Category Archives: signal

signal, 15.1.2013

Mindestens zwei sehr gute Radiobeiträge hab ich in jüngster Zeit gehört, die ich nicht nur zum Rausballern bei Twitter verwendbar, sondern auch für hier postenswert halte. Darum belebe ich mal eine alte Kategorie meines Blogs wieder. Die läuft mit unter “gefunden” (oben in der Kategorien-Leiste).

Am 2.1.2013 fragte Naika Foroutan im Deutschlandradio Kultur “Deutschland – einig Einwanderungsland?” und findet, “Unsere Gegenwart braucht ein neues “Narrativ”.” Die meisten Narrationen unserer Gegenwart würden der Realität in Deutschland nicht mehr gerecht. In einem Land, “in dem jedes dritte eingeschulte Kind im letzten Jahr einen Hintergrund hatte, der heute noch Migrationshintergrund heißt”. [Deutschland - einig Einwanderungsland? Unsere Gegenwart braucht ein neues "Narrativ", 4:30, DRadio >> Direkt zur mp3 oder zur Beitragsseite bei dradio.]

Und vor noch ein paar Tagen mehr, nämlich am 15.12.12, wurde beim Bayerischen Rundfunk die “Asylwirklichkeit in Deutschland” betrachtet. Erich Reißig interessierte sich für die Anliegen protestierender asylsuchender Menschen in Deutschland und erstellte beeindruckende Portraits von souveränen Menschen mit klaren Zielen. In Kombination mit ernüchternden Fakten zur rechtstaatlichen Realität deutscher Asylgesetzgebung entstand ein unaufgeregtes Feature, das ganz ohne Polemik auskommt. [Weltlos. Asylwirklichkeit in Deutschland, 52min, BR2 >> direkt zur mp3 oder zur Beitragsseite bei BR2.]

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Signal, 26.6.2011

Migration, Prävention, Diskussion.


Wer außer Sarrazin noch Deutschland abschafft, konnte mir bisher sowieso niemand erklären, die Zahlen der Zuwanderung und Einbürgerung nach Deutschland sinken jedenfalls kontinuierlich. So berichtete Jens Rosbach im DLF Magazin am 23.6.2011 fünfeinhalb Minuten über die Schwindende Lust Deutscher zu werden. (Entkernt: Deutsche Staatsbürgerschaft nicht mehr gefragt. text, flash, →mp3)

Außerdem gab es ein kurzes dRadio-Interview mit Lale Akgün (MdB, SPD) am 25.6.2011, in dem sie anschaulich erklärt, welche Bedeutung sie dem sogenannten Präventionsgipfel von Innenminister Hans-Peter Friedrich beimisst. (→mp3)

TEN YEARS AFTER 9/11, unter dieser Überschrift findet eine internationale Konferenz am 29.6.2011 in Berlin (Passionskirche, Kreuzberg) statt, organisiert vom European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und Amnesty International. Auf vier verschiedenen Panels werden z.B. staatliche Entführungen, Folter, der “Krieg gegen Terror” mit seinen neuen Methoden der Kriegsführung (Drohnen, gezielte Tötungen) und mögliche Zukunftsszenarien thematisiert. Das Programm (deutsch →pdf, english →pdf) und viele weitere Infos gibt es auf der Homepage tenyears.eu.

Signal, 23.6.2011

… kurz und knapp


Zu den Vorfällen gegenüber Angehörigen der ungarischen Minderheit in Rumänien gibt es einen guten Überblick mit Hintergründen beim Pester Lloyd: Angriff auf ungarische Minderheit in Rumänien.

Die rassistische Medienberichterstattung über Griechenland wurde bei ZAPP gestern thematisiert: Wie Medien die Griechen zu Idioten machen.

http://www.youtube.com/watch?v=mamPM5q1lDI

Am Samstag (25.6.2011) eröffnet in der Galerie TÄT (Schönhauser Allee 161A) eine sehr empfehlenswerte Ausstellung unter dem Namen ROOM RUMOR. Das dürfte spannender werden als übliche Berliner Vernissagen. Es ist die erste Gemeinschaftsausstellung des jungen Verlags AKV Berlin.

Internationaler Tag der Roma 2011 – Kulturwoche in Berlin

Einladung


Zum Internationalen Tag der Roma (8.April) in diesem Jahr lädt der Berliner Amaro Drom e.V. zu einer Kulturwoche vom 2. bis 9. April ein:

Wir nutzen diese Woche, um das Thema Roma und die vielfältigen Aktivitäten junger Roma und Nicht-Roma in Berlin sichtbar zu machen und unsere Vorstellungen und Anliegen öffentlich zu präsentieren.

Ausführliche Informationen bietet der Flyer. Die Vorderseite gibt es hier und die Rückseite mit den einzelnen Programmpunkten ebenfalls.

Signal, 20.10.2010

Herbst 2010


Ein Team von Amnesty International besuchte Roma in Miercurea Ciuc (Rumänien), die vor über sechs Jahre aus ihren Häusern vertrieben wurden. Die NGO musste feststellen, dass diese Menschen immer noch “wie Müll behandelt” werden und unter menschenunwürdigen Bedingungen nahe einer Abwasseranlage angesiedelt sind – die Stadtverwaltung gibt sich planlos: Roma community in Romania still treated like waste six years on.

Von der Abschiebung bedroht sind Roma in Göttingen, so Ita Niehaus und Susanne Schrammar im gestrigen Länderreport auf Deutschlandradio Kultur. Mehr zur niedersächsischen Abschiebepraxis zum Nachlesen oder Nachhören [→mp3].

Der Deutschlandfunk sendete am 7.10. einen Beitrag von Dorothea Jung: Gefahr für die Gesellschaft – Die Islamfeindlichkeit in Deutschland nimmt zu. Die wachsende Verbreitung eines Feindbildes wird darin unter die Lupe genommen (zu Wort kommt u.a. auch Yasemin Shooman, Doktorandin am Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung). Der Beitrag ist nachlesbar und -hörbar: [→mp3].

Yasemin Shooman kam vorgestern auch für das Internet-Portal “Mut gegen rechte Gewalt” mit einem Text zu Wort. Hierin zeigt sie knapp und auf den Punkt gebracht, dass der “rechte Kampfbegriff” der “Deutschenfeindlichkeit” eingesetzt wird, um von Machtverhältnissen, strukturellem Rassismus und institutioneller Ausgrenzung abzulenken: „Deutschenfeindlichkeit“ – Was soll das sein?

Ich habe es mir gestern Vormittag nicht nehmen lassen, beim Twitter-Account der Familienministerin Kristina Schröder (einer großen Verfechterin des Begriffs “Deutschenfeindlichkeit”) anzufragen, ob sie die von Shooman angeführten Fakten zur Herkunft und zur Bedeutung des Begriffs “Deutschenfeindlichkeit” kenne – die Antwort lieferte mir dann ein am Abend gesendeter Fernsehauftritt der Ministerin im ZDF (hoffentlich noch nicht depublished).

Zuguterletzt ein sehr guter Artikel von Johnny Haeusler bei spreeblick, der die aktuelle populismusdurchtränkte Situation vergleichend mit der Stimmung in den 90er Jahren analysiert und benennt: Scheiter-Haufen.