er ,(&#8230;) niemals alle Einwanderer&#8230;‘ meine. Buschkowsky spielt hier ganz offensichtlich mit bestehenden Ressentiments und Rassismen der Mehrheitsgesellschaft gegenüber als arabisch, türkisch und letztendlich muslimisch markierten Bevölkerungsgruppen. Dabei wird die bestehende Ursachenforschung, welche die von Buschkowsky beschriebene Situation erklären, wissentlich außer Acht gelassen und als ,intellektuelles Geschwätz‘ abgetan. Denn sonst müsste sich auch ein Heinz Buschkowsky die Frage gefallen lassen, warum dieser in über 10 Jahren als Bezirksbürgermeister von Neukölln keine nennenswert positiven Ergebnisse in den Migrantenmilieus und deren sozialen Aufstieg verzeichnen kann. Menschen sind immer Produkt ihres sozialen Umfelds. Werden Menschen in gewisse Sozialräume durch Ressentiments und Vorurteile gedrängt, kann gesellschaftliche Teilhabe und sozialer Aufstieg nicht gewährleistet werden. Es ist also eine Frage des sozialen Status und der Zukunftsperspektiven der jungen Menschen als eine Frage der ,ethnischen Herkunft‘.“<br />
<strong></strong><br />
<a href="http://www.spd-tempelhof-schoeneberg.de/index.php?nr=7922&#038;menu=1">Orkan Özdemir (SPD), 19.09.2012</a></p>
</blockquote>
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		</item>
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		<title>Roger Köppel bei Maischberger. War was?</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Aug 2012 16:31:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
				<category><![CDATA[mediawatch]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>

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		<description><![CDATA[In der gestrigen Ausgabe der Maischberger-Talkshow ging es um das schwere Leben von Millionär_innen in Deutschland (Der Millionär hat&#8217;s schwer: Reiche zur Kasse bitte!) und als Experte für Reichtum und Gesellschaft saß auch Roger Köppel in der Runde. Köppel ist Verleger und Chefredakteur des Schweizer Wochenmagazins &#8216;Weltwoche&#8217;. Dieses wird Wikipedia zufolge als rechtskonservativ bis rechtspopulistisch [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der gestrigen Ausgabe der Maischberger-Talkshow ging es um das schwere Leben von Millionär_innen in Deutschland (<a href="http://www.ardmediathek.de/das-erste/menschen-bei-maischberger/der-millionaer-hat-s-schwer-reiche-zur-kasse-bitte?documentId=11475076#">Der Millionär hat&#8217;s schwer: Reiche zur Kasse bitte!</a>) und als Experte für Reichtum und Gesellschaft saß auch Roger Köppel in der Runde. Köppel ist Verleger und Chefredakteur des Schweizer Wochenmagazins &#8216;Weltwoche&#8217;. Dieses wird <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Weltwoche">Wikipedia zufolge</a> als rechtskonservativ bis rechtspopulistisch eingeordnet und besitzt <a href="http://derstandard.at/1326502783772/Kritik-wegen-Hildebrand-Weltwoche-soll-Eigentumsverhaeltnisse-offenlegen">laut derstandard.at</a> den Ruf als &#8220;inoffizielles Sprachrohr&#8221; der rechten Schweizerischen Volkspartei (SVP). </p>
<p>Köppel ist beliebter Gast im TV-Talk, nur seit April 2012 war er plötzlich nicht mehr in jeder zweiten deutschen Unterhaltungs-Runde zu sehen: Seine &#8216;Weltwoche&#8217; hatte auf dem Front-Cover der Ausgabe 14/2012 die Überschrift &#8220;Die Roma kommen: Raubzüge in der Schweiz. Familienbetriebe des Verbrechens&#8221; in Kombination mit einem Foto gezeigt, auf dem ein kleiner Junge mit einer (Spielzeug)Pistole in die Kamera zielt. Als Verantwortlicher wurde Köppel dafür wegen Rassismus und Verhetzung aus der Schweiz, Österreich und Deutschland angezeigt (nzz.ch: <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/stadt_region/strafverfahrengegen-die-weltwoche-1.17163179">Strafverfahren gegen die «Weltwoche»</a>, derstandard.at: <a href="http://derstandard.at/1333528630455/Roma-Bericht-Wiener-Journalist-zeigt-Weltwoche-an">Wiener Journalist zeigt &#8220;Weltwoche&#8221; an</a>, sueddeutsche.de: [deutscher] <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/zentralrat-der-roma-und-sinti-zeigt-weltwoche-an-wie-im-nationalsozialismus-1.1329509">Zentralrat der Roma und Sinti zeigt &#8220;Weltwoche&#8221; an</a>).</p>
<p style="text-align:center;font-family:Helvetica"><font size="0.8"><br />
<a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/2012/reiche-zur-kasse-100.html"><img src="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2012/08/koeppel_maischberger-510x256.png" alt="" title="koeppel_maischberger" width="510" height="256" class="aligncenter size-large wp-image-11846" /></a> Ein Mensch bei Maischberger: Ankündigung von Roger Köppel, Chefredakteur der rechtspopulistischen &#8216;Weltwoche&#8217;, der in der deutschen Talkshow darüber redet, was gut ist für die Gesellschaft. (Screenshot <a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/2012/reiche-zur-kasse-100.html">Menschen bei Maischberger</a>)</p>
<p></font></p>
<p>Vor einem guten Monat wurde das Strafverfahren gegen Köppel von der Zürcher Staatsanwaltschaft eingestellt, weil die das rassistische &#8216;Weltwoche&#8217;-Cover nicht rassistisch fand. Okay, <a href="https://www.taz.de/Romafeindliches-Cover-der-Weltwoche/!97059/">kommentierte Robert Misik in der taz</a>, es sei &#8220;moralisch verkommenes Verhalten nicht immer gleich juristisch verboten&#8221;. Weiter schreibt Misik: </p>
<blockquote><p>&#8220;Die Weltwoche hat ein romafeindliches Cover gedruckt, das in Sprache und Montage an den Stürmer erinnert. Das ist moralisch zu verurteilen, muss deshalb aber nicht mit einer gerichtlichen Verurteilung enden. Dass es sich bei dem Weltwoche-Chefredakteur Roger Köppel um einen schlimmen Scharfmacher handelt, der eines knalligen Titelbildes wegen auf wehrlosen Kindern rumtrampelt, weist ihn als ehrlosen Journalisten aus – aber deswegen muss er auch nicht unbedingt in den Knast.&#8221; (<a href="https://www.taz.de/Romafeindliches-Cover-der-Weltwoche/!97059/">Robert Misik, taz</a>) </p></blockquote>
<p>Nein &#8212; aber zu Sandra Maischberger, wie wir seit gestern wissen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein O-Ton für die Tagesthemen oder Das Recht auf rassistische Sprache + UPDATE</title>
		<link>http://sibiuaner.noblogs.org/2012/06/27/ein-o-ton-fuer-die-tagesthemen-oder-das-recht-auf-rassistische-sprache/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Jun 2012 17:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sibiuaner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Update (2.7.2012) gleich vorweg: ARD entschuldigt sich bei den Sinti und Roma für Sendung eines diskriminierenden Interviews in den Tagesthemen [pdf]. _____________________________________ Am 25.6.2012 hat mir Kai Gniffke von der ARD zur Verwendung des Z-Worts in den Tagesthemen geantwortet. (Unten habe ich seine E-Mail und meine neue Antwort dokumentiert.) Die Übersetzung sei korrekt, also [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Update (2.7.2012) gleich vorweg: <a href="http://zentralrat.sintiundroma.de/content/downloads/presseschau/252.pdf">ARD entschuldigt sich bei den Sinti und Roma für Sendung eines diskriminierenden Interviews in den Tagesthemen [pdf]</a>.</p>
<p>_____________________________________<br />
Am 25.6.2012 hat mir Kai Gniffke von der ARD zur <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/06/18/rassistischer-uebersetzungsfehler-bei-den-tagesthemen/">Verwendung des Z-Worts in den Tagesthemen</a> geantwortet. (Unten habe ich seine E-Mail und meine neue Antwort dokumentiert.) Die Übersetzung sei korrekt, also der griechische Mann sage &#8220;Zi***&#8221;. Zu meiner Kritik an dem Begriff und dessen konkreter rassistischer Verwendung schreibt er nichts, nicht mal das Wort Rassismus kommt vor. Dafür schreibt Gniffke, dass die ARD verantwortungsvoll abwäge bevor so ein O-Ton in die Sendung kommt und das sei auch in dem Fall passiert. Mit anderen Worten: In den Tagesthemen in der Halbzeitpause eines EM-Spiels mit deutscher Beteiligung (also vor einem zweistelligen Millionenpublikum) mal eben das Z-Wort per O-Ton-Übersetzung über den Sender zu schicken ist voll ok und entspricht dem Rahmen von deutschem Qualitätsjournalismus. Ich bin ernüchtert und frage mich, ob das Unwissen ist oder Ignoranz gegenüber diesem klaren Fall, in dem das Z-Wort als rassistisches Pendant zum &#8220;braven Bürger&#8221; reproduziert wird. Genau das ist die klassische Funktion des Z-Worts, mit der es seit Jahrhunderten von weißen Menschen benutzt wird. (Und zwar seit ca. zwei Jahrhunderten in <a href="http://www.eurotopics.net/de/home/presseschau/archiv/magazin/gesellschaft-verteilerseite/roma_in_europa_2007_09/feindbilder_mihok_widmann_roma/">Deutschland auf institutioneller Ebene</a>.) </p>
<p>A propos Benutzung, die Kritik am Z-Wort kommt einigen, wohlgemerkt weißen Menschen, sogar einem Sprechverbot oder Maulkorb gleich. Es ist ihr Recht, das Z-Wort verwenden zu können wann und wo sie wollen. Und zwar über 40 Jahre nachdem Roma sich  <a href="http://www.romea.cz/english/index.php?id=servis/z_en_2006_0107">im April 1971</a> für den Begriff Roma als Selbstbezeichnung entschieden haben und nachdem sie das auch heute <a href="http://sibiuaner.noblogs.org/2012/03/29/wir-sind-gegen-das-wort-z/">immernoch tun</a>. Das ist aber scheinbar egal. Denn aus der Sicht einiger wiegt das Recht weißer Menschen, das Z-Wort zu sagen schwerer, als das Recht der Betroffenen, ihre Bezeichnung selbst zu wählen. Wahrscheinlich einfach die Gewohnheit der letzten Jahrhunderte.  </p>
<p style="text-align:center;font-family:Helvetica"><font size="0.8"><br />
<img src="http://sibiuaner.noblogs.org/files/2012/06/entscheidungstweet-510x245.png" alt="" width="510" height="245" class="aligncenter size-large wp-image-11715" />Ein twitternder Weißer über sein Recht (zur Bezeichnung von Roma)</p>
<p></font></p>
<p>Um das klarzustellen: Ich bin gegen Sprechverbote. Meine Kritik richtet sich gegen die Haltung, die sich in der Benutzung des Z-Worts ausdrückt, das, was mit diesem Wort transportiert wird: Mir egal, ich kann, weil ich kann. Als weißer Nicht-Rom einfach auf das Recht verweisen, das Z-Wort benutzen zu können, zeigt ja nur, es geht absolut nicht um die Leidtragenden dieses Begriffs, deren Sprechendenposition und Perspektive ist schnuppe, was zählt sind die weißen Befindlichkeiten. Und das ist leider keine besonders neue Erkenntnis, auch nicht, wenn sie von den aktuellen deutschen Halbzeit-Tagesthemen angeregt wurde.</p>
<p> <strong><br />
</strong></p>
<blockquote><p>
<strong>25.06.2012<br />
</strong><br />
Sehr geehrter Herr Kraft,<br />
 <strong></strong><br />
vielen Dank für Ihre E-Mail.<br />
 <strong></strong><br />
Die griechischen Wörter für &#8216;Bettler&#8217; und &#8216;Zi[***]&#8216; klingen sehr ähnlich. Das ARD-Büro in Athen hat uns aber versichert, dass die Übersetzung in dem Tagesthemen-Bericht vom 17. Juni korrekt war. Der Grieche hat in dem Beitrag also tatsächlich gesagt: Wir werden brave Bürger sein und nicht Zi[***].<br />
 <strong> </strong><br />
Mit diesem O-Ton wollten wir keinesfalls Vorurteile gegen Sinti und Roma bedienen. Tagesschau, Tagesthemen und die anderen Sendungen von ARD-aktuell achten sehr genau darauf, keine abwertenden Klischees zu verwenden. Stattdessen benutzen wir eine möglichst wertneutrale, sachliche Sprache. Bei Interviews kann es allerdings vorkommen, dass die Interview-Partner nicht ganz so überlegt formulieren. Die Redaktion muss dann zusammen mit dem Reporter entscheiden, ob es sich um eine kleinere sprachliche Ungeschicklichkeit handelte oder ob der O-Ton nicht sendbar ist. In dem Wahl-Bericht aus Griechenland hatten wir es mit einem Grenzfall zu tun. Sollte sich jemand von der Formulierung des Griechen angegriffen oder verletzt fühlen, so täte uns das Leid.<br />
 <strong></strong><br />
Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Sendungen weiter kritisch verfolgten.<br />
 <strong> </strong><br />
Mit freundlichen Grüßen<br />
 <strong> </strong><br />
Dr. Kai Gniffke<br />
Chefredakteur ARD-aktuell<br />
________________________________<br />
 <strong></strong><br />
<strong>27.06.2012<br />
</strong><br />
Sehr geehrter Herr Gniffke,<br />
  <strong></strong><br />
vielen Dank für Ihre Antwort. Sie schreiben, Sie hatten es in Ihrer Entscheidung für den betreffenden O-Ton, in dem das Z-Wort vorkommt, &#8220;mit einem Grenzfall zu tun&#8221;. Nun hatten Sie sich in diesem Grenzfall ja entschieden, das Z-Wort ins Deutsche zu übersetzen (an der Übersetzung zweifeln nach wie vor mehrere Menschen mit Griechischkenntnissen) und dieses Wort in der Halbzeitpause eines Fußballspiels mit deutscher Beteiligung einem zahlenmäßig zweistelligen Millionen-Publikum zu präsentieren. Leider erschließt sich mir aus Ihren Ausführungen zum verantwortungsvollen Umgang Ihrer Redaktionen mit &#8220;Klischees&#8221; nicht, wieso Sie sich im Rahmen eines Kommentars über Wahlen in Griechenland für eben diesen O-Ton entschieden, in dem das Z-Wort als rassistisches Pendant zu &#8220;braven Bürgern&#8221; reproduziert wird. Was die unter dem Z-Wort leidenden Menschen davon haben, dass Ihnen dessen rassistische Bedeutung leidtut, kann ich nicht einschätzen, ich bin ein weißer Mann, genau wie Sie, und mit dem Z-Wort meistens nicht gemeint bzw. nicht davon unmittelbar betroffen.<br />
<strong><br />
</strong><br />
Ich hätte mir von Ihnen die Bereitschaft zum kritischen Umgang mit institutionellem Rassismus gewünscht, dessen Wesensmerkmal es ist, dass weiße Menschen &#8212; und nicht die Betroffenen &#8212; in entsprechenden Positionen einen Begriff wie das Z-Wort in einem journalistischen TV-Beitrag zum griechischen Wahlausgang in der deutschen Halbzeitpause 2012 für angemessen halten.<br />
<strong><br />
</strong><br />
Ernüchtert,<br />
Hendrik Kraft.</p>
</blockquote>
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